Konflikt

Kasachstan: Präsident erteilte der Polizei Schießbefehl

Michael Backfisch
Krise in Kasachstan: Worum geht es?

Krise in Kasachstan- Worum geht es?

Im zentralasiatischen Kasachstan finden die heftigsten Proteste seit Jahren statt. Ausgangspunkt der Proteste war die Erhöhung der Gaspreise. Doch in der aktuellen Krise geht es nicht allein um Energieversorgung. AFP erklärt die Hintergründe.

Beschreibung anzeigen

"Ohne Vorwarnung": Bei den Protesten in Kasachstan sollten Polizisten auf Demonstranten schießen. Das teilte der Präsident jetzt mit.

Nur-Sultan. Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat Polizisten den Befehl erteilt, auf Demonstranten bei den Protesten im Land zu schießen. "Ich habe den Sicherheitskräften und der Armee den Befehl gegeben, ohne Vorwarnung das Feuer zu eröffnen", sagte Tokajew am Freitag in einer Fernsehansprache. Aus dem Ausland kämen Aufrufe zu einer friedlichen Lösung der Krise. "Welch eine Dummheit! Was für Verhandlungen kann es mit Verbrechern und Mördern geben?", so Tokajew."

Er behauptete, 20.000 "Banditen" hätten die Millionenstadt Almaty im Südosten des zentralasiatischen Landes angegriffen. Dort waren die Unruhen und Ausschreitungen in den vergangenen Tagen besonders heftig gewesen. Tokajew bezeichnete die Demonstranten als "Terroristen". Sie seien "aus dem Ausland gesteuert". Auch interessant: Gewalt in Kasachstan - Russland verlegt erste Truppen

Kasachstan: Russische Soldaten greifen in den Konflikt ein

Unterdessen greifen russische Soldaten immer stärker in das Geschehen ein. Sie hätten den Flughafen in der von Unruhen schwer erschütterten Millionenstadt Almaty "unter Kontrolle" gebracht, hieß es am Freitag aus Moskau. Die Soldaten hätten unmittelbar nach ihrer Ankunft damit begonnen, "die ihnen übertragenen Aufgaben zu erfüllen", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Man sei gemeinsam mit kasachischen Sicherheitskräften am Flughafen vorgegangen. Der Airport der Millionenstadt war zeitweise von Demonstranten besetzt gewesen. Lesen Sie hier: Chaos in Kasachstan - Putin schickt Fallschirmjäger

Präsident Tokajew hatte angesichts massenhafter Proteste ein von Russland dominiertes Militärbündnis um Unterstützung gebeten. Noch am Donnerstag hatten die Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit Soldaten entsandt, darunter russische Fallschirmjäger. Die Organisation sprach von insgesamt etwa 2500 Soldaten.

(mja/dpa/afp)