Unruhen im Jemen

Top-Generäle desertieren – Präsident Saleh isoliert

Jemens Machthaber Saleh verliert stetig an Rückhalt. Drei Kommandeure des Heeres haben sich der Opposition angeschlossen. Auch sein eigener Stamm wendet sich ab.

Foto: dpa / dpa/DPA

Im Jemen sind drei Kommandeure des Heeres zur Opposition übergelaufen. Unter ihnen ist der Befehlshaber der Ersten Panzerdivision des Heeres, Generalmajor Ali Mohsen al-Ahmar, ein enger Berater von Präsident Ali Abdullah Saleh. Zugleich bezogen am Montag Panzer Stellung in der Hauptstadt Sanaa.

Einheiten der Division wurden am Montag auf einem zentralen Platz in Sanaa stationiert. Dort harren Demonstranten aus, die den Rücktritt Salehs fordern. Saleh hatte inmitten der immer lautender werdenden Rücktrittsforderungen gegen ihn am Sonntag sein gesamtes Kabinett entlassen.

Offenbar wollte der langjährige Präsident damit einem geplanten Massenrücktritt von Kabinettsmitgliedern zuvorkommen, die gegen sein blutiges Vorgehen gegen regierungskritische Demonstranten protestieren wollten. Scharfschützen hatten am Freitag das Feuer auf Tausende Demonstranten eröffnet und mehr als 40 von ihnen getötet.

Vor der Bekanntgabe der Kabinettsentlassung am Sonntag hatten die Ministerin für Menschenrechte und auch der UN-Botschafter des Jemens ihren Rücktritt erklärt.

Außerdem schlossen sich Mitglieder von Salehs eigenem Stamm und mehrere religiöse Führer den Forderungen nach seinem Rücktritt an, wodurch der Präsident entscheidend an Rückhalt verlor. Auch die drei übergelaufenen Kommandeure gehören Salehs Haschid-Stamm an.

Die jemenitische Protestbewegung fordert ein Ende der Herrschaft Salehs, der das Land seit mehr als 30 Jahren regiert. Bei den seit einem Monat herrschenden Unruhen im Jemen sind bislang rund 100 Menschen ums Leben gekommen.