Libyen-Konflikt

Gaddafis Armee setzt Bewohnern Bengasis Ultimatum

Libyens Militär hat die Zivilbevölkerung in Bengasi zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Bald werde man dort gegen die "bewaffneten Banden" vorgehen.

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Libyens Armee hat den Bewohnern Benghasis ein Ultimatum zum Verlassen der Rebellenhochburg gesetzt. Die Einwohner sollten sich ab Mitternacht (Ortszeit) aus Gegenden raushalten, in denen sich Bewaffnete aufhielten und Waffen gelagert seien, meldete der Fernsehsender Al-Libya.

Die Armee sei auf dem Weg, die Stadt im Osten des Landes von „bewaffneten Banden“ zu säubern, hieß es in dem Bericht. Diktator Muammar al-Gaddafi sagte dem libanesischen Fernsehsender LBC TV, er erwarte keine Schlacht um Bengasi. Das libysche Volk habe geholfen die „Al-Qaida-Elemente“ aus der Stadt zu vertreiben.

Gaddafi kündigte in einem Bericht des libyschen Fernsehens auch die „entscheidende Schlacht“ um die von den Rebellen gehaltene Stadt Misrata an. Er rief seine Zuhörer auf, die Stadt nicht „einer Handvoll Verrückter“ zu überlassen. Misrata ist mit einer halben Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Libyens.

In New York sagte der libysche Diplomat und erklärte Gaddafi-Gegner Ibrahim Dabbaschi, dass der internationalen Gemeinschaft nur noch zehn Stunden blieben, um gegen die Truppen des Staatschefs vorzugehen. „Wir denken, dass wir in den kommenden Stunden einen echten Völkermord in Adschbadija sehen werden“, wenn nicht schnell gehandelt werde.

Die Arabische Liga und die seit Tagen in der Defensive befindlichen Rebellen haben die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert, es herrscht darüber jedoch Uneinigkeit in der internationalen Gemeinschaft.