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Putins Superpanzer bekommt Konkurrenz: Was der Panther kann

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Miguel Sanches
Selenskyj "dankbar" für zusätzliche US-Militärhilfen

Selenskyj "dankbar" für zusätzliche US-Militärhilfen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den USA für deren weitere militärische Hilfszusagen für sein Land gedankt. Er sei "dankbar" für das von US-Präsident Joe Biden angekündigte neue Hilfspaket im Wert von einer Milliarde Dollar (960 Millionen Euro), sagte Selenskyj nach einem Telefonat mit dem US-Präsidenten in einer Videoansprache.

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Der Panzer ist nicht aus der Zeit gefallen wie die Kavallerie im 21. Jahrhundert: Putin schwört auf Panzer. Und bekommt Konkurrenz.

Berlin. Bis Freitag sind sie in Paris. Gleich zwei Stände haben die Verkäufer von Rheinmetall auf der einwöchigen "Eurosatory" aufgestellt. Ihr neuer Vorzeigepanzer ist auch tatsächlich ein Highlight auf der Rüstungsmesse.

Die Düsseldorfer nennen ihn den "Game Changer für die Gefechtsfelder der Zukunft." Schon wird darüber spekuliert, ob der "KF51 Panther" Wladimir Putins Superpanzer T-14 Armata in den Schatten stellt.

Panther von Rheinmetall: Antwort auf Putins Superpanzer

Im Ukraine-Krieg sind die schweren Panzer kein Thema. Russland setzt vielfach Vintage-Waffen ein, teilweise 50 Jahre alte Panzer. Bisher scheut Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) davor, auch nur die betagten "Leopard 1" der Ukraine zu liefern. Die Bundeswehr ist mit dem "Leopard 2" ausgerüstet. Firmen wie Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann oder Nexter aus Frankreich geht es um die nächste Generation an Panzern.

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Die Ukraine ist zum Friedhof für russische Panzer geworden. Kleine bewegliche Kampfgruppen, ausgerüstet mit Panzerabwehrwaffen, haben nach eigenen Angaben 1449 Panzer zerstört. Auch die relativ billigen Kampfdrohnen hatten eine teils verheerende Wirkung. Längst stellt sich die Frage, ob die Panzer militärisch überholt sind, aus der Zeit gefallen?

Panzer müssen nicht den Weg der Kavallerie im 20. Jahrhundert gehen. Bei großräumigen Operationen – idealerweise im offenen Gelände – sind sie nach wie vor die beste Option. Sie können mit hoher Feuerkraft schnell große Entfernungen zurücklegen.

Ukraine-Krieg führt zur Aufwertung der Waffenschmieden

Der Panther ist nach Herstellerangaben sowohl schnell als auch beweglich und hat eine Reichweite von 500 Kilometern. Das liegt daran, dass er mit 59 Tonnen Gewicht leichter als der Leopard, allerdings schwerer als der russische T-14 ist.

Der Vorteil gegenüber dem russischen Superpanzer ist die Kanone, die ein 130 Millimeter-Kaliber ermöglicht, größer als beim T-14. Zudem ist der Panther vollständig digitalisiert; ein Vorteil, je mehr die Kriegsführung in der Zukunft unbemannt und automatisiert wird.

Panther: Die Typenbezeichnung ist historisch belastet

Ausgelegt ist er für eine dreiköpfige Besatzung, Kommandant, Richtschütze und Fahrer. Vor allem soll er ein gutes Schutzkonzept haben. In der Pressemitteilung heißt es, "das Schnellnebelschutzsystem ROSY entzieht den KF51 Panther der feindlichen Sicht". Der Panther macht sich für das feindliche Radar unsichtbar und kann Geschosse, Drohnen oder Lenkraketen vor dem Eintreffen zerstören.

Der Ukraine-Krieg hat nicht nur dazu geführt, dass die Waffenbranche mit neuen Augen gesehen und aufgewertet – an der Börse: buchstäblich – wird. Vor allem beschert er ihr die Aussicht auf prächtige Geschäftsabschlüsse.

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Schließlich hat der Bundestag ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Truppe genehmigt. Fortan soll überdies die Nato-Vorgabe eingehalten werden, Jahr für Jahr zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Verteidigung auszugeben. Das sind die Milliarden, mit denen Unternehmen wie Rheinmetall spekulieren.

Verabredet ist, dass Deutschland und Frankreich bis 2035 einen neuen Kampfpanzer entwickeln. Rheinmetall kommt den Plänen zuvor, wobei das Unternehmen über den genauen Zeitplan des Panthers und über Preise keine Details genannt hat.

Putins Superpanzer – ein Fall für den Abschleppdienst

Kritik wurde am Namen laut, auch von Militärs. Denn es gab schon mal einen Panther: bei der Wehrmacht. Im Zweiten Weltkrieg kam er gegen Russland zum Einsatz. Die Bundeswehr ist für Rheinmetall sicher der Referenzkunde und der T-14 Armata der Rivale, den es zu übertreffen galt.

Indes wurden aus Kostengründen nur wenige Einheiten in Auftrag gegeben. Experten gehen davon aus, dass es schon wegen fehlender Spezialmaterialien und Komponenten aus dem Westen Probleme bei der Serienproduktion geben wird. Als Putin ihn mal bei einer Parade zum 70. Jahres des Sieges über Hitler-Deutschland präsentieren wollte, blieb der Stolz der russischen Waffentechnologie vor der Tribüne liegen und musste abgeschleppt werden. Um eine Erklärung waren die Russen nicht verlegen. Sie behaupteten einfach, sie hätten das Abschleppen geübt.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.