Arabische Welt

Jemens Opposition bittet um internationale Hilfe

Nachdem am Freitag mindestens 46 Menschen erschossen wurden, flehen die Oppositionellen um "Maßnahmen zum Schutz von Zivilpersonen".

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Nach der Tötung Dutzender Demonstranten durch jemenitische Sicherheitskräfte haben Oppositionsgruppen die internationale Gemeinschaft um Hilfe angerufen. Der Sicherheitsrat solle politische und moralische Verantwortung übernehmen und „Maßnahmen zum Schutz von Zivilpersonen“ einleiten, hieß es in einem Appell nach dem Blutvergießen in Sanaa am Freitag, bei dem Augenzeugen und Ärzten zufolge mindestens 46 Demonstranten erschossen wurden.

Am Samstag stürmten Polizisten nach Angaben von Augenzeugen in der Hafenstadt Aden ein Lager von Demonstranten. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas und Schüsse auf die Menge abgegeben. Die Zahl der Verletzten war zunächst nicht bekannt.

„Es ist ein Massaker“, sagte Oppositionssprecher Mohammed al Sabri über das Vorgehen der Sicherheitskräfte vom Freitag. „Das ist Teil eines verbrecherischen Plans, Demonstranten zu töten und der Präsident und seine Verwandten sind verantwortlich für dieses Blutvergießen.“

Scharfschützen hätten von Dächern gezielt in die Menge gefeuert, die nach dem Freitagsgebet an einer Kundgebung gegen Präsident Ali Abdullah Saleh teilgenommen hätten. Fluchtwege seien von der Polizei mit brennenden Reifen und Feuerwänden aus brennendem Benzin verstellt worden. Ärzten und Augenzeugen zufolge wurden mehrere hundert Menschen verletzt. Innenminister Muthar al Masri sprach von 25 Toten und 200 Verletzten. Derart brutal waren Sicherheitskräfte bisher nicht gegen die seit Wochen andauernden, fast täglichen Demonstrationen gegen den seit 32 Jahren regierenden Saleh vorgegangen.

Die Oppositionsgruppen riefen auf ihrem Krisentreffen zu weiteren Demonstrationen gegen Saleh auf, dessen Rücktritt sie fordern. Auch nach dem blutigen Zwischenfall hielten tausende Demonstranten einen Platz besetzt, den sie „Tahrir-Platz“ – arabisch für Wechsel - genannt haben.