Kämpfe in Abidjan

UN sehen "dramatische" Lage in Elfenbeinküste

Die Vereinten Nationen (UN) sind wegen der Situation in der Elfenbeinküste besorgt. Rettungswagen werden beschossen, dutzende Menschen starben.

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In Abidjan haben Ouattara-Truppen unterdessen offenbar die Residenz des abgewählten Staatschefs Laurent Gbagbo eingenommen.

Video: Reuters
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Der abgewählte ivorische Machthaber Laurent Gbagbo hat Berichte dementiert, wonach er zur Aufgabe seiner Macht bereit sei. „Im Moment ist er nicht an diesem Punkt“, sagte Gbagbos Sprecher Ahoua Don Mello. Zuvor hatte der vom international als Wahlsieger anerkannten Alassane Ouattara entsandte Botschafter in Frankreich, Ally Coulibaly, gesagt, Gbagbo verhandle seit Montag darüber, „sich zu ergeben“.

Gbagbos Sprecher äußerte sich zudem „überrascht“ über die Angriffe französischer Kampfhubschrauber auf den Präsidentenpalast, die Residenz und zwei Militärlager Gbagbos in der Wirtschaftsmetropole Abidjan. Gbagbo habe „die Tür für Verhandlungen“ niemals geschlossen, sagte Don Mello.

UN- und französische Kampfhubschrauber hatten am Montag erstmals in die Kämpfe zwischen den Truppen Gbagbos und Ouattaras eingegriffen und die Gebäude beschossen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verteidigte die Angriffe mit dem Schutz der Zivilbevölkerung.

Die Vereinten Nationen zeigten sich zunehmend besorgt über die Situation der Zivilisten in der Elfenbeinküste. Nach Angaben des UN-Menschenrechtskommissariats in Genf wurden bei den Kämpfen in Abidjan in den vergangenen Tagen „dutzende“ Menschen getötet. Besonders besorgniserregend sei, dass in der Millionenstadt auch in sehr eng besiedelten Stadtteilen schwere Waffen eingesetzt würden, sagte ein Sprecher.

Die Sprecherin des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA), Elisabeth Byrs, sagte, die Situation für Zivilisten in Abidjan habe sich weiter verschlechtert und sei „absolut dramatisch“. In den meisten Krankenhäusern sei die Arbeit zum Erliegen gekommen, die wenigen einsatzfähigen Krankenwagen würden beschossen.

Der Zugang zur Zivilbevölkerung sei aus Sicherheitsgründen „unmöglich“, sagte Byrs. In den Straßen der Wirtschaftsmetropole würden seit Tagen Leichen liegen, die wegen der Gewalt nicht geborgen werden könnten.