US-Luftverkehr

Passagiere rebellieren gegen Nacktscanner

Foto: AP

Pünktlich zum wichtigsten Reisetag werden US-Flugpassagiere aufgerufen, intime Kontrollen zu verweigern. Auch das Flugzeugpersonal hat Bedenken.

Angesichts neuer Abtast-Methoden und des immer massiveren Einsatzes von Nacktscannern und braut sich in den USA Widerstand gegen schärfere Flughafen-Kontrollen zusammen. Bürgerinitiativen rufen Passagiere auf, entweder nicht zu fliegen oder sich aus Protest Nacktscannern zu verweigern, wie der US-Fernsehsender CNN meldete.

Eine intensivere Art des Abtastens, das nach den vereitelten Paketbombenanschlägen vorigen Monat eingeführt wurde, empfinden derweil manche als Grabscherei. Von einer „wachsenden Ablehnung unter Piloten, Flugbegleitern, Bürgerrechtlern und genervten Passagieren, denen die Berührungen zu weit gehen“, berichtet indes die „Washington Post“.

Heimatschutzministerin Janet Napolitano versuchte nach diesen Angaben, am Freitag bei einem Gespräch mit Vertretern der Reiseindustrie Bedenken zu zerstreuen - mit nicht allzu viel Erfolg. „Das Treffen mit Ministerin Napolitano war informativ, völlig beruhigend war es nicht“, teilte der US-Reiseverband hinterher mit. „Wir verstehen die Herausforderungen für das Heimatschutzministerium, aber die Frage bleibt: Wo ist die Grenze?“

Die Pilotengewerkschaften der Fluggesellschaften US Airways und American Airlines raten Flugpersonal derweil davor ab, sich Nacktscannern auszusetzen. Häufiges Durchleuchten führe nach verfügbarem medizinischen Wissen zu „bedeutsamen Gesundheitsrisiken“, schreibt der Präsident der Pilotenvertretung von US Airways, Mike Cleary, die mehr als 5000 Mitglieder zählt. Bislang sind laut CNN an fast 70 US-Flughäfen knapp 350 Nacktscanner im Einsatz. Bis zum Ende nächsten Jahres sollen es landesweit etwa 1000 Geräte sein.

Mehrere Bürgerinitiativen wehren sich gegen den Einsatz der Scanner. Die Online-Gruppe „National Opt Out Day“ ruft dazu auf, am 24. November - wegen des Thanksgiving-Festes der geschäftigste US-Reisetag des Jahres - sich den Geräten zu verweigern. Die Datenschutz-Gruppe EPIC fordert eine öffentliche Untersuchung, um Risiken der Scanner für Privatsphäre und Gesundheit festzustellen.

( dpa/cn )

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