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Ukraine-Krieg: Erstes Treffen der Außenminister ohne Erfolg

| Lesedauer: 94 Minuten
Kriegsflüchtlinge in Moldawien – besondere Hilfe für Kinder

Kriegsflüchtlinge in Moldawien – besondere Hilfe für Kinder

Millionen Menschen verlassen die Ukraine und sind auf der Flucht. Zahlreiche fliehen nach Moldawien. FUNKE-Reporter Jan Jessen ist vor Ort und spricht mit freiwilligen Ersthelfern.

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Die Außenminister Russlands und der Ukraine trafen sich in der Türkei. Die russiche Armee rückt näher an Kiew heran. Mehr im Ukraine-Blog.

  • Die USA befürchten einen Angriff Russlands mit chemischen oder biologischen Waffen
  • Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nun auch die Verbindung zum größten europäischen Atomkraftwerk verloren
  • In der heftig umkämpften Stadt Mariupol sind wohl in kurzer Zeit tausende Zivilisten getötet worden
  • Über Fluchtkorridore konnten nach ukrainischen Angaben etwa 48.000 Ukrainer aus dem Kriegsgebiet entkommen
  • Die russische Armee ist bis auf 15 Kilometer an Kiew herangerückt
  • Dieser Blog ist geschlossen. Aktuelle News zum Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen Blog.

Berlin/Kiew/Moskau. Das Treffen der Außenminister von Russland und der Ukraine hat keine entscheidenden Fortschritte gebracht. Als Bedingung für eine Einstellung der Gefechte fordert Russland, dass sich die Ukraine in ihrer Verfassung für neutral erklärt. Zudem müsse Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch sowie die Separatistengebiete als unabhängig anerkennen. Die Ukraine lehnt das bisher zwar in weiten Teilen ab, Präsident Wolodymir Selenskyj hat aber eine gewisse Kompromissbereitschaft angedeutet.

In der Nacht zum Donnerstag dauerten die Kämpfe in der Ukraine an. Das Land meldete Beschuss auf mehrere Großstädte, in der Hauptstadt Kiew gab es Fliegeralarm. Für den Vormittag ist ein neuer Versuch geplant, bei einer regionalen Feuerpause Menschen aus umkämpften Städten zu retten.

In der südukrainischen Hafenstadt Mariupol löste am Mittwoch ein Angriff auf eine Geburtsklinik Entsetzen aus – auch bei UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der ein Ende der "sinnlosen Gewalt" forderte.

News zur Ukraine-Krise von Donnerstag, 10. März: Prinz William nach Aussage zum Ukraine-Krieg in der Kritik

13.44 Uhr: Prinz William (39) hat sich in London mit einer Äußerung zur Betroffenheit der Briten über den Krieg in der Ukraine Kritik eingehandelt. Beim Besuch einer Organisation, die Hilfsgüter in das osteuropäische Land schickt, sagte er der Nachrichtenagentur PA zufolge am Mittwoch, seine Landsleute seien eher daran gewöhnt, kriegerische Auseinandersetzungen in Afrika und Asien zu sehen. Er fügte hinzu: "Es ist sehr fremd, das in Europa zu sehen."

Einige prominente Twitter-Nutzer zeigten sich empört. Sie legten dem Royal die Äußerung als Relativierung von Leid in anderen Teilen der Welt aus und warfen ihm Ignoranz gegenüber der eigenen Geschichte vor. Nicht zuletzt wegen des erst vor knapp einem Vierteljahrhundert beigelegten, aber noch immer schwelenden Nordirlandkonflikts.

Bundespräsident: Demokratie kann ohne Pressefreiheit nicht überleben

13.11 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der jüngsten drastischen Einschränkungen für Medien in Russland dazu aufgefordert, die Pressefreiheit zu verteidigen. „Wer das Licht der Information aussperren muss, der braucht offenbar Finsternis für das, was er tut. Berichterstattung zu verbieten, ist aus meiner Sicht ein Zeichen von Schwäche“, sagte Steinmeier am Donnerstag in Mainz bei der Verabschiedung des scheidenden ZDF-Intendanten Thomas Bellut.

Die Pressefreiheit sei ein hart erkämpfter und immer noch umkämpfter Wert. "Ohne sie können Demokratien nicht überleben, mit ihr können Autokratien auf Dauer nicht überleben", sagte Steinmeier. Journalismus sei oft lebensgefährlich. "Aber Journalismus ist eben auch überlebenswichtig, und zwar für uns alle, für die liberale Demokratie. Deshalb danke ich Ihnen für Ihre mutige Arbeit."

Scholz und Macron betonen Rolle ukrainisch-russischer Verhandlungen

13.02 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron haben die Bedeutung von Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine betont. Jegliche Lösung der Krise müsse in Gesprächen zwischen den beiden Ländern gefunden werden, sagten die beiden nach Angaben des Élyséepalasts in einem etwa einstündigen Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstagmorgen. Scholz und Macron forderten demnach von Russland erneut eine sofortige Waffenruhe.

Am Donnerstag fand im türkischen Antalya der erste hochrangige Verhandlungsversuch zwischen dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow statt. Das Treffen brachte jedoch keine wesentlichen Fortschritte.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Lawrow wirft USA Betrieb von Labors für Biowaffen in Ukraine vor

12.45 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den USA vorgeworfen, heimlich in der Ukraine Laboratorien für die Entwicklung von biologischen Waffen betrieben zu haben. Moskau habe Washington schriftlich aufgefordert, seine Experimente in den Biolaboratorien in der Ukraine zu erklären, sagte Lawrow am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba in Antalya. Lawrow warf den USA vor, unter größter Geheimhaltung an der Entwicklung von biologischen Waffen gearbeitet zu haben.

Kritik aus dem Westen, dass es dafür keine Belege gebe, wies Lawrow zurück. "Das ist nicht verwunderlich", sagte Lawrow. Niemand habe bisher davon gewusst, weil es sich um ein geheimes Programm handele. Das russische Verteidigungsministerium hatte dazu bereits Dokumente veröffentlicht, die das Programm beweisen sollen, und kündigte weitere Belege an.

Finnischer Präsident Niinistö will am Freitag mit Putin sprechen

12.32 Uhr: Finnlands Präsident Sauli Niinistö will am Freitag mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin telefonieren. Worüber er mit dem Kremlchef sprechen will, ließ der Finne nach Angaben des Rundfunksenders Yle am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Helsinki zunächst offen. "Das weiß ich nicht einmal selbst", sagte Niinistö, der manchmal als eine Art Putin-Versteher beschrieben wird.

Finnland ist das EU-Land mit der längsten gemeinsamen Grenze mit Russland. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine diskutieren die Finnen ebenso wie die benachbarten Schweden erneut über einen möglichen Beitritt zur Nato - beide Länder sind keine offiziellen Mitglieder des Militärbündnisses, aber enge Partner der Allianz.

Großbritannien verhängt Sanktionen gegen russische Superreiche

12.25 Uhr: Als Antwort auf Moskaus Invasion in die Ukraine hat die britische Regierung hat am Donnerstag weitere Sanktionen gegen russische Superreiche und Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin verhängt. Wie das Außenministerium in London mitteilte, sollen die Vermögen von sieben russischen Oligarchen in Großbritannien eingefroren werden. Zudem soll ein Einreiseverbot gegen die Betroffenen verhängt werden.

Zu den Sanktionierten gehören der Inhaber des Fußballerstligisten FC Chelsea Roman Abramowitsch, der Putin-Vertraute und Rosneft-Geschäftsführer Igor Setschin, der Vorsitzende der VTB Bank Andrej Kostin, Gazprom-Chef Alexej Miller, Transneft-Chef Nikolaj Tokarew und der Vorstandsvorsitzende der Bank Rossija Dimitrij Lebedew. Mehrere der Genannten finden sich auch auf einer Sanktionsliste der EU. Gegen Abramowitsch wurden von der EU bisher aber noch keine Sanktionen verhängt.

