Agentenaustausch

Spionagefall – Moskau will Atomforscher freilassen

Foto: picture-alliance / dpa / dpa

Ein wegen Spionageverdacht einsitzender Forscher könnte gegen einen Verdächtigen des russisch-amerikanischen Spionageskandals ausgetauscht werden.

Russland ist offenbar bereit, den wegen Spionageverdachts einsitzenden Atomforscher Igor Sutjagin freizulassen und ins Ausland abzuschieben. Möglicherweise werde der Wissenschaftler gegen einen der Verdächtigen im russisch-amerikanischen Spionageskandal ausgetauscht. berichtete die Internetzeitung „gazeta.ru“.

Sutjagin war Abteilungsleiter im USA-Kanada-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, als er 1999 kurz vor einer Auslandsreise verhaftet wurde. Der russische Geheimdienst wirft ihm vor, geheime Angaben über die Gefechtsbereitschaft der russischen Atomstreitkräfte an ausländische Geheimdienste weitergegeben zu haben. 2004 wurde er deswegen zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Sutjagin bestreitet bis heute seine Schuld. Alle seine Informationen habe er aus öffentlich zugänglichen Quellen, sagte er. Der Fall wird inzwischen vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg verhandelt.

Nun wurde Sutjagin nach Angaben seiner Anwälte aus dem Lager bei Archangelsk in ein Moskauer Gefängnis verlegt. Dies sei die Vorstufe seiner Freilassung, heißt es. „Es wurde entschieden, ihn im Austausch gegen Personen, die Russland wichtiger sind als Sutjagin, nach England abzuschieben“, erklärte der Bürgerrechtler Ernst Tscherny, der sich seit Jahren für die Freilassung des Wissenschaftlers einsetzt.

Andere Quellen sprechen davon, dass er gegen eine der zehn Personen, die das FBI vor kurzem in Washington wegen angeblicher Spionage für Russland festgenommen hat, ausgetauscht werden soll. Offiziell bestreitet Moskau, dass die Verdächtigen für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben.

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