Kampffahrzeug

Ukraine-Krieg: Russlands berüchtigter Panzer gesichtet

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Charkiw: Ukrainische Armee stößt angeblich bis an russische Grenze vor

Charkiw: Ukrainische Armee stößt angeblich bis an russische Grenze vor

Die ukrainische Armee ist nach eigenen Angaben nahe der Millionenstadt Charkiw bis an die russische Grenze vorgestoßen. Im Donbass gab es dagegen neue Angriffe der russischen Truppen.

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In Luhansk setzt Russland wohl erstmals den sogenannten BMPT Terminator-2 ein, ein Panzerunterstützungsfahrzeug. Was steckt dahinter?

Berlin. Befreiungsschlag oder Akt der Verzweiflung? Die Sichtung einer bestimmten russischen Waffe in der Ukraine sorgt bei Experten für Stirnrunzeln. In den den sozialen Medien verbreiten sich derzeit Videoaufnahmen von Anwohnern aus der Nähe von Sjewjerodonezk in der Region Luhansk. Sie zeigen offenbar Russlands „Super-Panzer“ BMPT, auch „Terminator-2“ genannt.

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Russland schickt Panzerunterstützungsfahrzeug Terminator-2 in die Ukraine

Bei dem Panzer handelt es sich um kein herkömmliches Kampffahrzeug. Der BMPT ist mehr als Unterstützungsfahrzeug gedacht, soll wie der „Terminator“ im Film die eigentlichen Panzer und Waffensysteme von außen schützen. Der Terminator-2 hat einen kleineren Turm als übliche Kampfpanzer, der nur schwach gepanzert ist. Er ist mit einem schweren Maschinengewehr, zwei vollautomatischen Granatwerfern sowie einer 30-Millimeter-Maschinenkanone ausgestattet. Der Terminator-2 kann bis 65 Kilometer pro Stunde zurücklegen – und hat eine Reichweite von 550 Kilometern.

Mit dem Panzerunterstützungsfahrzeug können laut Experten insbesondere Infanterie, befestigte Stellungen und leicht gepanzerte Fahrzeuge attackiert werden – und so im Stellungskampf oder bei Kämpfen in Stadtgebieten eigene Panzer und Truppen geschützt werden. Denn Kampfpanzer können in asymmetrischen Konflikten zu leicht aus dem Hinterhalt angegriffen werden. Diese Erfahrung machte Russland bereits im sowjetisch-afghanischen Krieg.

Terminator-2: Russlands Super-Panzer benötigt fünf Besatzungsmitglieder

Der berüchtigte Panzer wurde zuletzt auf der Parade am 9. Mai 2022 in Moskau vorgeführt. An die Westgrenze Russlands zur Ukraine wurden einige BMPT aber schon vor Wochen verlegt. Bisher kamen sie aber nicht zum Einsatz. Zuletzt verwendete Russland sie zur Unterstützung der Truppen von Syriens Machthaber Assad in dem dortigen Krieg.

Ein Nachteil des Super-Panzers ist, dass die Terminator-2-Modelle eine fünfköpfige Besatzung benötigen: einen Kommandanten, einen Fahrer, zwei Richtschützen und einen Ladeschützen. Inwiefern Russland angesichts der Truppenstärke in der Ukraine die Fahrzeuge überhaupt zum Einsatz bringen kann, ist daher unklar.

Militärexperten teilten die Videoaufnahmen und Fotos des Super-Panzers aus dem Osten der Ukraine seit Montag auf Twitter und bestätigten ihrerseits, dass es sich eindeutig um das Panzerunterstützungsfahrzeug handeln würde.

Einige Sicherheitsexperten interpretieren den Einsatz des Terminator-2 zu diesem Zeitpunkt des Krieges aber als Verzweiflungstat: Dass das russische Militär diesen erst jetzt zur eigenen Verteidigung nutze, könnte darauf hindeuten, dass die Truppen in Luhansk durch Gegenschläge der Ukraine bisher zu stark geschwächt wurden und Schutz für Manöver benötigen. (fmg)

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.