Kommentar

Tropische Krankheiten: Ärzte sollten zum Schutz beitragen

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Theresa Martus
Ärztinnen und Ärzte werden den Klimawandel in ihrer täglichen Arbeit spüren.

Ärztinnen und Ärzte werden den Klimawandel in ihrer täglichen Arbeit spüren.

Foto: Arno Burgi / dpa

Ärztinnen und Ärzte spüren die fortschreitende Klimakrise nicht nur in ihrer Arbeit. Sie können auch dazu beitragen, sie zu bekämpfen.

Berlin. Tropenkrankheit, das klang einmal nach Dschungel, nach Abenteuer, nach Gefahr. Und vor allem klang es: weit weg. Doch spätestens dieser Sommer, in dem die Tage in Deutschland häufig über 35 Grad liegen und die Nächte über 20, macht deutlich: Die Tropen sind uns längst näher, als wir denken, und das auf mehr als eine Art.

Nicht nur Fernreisende müssen in Zukunft wohl fürchten, sich mit Dengue-Fieber, dem West-Nil-Virus oder Zika anzustecken. Vereinzelt kommt es in Deutschland schon jetzt zu Übertragungen, es ist davon auszugehen, dass sie zunehmen. Und Diagnosen und Therapien, die einmal in den Bereich der Tropenmedizin fielen, werden zunehmend schlicht: Medizin.

Die Präsenz von Tieren wie der Tigermücke, die neue Krankheiten nach Mitteleuropa bringen können, ist ein Zeichen dafür, wie eng verflochten die Welt ist, in der wir leben. Die Veränderung des Klimas ist kein Problem, dass man isoliert betrachten und lösen könnte. Sie berührt und verändert praktisch jeden Bereich menschlichen Lebens.

Ärztinnen und Ärzte können helfen, Bewusstsein zu schaffen

Doch das Bewusstsein dafür ist immer noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Rund vier von zehn Befragten fanden kürzlich in einer Umfrage, dass der Klimaschutz angesichts anderer Krisen jetzt erst einmal hintenanstehen könne. So, wie er das seit Jahrzehnten getan hat.

Doch das muss vorbei sein. Die Klimakrise ist längst kein zukünftiges Problem mehr, sie ist genauso präsent und drängend wie die Energiekrise in diesem Winter, wie der Krieg gegen die Ukraine, wie die Inflation oder die andauernde Pandemie.

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Diese Botschaft muss ankommen. Wenn nicht von Medien, Wissenschaft oder Politik, dann vielleicht von anderen. Ärztinnen und Ärzte genießen hohes Vertrauen in Deutschland. Sie können erklären, was auf Patientinnen und Patienten zukommt – und warum auch in der Klimakrise gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen.