Ukraine-Krieg

Antwort auf Russlands Waffen: USA testen Hyperschallrakete

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Hautkapp
Biden unterzeichnet Gesetz für schnellere Waffenlieferungen an die Ukraine

Biden unterzeichnet Gesetz für schnellere Waffenlieferungen an die Ukraine

US-Präsident Joe Biden hat ein Gesetz unterzeichnet, das schnellere Waffenlieferungen an die Ukraine ermöglichen soll. Die USA würden damit den Kampf der Ukraine unterstützen, "ihr Land und ihre Demokratie gegen Putins brutalen Krieg zu verteidigen", sagte Biden.

Beschreibung anzeigen

Dem US-Militär ist nach Worten der Luftwaffe ein Durchbruch mit Hyperschallraketen gelungen. Russland nutzt die Technologie bereits.

Washington. Im Kräftemessen mit Russland um den Einsatz von auch atomar bestückbaren Raketen, die mit Geschwindigkeiten von 5000 Kilometer pro Stunde und mehr (Hyperschall) ihre Ziele erreichen, hatten die USA bis zuletzt keine Erfolgsmeldungen zu verbuchen.

Während Moskau im Krieg gegen die Ukraine nach eigenen Angaben bereits mehrfach Systeme vom Typ „Kinschal” (Dolch) eingesetzt hat, verliefen Tests mit vergleichbaren „hypersonic weapons” in den USA mehr als durchwachsen: Es gab laut Pentagon mindestens drei Fehlschläge.

Lesen Sie auch: US-Geheiminformation sollen bei Versenkung geholfen haben

US-Militär soll Durchbruch bei Hyperschallwaffen gelungen sein

Am vergangenen Wochenende ist dem US-Militär nach Worten der Luftwaffe nun ein Durchbruch gelungen. Vor der Küste Kaliforniens wurde ein Prototyp des mit fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegenden Waffen-Systems „AGM-183A Rapid Response Weapon” (ARRW) getestet – und das offenbar erfolgreich. „Das war eine bedeutsame Leistung, wir haben Geschichte gemacht”, sagte der zuständige Brigade-General Heath Collins.

Er nannte aber weder nachprüfbare Details über Flughöhe und Flugdauer. Noch wurde ausgeführt, ob die komplette Waffe getestet wurde. Dazu gehört ein Startbeschleuniger (rocket booster) und ein antriebsloser Gleiter, der den jeweiligen Sprengsatz mit bis zu fünffacher Schallgeschwindigkeit ins Ziel lenkt. Berichtet wurde offiziell lediglich, dass das Waffensystem durch einen Langstreckenbomber vom Typ Boeing B-52H transportiert und danach ausgesetzt worden sei.

Ukraine-Krise - Alle News zum Konflikt

Es soll an drei „hypersonic”-Systemen gearbeitet werden

Dass die USA Stand heute noch nicht in der Lage sind, Waffen wie der russischen „Kinschal”, die angeblich bis zu zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen kann, etwas entgegen zu setzen, wird aus den offiziellen Erklärungen erkennbar. Dort heißt es: „Wir tun alles, was wir können, um diese bahnbrechende Waffe so schnell wie möglich für den Kampfeinsatz bereitzustellen.” Aus US-Militärkreisen ist zu hören, dass an drei verschiedenen „hypersonic”-Systemen gearbeitet wird.

Für das kommende Haushaltsjahr hat das Pentagon für ein einzelnes ARRW-System, das vom Hersteller Lockheed-Martin kommt, rund 47 Millionen Dollar beantragt.

Lesen Sie auch: Ukraine-Krieg: Putin setzt neue Waffen ein – Warnung an Nato?

Auch Deutschland soll an Hyperschallwaffen forschen

Hyperschall-Waffen gelten als bahnbrechende Neuerung, da sie bei extremer Geschwindigkeit Höhe und Richtung ändern können und damit für gegnerische Luftabwehrsysteme schwer zu neutralisieren sind. „Sie verkürzen radikal die Reaktionszeit des angegriffenen Akteurs”, sagen Militär-Experten.

Zum Vergleich: Konventionelle Marschflugkörper vom Typ Tomahawk fliegen nur mit einer Geschwindigkeit von rund 900 Kilometern pro Stunde. Neben Russland und USA arbeiten nach Nato-Angaben auch Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und Indien an der Forschung mit Hyperschallwaffen.

Lesen Sie auch: Bundeswehr: So will Deutschland 100 Milliarden investieren

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de.