Russlands Wirtschaft von Sanktionen stark getroffen

11.56 Uhr: Russland hat eingeräumt, dass seine Wirtschaft wegen der westlichen Sanktionen schwer getroffen ist. "Unsere Wirtschaft hat einen Schock erlitten und das hat negative Konsequenzen, die wir minimieren werden", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Es sei ein absolut beispielloser Wirtschaftskrieg gegen Russland. "Es ist daher schwer, irgendwelche Prognosen abzugeben."

Selenskyj erlaubt Zivilisten Schusswaffengebrauch

11.43 Uhr: In der Ukraine ist Zivilisten der Gebrauch von Waffen zur Abwehr des russischen Angriffs erlaubt worden. Das Gesetz trat bereits am Montag in Kraft, wie ukrainische Medien berichteten. Auch legal im Land lebende Ausländer und Staatenlose können demnach Waffen erhalten und diese gegen russische Soldaten einsetzen. Die Waffenausgabe werde vom Innenministerium geregelt. Dem Gesetz zufolge sollen ausgegebene Waffen und Munitionsvorräte spätestens zehn Tage nach dem Ende des derzeit geltenden Kriegsrechts wieder abgegeben werden.

Ukraine: Erstes Treffen der Außenminister ohne Erfolg

11.10 Uhr: Das Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine ist vorbei. Der ukrainische Außenminister Kulebal bezeichnete das Gespräch als "einfach und schwierig zugleich." "Ich wollte hier Vereinbarungen erreichen für die Einrichtung humanitärer Korridore aus der Stadt Mariupol", so Kulebal. Lawrow habe diese nicht zusagen können, wollte aber in der Heimat darüber sprechen.

Die Ukraine habe eine 24-stündige Waffenpause vorgeschlagen. "Wir haben keinen Fortschritt in dieser Frage erzielt." Kulebal sei bereit, sich erneut mit Lawrow zu treffen, "wenn es ernstzunehmende Vorschläge gibt." Lawrow erklärte nach dem Treffen, er habe auf die bereits vorgelegten Vorschläge seines Landes verwiesen. Man wolle dazu eine Antwort haben. Der Militäreinsatz seines Landes in der Ukraine verlaufe nach Plan. Lesen Sie dazu: Ukraine-Krieg – Können Verhandlungen Putin überhaupt stoppen?

Belarus schickt Experten nachTschernobyl

10.54 Uhr: Der belarusische Präsident Alexander Lukaschenko schickt Experten zum ukrainischen AKW Tschernobyl, um dessen Stromversorgung sicherzustellen. Das meldete die belarusische Nachrichtenagentur Belta. Die Ukraine hatte am Mittwoch erklärt, wegen der gekappten Stromleitung zwischen Kiew und dem AKW bestehe die Gefahr, dass die Brennelemente nicht mehr gekühlt werden und Radioaktivität austreten könnte.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA erklärte, der Stromausfall habe keine kritischen Folgen für die Sicherheit. Um die Sicherheit der AKW in der Ukraine zu thematisieren, ist IAEA-Chef Rafael Grossi ins türkische Antalya gereist, wo die Außenminister der Ukraine und Russlands beraten. Lesen Sie dazu: So groß ist die Sorge um die Atomkraftwerke in der Ukraine

Treffen zwischen Lawrow und Kuleba in Türkei hat begonnen

10.32 Uhr: Das Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba in der Türkei hat begonnen. Das teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, Reportern mit.

Fotos, die Sacharowa verbreitet, zeigen die beiden Außenminister, wie sie sich einander gegenübersitzen. Die Begegnung wurde vom türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu vermittelt. Die Türkei, die Nato-Mitglied ist, unterhält gute Beziehungen zu beiden Kriegsparteien und hat sich wiederholt als Vermittler angeboten.

Drei Tote bei Angriff auf Geburtsklinik in Ukraine

10.23 Uhr: Bei dem mutmaßlich russischen Angriff auf eine Geburtsklinik im ukrainischen Mariupol sind nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sei auch ein Kind, sagte Vize-Bürgermeister Sergej Orlow dem britischen Sender BBC. Ukrainische Behörden hatten zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff seien 17 Menschen verletzt worden, darunter auch Schwangere.

Die Ukraine macht Russland für den Angriff verantwortlich. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter ein Video, das völlig verwüstete Räume der Klinik zeigen soll. Demnach müssen eines oder mehrere Geschosse oder Bomben im Hof des Klinikkomplexes eingeschlagen sein.

Russland weist den Vorwurf der Ukraine zurück, seine Truppen hätten ein Kinderkrankenhaus in Mariupol bombardiert. "Das ist Informationsterrorismus", sagt die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa.

2900 militärische Einrichtungen in Ukraine zerstört

9.47 Uhr: Die russischen Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bislang 2911 Einrichtungen der militärischen Infrastruktur in der Ukraine zerstört. Die russische Armee habe auch die Kontrolle über einige Viertel in der belagerten Stadt Mariupol übernommen, sagte der Sprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Russland hat wiederholt erklärt, in seinem von ihm so genannten militärischen Sondereinsatz ausschließlich militärische Ziele anzugreifen. Vorwürfe, auch zivile Ziele wie Krankenhäuser und Schulen seien getroffen worden, weist die russische Führung zurück.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Lawrow und Kuleba in der Türkei eingetroffen

9.23 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist zu Gesprächen mit seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba in der Türkei eingetroffen. Am Morgen traf er in Antalya zunächst den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa veröffentlichte im Nachrichtenkanal Telegram Fotos davon.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba ist ebenfalls in der Türkei angekommen. Das berichtet das ukrainische Fernsehen. Es sind die ersten offiziellen Gespräche auf Regierungsebene zwischen den beiden Kriegsparteien seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar. Die Türkei, die zu beiden Ländern gute Beziehungen unterhält, hat sich wiederholt als Vermittler angeboten.

Ukraine will heute sieben Fluchtkorridore öffnen

9.07 Uhr: Die Ukraine will heute sieben Fluchtkorridore öffnen, um Zivilisten vor den Angriffen russischer Truppen in Sicherheit zu bringen. Diese sollen auch Mariupol abdecken. Das teilte die Vizepräsidentin des Landes, Iryna Vereshchuk, mit. Am Morgen wurden nach Behördenangaben bereits weitere Menschen aus der nordöstlich gelegenen Stadt Sumy in Sicherheit gebracht.

IAEA verliert Verbindung zu Europas größtem Atomkraftwerk

8.42 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach Tschernobyl auch die Verbindung zum größten europäischen Atomkraftwerk in der Ukraine, Saporischschja, verloren. IAEA-Chef Rafael Grossi teilte mit, dass die Datenverbindung zu den Überwachungsgeräten in Saporischschja ausgefallen sei.

Russische Truppen hatten Saporischschja vergangene Woche angegriffen und eingenommen. Dabei wurde ein Brand auf dem Kraftwerksgelände ausgelöst. Der Grund für den Verbindungsabbruch sei noch unklar, erklärte die Behörde weiter. Zuvor hatte die IAEA gewarnt, dass sie die Verbindung zu den Überwachungssystemen in der ebenfalls von russischen Truppen eroberten Atomruine von Tschernobyl verloren habe. Der Verbindungsverlust zu den beiden Atomstandorten sei besorgniserregend.

Mittelstand warnt vor Firmenpleiten wegen Spritpreisen

8.33 Uhr: Der Spritpreis steigt durch den Ukraine-Krieg rasant. Das belastet viele Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Unternehmen. Der Mittelstandsverband warnt deshalb nun vor Firmenpleiten aufgrund der hohen Spritpreise.

Baerbock in Sarajevo: "Region nicht dem Einfluss Moskaus überlassen"

8.20 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock ist zum Auftakt ihrer zweitägigen Westbalkanreise in Bosnien-Herzegowina mit ihrer Amtskollegin Bisera Turkovic zusammengekommen. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wolle sie mit ihrem Besuch in Sarajevo sowie im Kosovo und in Serbien auch deutlich machen, "dass wir diese Region im Herzen Europas nicht dem Einfluss Moskaus überlassen werden", kündigte Baerbock vor ihrem Abflug an.

Baerbock verlangte ein stärkeres europäisches Engagement für die Länder auf dem Balkan. "Der russische Angriff auf die Ukraine ist eine Zäsur, die eindringlich zeigt: Europa muss bereit sein, strategisch in seine langfristige Sicherheit zu investieren." Viele Länder des westlichen Balkan "haben wir in den letzten Jahren enttäuscht und vernachlässigt", räumte sie ein. "In diese offene Flanke drängen Akteure wie Russland hinein, die kein Interesse an einer europäischen Zukunft haben und nicht davor zurückschrecken, ungelöste Konflikte wieder zu schüren."

Kommt jetzt eine große Hungersnot?

8.18 Uhr: Der Krieg in der Ukraine wirkt sich auch auf die weltweite Versorgung mit Getreide aus. Sollten die Lieferungen aus Russland und der Ukraine ins Stocken geraten, droht vor allem ärmeren Ländern eine Verschärfung der Hungersnot. Alle wichtigen Fragen und Antworten dazu gibt unsere Redaktion: Ukraine-Konflikt – Kommt jetzt eine große Hungersnot?

Russland kommt bei Einkesselung Kiews voran

8.08 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben des ukrainischen Generalstabs ihre "offensive Operation" zur Einkesselung der Hauptstadt Kiew fortgesetzt. Dem Lagebericht zufolge gab es auch in den Städten Petrowsk (Norden) Isjum, Hruschuwakha (beide im Osten), Sumy, Ochtyrka (beide im Nordosten) sowie in den Regionen Donezk und Saporischschja (Südosten) neue Angriffe.

Binnen weniger Tage hat sich die Frontlinie rund um die ukrainische Hauptstadt deutlich verschoben: Stand die russische Armee vor fünf Tagen noch rund hundert Kilometer nordöstlich von Kiew entfernt, näherten sie sich am Mittwoch der an Kiew grenzenden Stadt Browary, wie AFP-Reporter berichteten.

Deutsche Kämpfer im Krieg gegen Putin

8.02 Uhr: Hunderte Deutsche sollen an der Seite der Ukraine kämpfen. Idealisten, Abenteurer, Söldner, blutige Anfänger wie erfahrene Soldaten. Schon ist von einer "Fremdenlegion" die Rede. Die Meldungen gehen auf ukrainische Regierungskreise zurück. Die haben ein Interesse daran, den Krieg mit Russland zu internationalisieren. Verifizieren lassen sich die Meldungen nicht, auch nicht bei Geheimdiensten. Lesen Sie mehr: Fremdenlegion – Deutsche Kämpfer im Krieg gegen Putin

USA warnen vor Einsatz von Massenvernichtungswaffen

7.42 Uhr: Die US-Regierung warnt in klaren Worten vor einer neuen Eskalationsstufe im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Am Mittwochabend äußerte sich die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, über einem möglichen russischen Einsatz chemischer oder biologischer Waffen. Moskau wolle mit der Verbreitung von Falschinformationen den Weg dafür bereiten, den ungerechtfertigten Angriffskrieg in der Ukraine weiter zu eskalieren, schrieb sie bei Twitter.

Russland folge dabei einem klaren Verhaltensmuster – entweder um selbst Massenvernichtungswaffen einzusetzen, oder um einen Angriff durch die Ukrainer vorzutäuschen. Dies solle eine Rechtfertigung für die Fortsetzung des Kriegs konstruieren, so Psaki weiter. Warnungen von derart hoher Stelle sind oft auch taktisch darauf ausgelegt, die Gegenseite von den beschriebenen Plänen abzubringen.

"Maischberger": Was plant der "wirrköpfige Mann in Moskau"?

