Mussa Kussa in London

Libyscher Außenminister setzt sich ab und tritt zurück

Mussa Kussa ist nach London geflohen – und prompt als Außenminister zurückgetreten. Er galt bisher als enger Vertrauter von Gaddafi.

Foto: AFP

Libyens Außenminister Mussa Kussa hat dem Machthaber Muammar Gaddafi die Gefolgschaft gekündigt und ist nach Großbritannien geflohen. Kussa sei am Abend in der Hauptstadt London angekommen, teilte die britische Regierung mit.

Er wolle nicht mehr länger die Regierung Gaddafis international repräsentieren, hieß es. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor bereits von einer dem Minister nahestehenden Person erfahren, Kussa wolle in Großbritannien um politisches Asyl bitten. Er sei geflohen, weil er gegen Angriffe auf die Zivilbevölkerung gewesen sei.

Mussa Kussa war mit einem Flugzeug vom tunesischen Djerba in Richtung London gestartet und auf dem Flughafen Farnborough, 55 Kilometer südwestlich der Hauptstadt, gelandet. Dies habe er aus freiem Willen getan, teilte das britische Außenministerium mit. Weitere Informationen werde man zu gegebener Zeit veröffentlichen.

Zuvor hatte die libysche Regierung erklärt, Kussa sei auf einer diplomatischen Reise. Er sei nicht geflüchtet.

Der Außenminister gehörte zum inneren Kreis um Gaddafi, dessen Truppen seit Wochen gegen Rebellen kämpfen.