Simferopol . Auf einer Auktion verhökerte Russland eine Ferienwohnung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Immobilie ging für 440.000 Euro weg.

Der Ukraine-Krieg ist auch ein großer staatlich organisierter Raubzug. Die Russen plündern und enteignen, ohne die bisherigen Besitzer zu entschädigen. Symbolcharakter hat nicht zuletzt die Enteignung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Jetzt wurde seine Ferienwohnung auf der annektierten Krim versteigert.

Olga Lipowezkaja aus Moskau erwarb sie auf einer Auktion für 44,3 Millionen Rubel, für umgerechnet 440 000 Euro, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Montag berichtete. Die rechtmäßigen Besitzer und die Vorgeschichte der Immobilie interessieren sie nicht. Den Ausschlag gaben die gute Lage und das Klima, wie die Frau dem Nachrichtenportal Mash erzählte.

Schon 2014 verloren die Selenskyjs ihre Ferienwohnung

Das ließ sich Lipowezkajach einiges kosten. Ihr Gebot lag rund 200 000 Euro über dem Startpreis. Wobei es nur zwei Bieter gab. Die etwa 120 Quadratmeter große Wohnung im Luxus-Kurort Jalta war 2023 von den russischen Behörden verstaatlicht worden. Das Parlament hatte die Enteignung durch eine Gesetzänderung erst möglich gemacht.

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Offiziell gehörte die Immobilie Selenskyjs Ehefrau Olena. Es handelt sich laut Tass um ein Drei-Zimmer-Apartment mit Blick auf das Schwarze Meer und den Liwadija-Palast, die Sommerresidenz des letzten russischen Zaren Nikolai II. Selenska hatte die Immobilie auf der Krim 2013 gekauft und daran nicht viel Freude gehabt. Nur ein Jahr später hat Russland die Schwarzmeer-Halbinsel völkerrechtswidrig annektiert.

Frau Lipowezkaja hat entweder Mut zum Risiko (Investment) oder ein unerschütterliches Vertrauen in die russische Kriegsführung. Denn: Sie könnte viel Geld verlieren. Der ukrainische Präsident hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, im Zuge einer Gegenoffensive auch die Krim befreien zu wollen. (fmg)