7.30 Uhr: Ist der Kurs der Bundesregierung angesichts Putins Krieg in der Ukraine richtig? In der Talkshow von Sandra Maischberger drehte sich gestern Abend alles um diese Frage. Lesen Sie hier: "Maischberger" – Was plant der "wirrköpfige Mann in Moskau"?

Entwicklungsministerium warnt vor Zuspitzung in Moldawien

7.10 Uhr: Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine und stark steigender Flüchtlingszahlen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Niels Annen, vor einer dramatischen Zuspitzung der Lage im ukrainischen Nachbarstaat Republik Moldau gewarnt. "Ein möglicher militärischer Fall der in der Nähe der Grenze liegenden ukrainischen Stadt Odessa könnte zu einer nur noch schwer zu kontrollierenden Situation führen", sagte der SPD-Politiker unserer Redaktion.

"Zudem wächst die Nervosität, möglicherweise bald selbst Opfer der russischen Politik werden zu können." Schon heute seien in der Region Transnistrien russische Truppen stationiert, so Annen. Der Staatssekretär war in den vergangenen Tagen selbst in die Republik Moldau gereist, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

Annen hob hervor: "Die Lage der Republik Moldau ist dramatisch. Schon vor dem Ausbruch des Krieges hatte die pro-westliche Regierung von Präsidentin Sandu mit den ökonomischen Folgen der Pandemie und steigender Gaspreise zu kämpfen. Seit dem Beginn des Krieges kommen nun zusätzliche Lasten durch Flüchtlinge aus der Ukraine hinzu." Die Republik Moldau sei ein "langjähriger Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit". Annen hob hervor, dass Deutschland die Regierung in der Hauptstadt Chisinau "noch stärker unterstütze" müsse. Lesen Sie dazu: Im Visier von Russland – Die Angst der Moldawier vor einem Angriff

US-Repräsentantenhaus beschließt Importstopp von russischem Öl

6.40 Uhr: Mit klarer Mehrheit hat das US-Repräsentantenhaus einen Importstopp von russischem Öl beschlossen. Die Abgeordneten verabschiedeten die Vorlage mit 414 zu 17 Stimmen. Der Entwurf ging noch über den Vorschlag von US-Präsident Joe Biden hinaus und regt an, Russlands Status in der Welthandelsorganisation zu prüfen, und signalisiert die Unterstützung der USA für Sanktionen gegen russische Vertreter wegen Menschenrechtsverletzungen. Als nächstes muss der Senat über die Vorlage entscheiden.

Biden spricht vor Vermittlungsgesprächen mit Erdogan

5.41 Uhr: US-Präsident Biden will nach Angaben des US-Präsidialamts am heutigen Donnerstag mit dem türkischen Präsidenten Erdogan über die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg telefonieren. Erdogan hatte angeboten, als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland zu fungieren. Ein erstes Treffen auf Regierungsebene seit Ausbruch der Kämpfe ist nach türkischen und russischen Angaben zwischen den Außenministern aus Kiew und Moskau, Dmytro Kuleba und Sergej Lawrow, für heute in Antalya angesetzt.

Selenskyj fordert noch härtere Sanktionen gegen Russland

2.11 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj hat nach dem russischen Angriff auf eine Entbindungsklinik in der Stadt Mariupol noch härtere Sanktionen des Westens gefordert. "Es findet ein Völkermord an Ukrainern statt", sagte er in einer Videobotschaft am späten Abend. Wenn die westlichen Staaten ihren Kurs gegen Moskau verschärften, hätte es "nicht mehr länger die Möglichkeit, den Völkermord fortzusetzen". Er sagte, 35.000 Menschen seien über humanitäre Korridore in den Westen der Ukraine geflohen.

Bei dem Angriff auf die Klinik in Mariupol seien 17 Menschen verletzt worden, darunter schwangere Frauen. Einmal mehr forderte der ukrainische Präsident eine Flugverbotszone über der Ukraine. Die NATO-Staaten haben einen solchen Schritt allerdings abgelehnt, aus Sorge, dass sie dadurch in den Krieg hineingezogen werden könnten.

