Energiekrise

Ukraine-Krieg: Das kostet Putins Angriff die Deutschen

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Experiment in Belgien: Leben ohne Heizen - es ist möglich

Experiment in Belgien: Leben ohne Heizen - es ist möglich

Seit 2020 läuft in Belgien ein wissenschaftliches Experiment, bei dem die Teilnehmer komplett auf's Heizen verzichten sollen. Damals war Energieknappheit noch kein Thema, doch seit dem Ukraine-Krieg hat sich das geändert.

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Der Ukraine-Krieg hat das Wachstum ausgebremst. Energiekrise, Inflation und Fachkräftemangel – das sind die Kosten für die Wirtschaft.

Berlin. Der Krieg in der Ukraine kostet die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr 175 Milliarden Euro. Das besagt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Demnach muss jeder Deutsche im Schnitt mit einem Wohlstandsverlust von 2000 Euro rechnen.

Für ihre Berechnungen haben die Studienautoren des IW die aktuelle Lage mit einem Szenario verglichen, in dem es keinen Krieg gibt. Der hat hierzulande für hohe Energiepreise und Lieferengpässe gesorgt. Daraus habe sich ein preisbereinigter Verlust von etwa 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ergeben.

Die Autoren zeichnen insgesamt ein eher düsteres Bild der deutschen Wirtschaft. Schon 2020 habe es aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns einen Wohlstandsverlust von ebenfalls 175 Milliarden Euro gegeben. 2021 dann von 125 Milliarden Euro und 2022 insgesamt von knapp 120 Milliarden Euro. Daraus ergebe sich ein Minus für den Zeitraum von 2020 bis Ende 2023 von zusammen 595 Milliarden Euro. Das sind mehr als 7000 Euro Wohlstandsverlust pro Kopf.

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Deutsche Wirtschaft: Fachkräftemangel und Energiepreise bremsen aus

Trotzdessen ist die Wirtschaft 2022 mit 1,9 Prozent leicht gewachsen, wie das Statistische Bundesamt Mitte Januar mitteilte.

„Die Situation ist nach wie vor sehr fragil“, meint jedoch IW-Ökonom Michael Grömling. „Die Ausnahmesituation wird uns auch in den kommenden Monaten beschäftigen und den Wohlstand belasten“, sagte er weiter. Als zentrale Probleme sieht das Institut Unsicherheiten im Energiebereich, hohe Kosten für Strom, Gas sowie für Vorprodukte und Rohstoffe. Diese Unsicherheiten würden auch Investitionen ausbremsen. Außerdem sinke die Nachfrage privater Haushalte, da diese ebenfalls durch die Preissteigerungen belastet würden.

Auf ein weiteres Problem verweist unterdessen die bundeseigene Förderbank KfW. Der Fachkräftemangel und eine nur mäßige Produktivitätsentwicklung würden die Wirtschaft ebenfalls belasten. Seit 2012 habe sich die Arbeitsproduktivität nur um 0,3 Prozent pro Jahr erhöht. „Das Fehlen von Fachkräften behindert bereits die Geschäftstätigkeit von jedem zweiten Unternehmen“, heißt es in einer Analyse der KfW.

Wirtschaftswachstum: Schleichender Wohlstandsverlust und Streit um Ungleichheit

Wenn immer weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen würden, würde Deutschland „noch in diesem Jahrzehnt in eine Ära anhaltend stagnierenden, womöglich schleichend schrumpfenden Wohlstands“ eintreten. „Andauernde Wohlstandsverluste ließen zunehmende Verteilungskonflikte und eine verstärkte Nutzungskonkurrenz um knappe Ressourcen erwarten.“ Die Menschen würden also zunehmend ärmer werden und soziale Konflikte zunehmen.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen fordert die KfW eine höhere Erwerbsquote im Alter zwischen 15 und 64 Jahren, aber auch oberhalb von 65 Jahren sowie die Zuwanderung ausländischer Erwerbstätiger. Auch solle die Produktivität etwa durch effizientere Arbeitsabläufe oder durch mehr Automatisierung erhöht werden. „Für sich genommen würde keine dieser Maßnahmen ausreichen. In der Summe können sie viel bewirken“, hieß es.

MINT-Fächer: Immer weniger junge Menschen studieren Naturwissenschaften

Auf die Risiken durch den Fachkräftemangel verweist auch das IW. Besonders besorgniserregend: Immer weniger junge Menschen beginnen ein Studium der sogenannten MINT-Fächer. Also in den mathematisch-naturwissenschaftlichen sowie technischen Fächern. Dabei werden gerade hier mehr Expertinnen und Experten auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Bereits jetzt fehlten rund 140.000 Fachkräfte in akademischen MINT-Berufen, hieß es unter Berufung auf eigene Berechnungen.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger im MINT-Bereich 2021 verglichen mit dem Vorjahr um 6,5 Prozent zurückgegangen. Als eine Ursache wurde genannt, dass sich auch die Zahl der 17- bis 22-Jährigen in Deutschland verringerte. (lro/AFP)

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