Veraltete Technik

Russland rüstet Militär für 475 Milliarden Euro auf

Atom-U-Boote, Hubschrauber, Kampfjets und Flugzeugträger: Russland will fast eine halbe Billion Euro in die Armee investieren. Die Militärausrüstung gilt als völlig veraltet.

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Die russische Regierung will bis zum Jahr 2020 umgerechnet rund 475 Milliarden Euro in die Armee des Landes investieren. Unter anderem sollten von dem Geld acht atomgetriebene Unterseeboote sowie etwa 600 Kampfflugzeuge und rund 1000 Hubschrauber angeschafft werden, wurde Vize-Verteidigungsminister Wladimir Popowkin von russischen Nachrichtenagenturen zitiert.

Mit dem Investitionsprogramm wolle sich Russland verstärkt auf die Modernisierung seiner Seestreitkräfte konzentrieren. Die U-Boote sollten mit Interkontinentalraketen vom Typ Bulawa ausgestattet werden, an denen seit den späten 1990er Jahren gearbeitet werde, sagte Popowkin.

Unter anderem werden auch Iskander-Kurzstreckenraketen sowie moderne Raketenabwehrsysteme vom Typ S-500 angeschafft. Daneben erwerbe Moskau mit dem Kauf französischer Flugzeugträger vom Typ Mistral erstmals Kriegsgerät von einem Nato-Mitglied.

"Ziemlich schlechte Ausstattung"

Russlands stellvertretender Regierungschef Sergej Iwanow hatte Ende September angekündigt, die Verteidigungsausgaben des Landes binnen zehn Jahren zu verdreifachen.

Die Ausrüstung vieler Truppenteile der früheren Sowjetrepublik gilt als völlig veraltet. Daher muss das auf seine Waffen bisher so stolze Russland auch Technik im Ausland kaufen, etwa israelische Drohnen. Staatschef Dmitri Medwedjew hatte die Ausstattung der russischen Armee, die zu großen Teilen noch aus Sowjetzeiten stammt, als „ziemlich schlecht“ bezeichnet.

Das Finanzministerium hatte vergangene Woche zugesagt, vom kommenden Jahr an 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Modernisierung der Streitkräfte, höhere Gehälter für Soldaten und weitere Rüstungsausgaben zu investieren. Derzeit sind den Angaben zufolge nur 0,5 Prozent des BIP dafür vorgesehen.