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Ex-Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann tot

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Der frühere Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Foto: Jörg Schmitt/dpa

Der frühere FDP-Chef und Bundeswirtschaftsminister starb im Alter von 87 Jahren an einem Herzinfarkt. Bangemann lebte in Frankreich.

Berlin. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und EU-Kommissar Martin Bangemann ist tot. Der FDP-Politiker starb am Dienstag im Alter von 87 Jahren. Das teilte sein früherer Pressesprecher mit. Demnach erlag Bangemann in seinem Haus im französischen Département Deux-Sèvres einem Herzinfarkt.

Bangemann blickte auf eine lange Karriere bei den Liberalen zurück: Er wurde am 15. November 1934 in Wanzleben in Sachsen-Anhalt geboren und trat 1963 in die FDP ein.. Im dritten Anlauf gelang ihm 1972 der Sprung in den Bundestag. 1974 wurde der promovierte Jurist, der als Rechtsanwalt arbeitete, Generalsekretär der FDP. Das Amt gab er allerdings bereits nach einem Jahr wieder ab.

Bangemann übernahm danach noch mehrere Posten innerhalbder Partei. Von 1974 bis 1978 war er FDP-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, von 1985 bis 1988 Bundesvorsitzender der Freien Demokraten. Als Parteichef konnte er jedoch nicht aus dem Schatten seines charismatischen Vorgängers Hans-Dietrich Genscher treten.

FDP-Politiker Bangemann wechselte Ende der 80er nach Brüssel

Als Bundesminister für Wirtschaft war er zwischen 1984 und 1988 Mitglied der Bundesregierung. Probleme wie die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Stahl-, Kohle- und Werftenkrisen belasteten seine Amtszeit. Das führte dazu, dass Bangemann Deutschland schließlich den Rücken zukehrte: Er verzichtete auf Minister- und Parteiamt und wechselte nach Brüssel.

Dort hatte Bangemann deutlich mehr Erfolg. Von 1989 bis zum geschlossenen Rücktritt der Europäischen Kommission 1999 gestaltete er als EU-Kommissar den Europäischen Binnenmarkt, die EU-Industriepolitik, die europäische Informationsgesellschaft und die Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte.

Dann wechselte Bangemann 1999 aus der Europapolitik direkt als Berater zum spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica. Dies stieß in der Öffentlichkeit und auch innerhalb der FDP auf scharfe Kritik. Die Vorwürfe möglicher Interessenskonflikte wies er jedoch zurück.

FDP-Chef Lindner twittert über Bangemanns Tod

Der FDP-Bundeschef Christian Lindner äußerte sich auf Twitter zum Tod von Bangemann: "Als überzeugter Liberaler hat sich Martin Bangemann über Jahrzehnte für Europa und für Deutschland leidenschaftlich engagiert und in zahlreichen Funktionen große Verantwortung übernommen", teilte der Bundesfinanzminister mit. "Er war ein leidenschaftlicher Liberaler, ein Streiter für die Soziale Marktwirtschaft und vor allem ein großer Europäer", schrieb er.

Bangemann hinterlässt nach Angaben des ehemaligen Sprechers eine Frau, Kinder und Enkelkinder. Die Trauerfeier finde im engsten Familienkreis in Frankreich statt. (dpa/reba)

Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de