USA verlegen "Patriot"-Raketen von Deutschland nach Polen

1.39 Uhr: Die USA haben angesichts des Kriegs in der Ukraine vorsorglich zwei "Patriot"-Raketen von Deutschland nach Polen verlegt. Die "Patriot"-Raketenbatterien seien in Polen positioniert worden, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter. "Wir werden nicht darüber sprechen, wo sie stationiert sind, und wir werden auch nicht über ihren Einsatzstatus sprechen."

Pentagon-Sprecher John Kirby betonte, dass die Verlegung nicht durch ein bestimmtes Ereignis oder eine bestimmte Handlung seitens der Russen ausgelöst worden sei. Aber angesichts des Kriegs in der Ukraine – Polens Nachbarland – seien die "Patriots""am besten geeignet, Nato-Gebiet zu verteidigen. "Patriots" können Flugzeuge, Hubschrauber und Raketen auch in großer Höhe ausschalten.

Rund 48.000 Menschen evakuiert

0.13 Uhr: Rund 48.000 Ukrainer sind über Fluchtkorridore evakuiert worden, berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den stellvertretenden Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko. Demnach haben 43.000 Menschen Sumy verlassen, 3500 die Kiewer Region und 1000 Menschen Energodar.

News zur Ukraine-Krise von Mittwoch, 9. März: Stadtverwaltung: 1207 zivile Tote binnen neun Tagen in belagerter Stadt Mariupol

22.47 Uhr: In der von russischen Streitkräften belagerten südukrainischen Hafenstadt Mariupol sind nach Angaben der örtlichen Behörden in den vergangenen neun Tagen mehr als 1200 Zivilisten gestorben. "1207 friedliche Bewohner von Mariupol" seien während der "Blockade" der Stadt gestorben, hieß es in einem am Mittwoch auf dem offiziellen Telegram-Kanal der Stadtverwaltung veröffentlichten Beitrag. Zuvor hatten die Behörden der Stadt die Zerstörung eines Kinderkrankenhauses durch russischen Beschuss gemeldet. Bilder aus der Stadt zeigen die Einwohner, wie sie Leichen in Massengräbern begraben, da eine richtige Beerdigung nicht mehr möglich sein soll.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Energiepreise: Mittelstand warnt vor Arbeitsplatzverlusten

22.41 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fürchtet im Zuge der hohen Energiepreise Unternehmenspleiten und Arbeitsplatzverluste. "Es ist mehr als ein Hilfeschrei: Die Energiepreise haben sich für viele Unternehmerinnen und Unternehmer zu einer existenziellen Frage entwickelt", sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger dieser Redaktion. Benzinpreise über 2 Euro pro Liter und eine Verdopplung der Gaspreise seien nicht mehr tragbar.

"Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt wird, werden wir viele Unternehmen und damit viele Arbeitsplätze verlieren", warnte Jerger. Es sei "unhaltbar", dass der Staat von den gestiegenen Preisen noch profitiere, führte der Unternehmerverbandschef aus. Jerger sprach sich für eine Absenkung der Stromsteuer auf das von der EU vorgegebene Mindestniveau und eine Reform der Pendlerpauschale aus.

US-Regierung erteilt Polens Vorschlag für MiG-29-Kampfjets Absage

22.21 Uhr: Die US-Regierung hat einen Vorschlag Polens zur Überlassung von MiG-29-Kampfjets an die Ukraine mit einem Zwischenstopp auf einem US-Stützpunkt in Deutschland endgültig eine Absage erteilt. Das Vorhaben könnte "zu einer erheblichen russischen Reaktion führen, die die Aussichten auf eine militärische Eskalation mit der Nato erhöhen könnte", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch in Washington. Man habe daher auch kein Interesse, die Kampfjets in US-Gewahrsam zu haben. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin habe sich aber bei Polen für die Bereitschaft bedankt, nach Wegen zu suchen, die Ukraine zu unterstützen.