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Ukraine-Krieg: Fake News über Gedenkstätte Sachsenhausen

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Miguel Sanches
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Angesichts des Ukraine-Krieges will sich der Bund besser gegen Cyberattacken rüsten. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) stellte ihr Programm für mehr IT-Sicherheit vor. Dafür strebt sie auch Grundgesetzänderungen an.

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Das frühere Konzentrationslager Sachsenhausen als Flüchtlingshotel? Wie die Gedenkstätte Opfer von Fake News im Ukraine-Krieg wurde.

Berlin. Es sieht echt aus – und ist doch nur "plumpe Propaganda", wie die Gedenkstätte Sachsenhausen warnt. Seit Tagen wird auf Telegram-Kanälen gepostet, dass das frühere Konzentrationslager Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehme. Eine makabre Lüge.

Die Leitung der Gedenkstätte in Oranienburg nahe Berlin hat längst die Polizei eingeschaltet. Auf Twitter kündigt die Stiftung in einer Klarstellung an, gegen die Fälschung rechtlich vorzugehen. Viele User teilen die Empörung: "Wer bitte denkt sich so einen Dreck aus?", schreibt einer. Oder: Es sei "unglaublich, wie mit Hilfe der Shoah Fakepropaganda betrieben wird."

Für Gedenkstättensprecher Horst Seferens deutet "alles auf das Schema des russischen digitalen Propagandakriegs hin". Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Sachsenhausen für Fake News missbraucht wird. So hatten Impfgegner die Inschrift des Lagertors "Arbeit macht frei" in "Impfen macht frei" geändert.

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In den aktuellen Beiträgen in mehreren Sprachen heißt es, der Museumskomplex habe sich "in diesen für das ukrainische Volk schwierigen Zeit entschlossen, Hilfe zu leisten". Für Flüchtlinge habe man "komfortable Zimmer" in einem "temporären Hotel".

Der Beitrag wird mit einem Foto von zwei Gebäuden mit der Aufschrift "Willkommen zu Hause" auf einem Banner in den Nationalfarben der Ukraine bebildert. In Wahrheit ist es drei Jahre alt und wurde aus einem Reiseblog genommen und manipuliert.

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Nichts daran ist echt, weder Text noch Foto oder Absender. Der Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg ist offensichtlich. Seferens meint, mit dem Post sollten Geflüchtete und Helfende in Deutschland verhöhnt werden. Die Gedenkstätte selbst wurde von Fact-Checking-Seiten auf die Verbreitung hingewiesen.

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Der Fact-Checking-Website correctiv.org erläuterte Seferens, dass es sich bei den Gebäuden um die rekonstruierten KZ-Baracken 38 und 39 handelt, die zu musealen Zwecken genutzt würden: "Im neu erbauten ‚Museum Baracke 38‘ wird die Geschichte der jüdischen Häftlinge im KZ Sachsenhausen unter anderem an exemplarischen Lebensläufen veranschaulicht".

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de