Sozialleistung

Kindergeld-Höhe 2022: So viel bekommen Eltern ausgezahlt

| Lesedauer: 5 Minuten
Rebecca Baden
Kindergeld: Wann haben Kinder selbst Anspruch?

Kindergeld: Wann haben Kinder selbst Anspruch?

Das staatliche Kindergeld erhalten in der Regel die Eltern oder Pflegepersonen eines Kindes. Aber auch Kinder selbst haben die Möglichkeit das Kindergeld direkt zu beantragen.

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Eltern bekommen für ein Kind 219 Euro Kindergeld. Doch es gibt Ausnahmen, etwa bei Geschwistern. Wir zeigen, wann es mehr Geld gibt.

Berlin. 
  • Je nachdem wie viele Kinder eine Familie hat, gibt es in Deutschland unterschiedlich viel Kindergeld
  • Dabei verändert sich auch der Betrag, der pro Kind ausgezahlt wird
  • Welche Höhe hat das Kindergeld 2022 und durch welche Faktoren kann es sich erhöhen?

Das Kindergeld für ein Kind bekommt in Deutschland immer nur eine Person. Das kann ein Elternteil sein, ein Großelternteil, oder eine andere erziehungsberechtigte Person – in Ausnahmefällen sogar das Kind selbst. Allein die Höhe des monatlichen Betrages ist bis auf einige Grundregeln nicht immer gleich.

Wie viel Kindergeld eine Familie erhält, hängt zuletzt vor allem von der Anzahl der Kinder ab. Doch auch hier gibt es bestimmte Voraussetzungen, etwa wenn ein Elternteil ein Kind aus einer vorherigen Beziehung hat oder wenn ein Kind in einem anderen Haushalt lebt. Und: Familien mit niedrigem Einkommen und hohen Wohnkosten können sogar Anträge für besondere Zuschläge stellen.

Wie hoch das Kindergeld in unterschiedlichen Szenarien ausfallen kann, erklären wir hier.

Wie hoch ist das Kindergeld pro Kind?

Mindestens 219 Euro Kindergeld kann eine Person für ein Kind im Monat bekommen. Die Staffelung der Familienkasse steigt allerdings bei mehr Kindern: Während auch für das zweite Kind grundsätzlich 219 Euro Kindergeld im Monat anfallen, sind es beim dritten schon 225 Euro. Ab dem vierten Kind bekommt der oder die Kindergeldberechtigte seit dem 1. Januar 2021 sogar 250 Euro monatlich. Dieser Betrag bleibt für alle darauf folgenden Kinder – also das fünfte, sechste, siebte, und so weiter – gleich.

Die Reihenfolge der Kinder richtet sich nach dem Zeitpunkt ihrer jeweiligen Geburt. Wenn ein Kind so alt wird oder ist, dass es keinen Anspruch auf Kindergeld mehr hat, rückt das nächstjüngste Kind in der Reihenfolge nach.

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Ein Beispiel:

  • Eine kindergeldberechtigte Person hat drei Kinder und bekommt für diese nach entsprechenden Kindergeldanträgen für die ersten beiden jeweils 219 Euro und für das dritte Kind 225 Euro monatlich.
  • Nach einigen Jahren hat das erste Kind keinen Anspruch auf Kindergeld mehr, die 219 Euro fallen weg.
  • Die kindergeldberechtigte Person hat folglich nur noch zwei Kinder in der Kindergeld-Reihenfolge und bekommt für diese jeweils 219 Euro im Monat.

Werden Kinder mitgezählt, wenn sie woanders wohnen?

Den Anspruch auf Kindergeld bekommen Berechtigte in der Regel nur für Kinder, die in ihrem Haushalt leben. Dennoch werden bei der Reihenfolge auch eigene Kinder berücksichtigt, die nicht im Haushalt leben und für die eine andere Person bereits das Kindergeld bekommt. Eigene Kinder, die in einem anderen Haushalt leben, werden Zählkinder genannt. Dadurch kann sich der Kindergeld-Betrag bei mehreren Kindern erhöhen.

An einem Beispiel würde das so aussehen: Eine Frau hat insgesamt vier eigene Kinder. Zwei davon leben bei ihrem früheren Partner, er erhält auch das Kindergeld. Die jüngeren beiden Kinder der Frau leben bei ihr und ihrem neuen Partner, der auch der Vater der Kinder ist. Würde der neue Partner das Kindergeld für seine zwei Kinder mit der Frau beantragen, wären das gemäß der Auflistung weiter oben 219 Euro monatlich je Kind.

Da die Frau aber noch zwei Zählkinder hat, die nicht bei ihr leben, rücken ihre beiden jüngeren Kinder an Stelle Drei und Vier. Entsprechend würde sie für Kind Drei 225 Euro monatlich bekommen, für Kind Vier sogar 250 Euro. Diese Zählfolge gilt allerdings nur, solange für jedes der vier Kinder Anspruch auf Kindergeld besteht.

Kindergeld: Was ist der Kinderzuschlag und wer bekommt ihn?

Manchmal haben Kindergeldberechtigte mit einem sehr geringen Einkommen oder sehr hohen Wohnkosten das Recht auf einen Kinderzuschlag zusätzlich zum regulären Kindergeld. Dafür müssen sie jedoch einen besonderen Antrag ausfüllen und einschicken. Der Kinderzuschlag ist auf höchstens sechs Monate begrenzt, kann aber mehrfach beantragt werden. Wie hoch er ist, hängt von dem Einkommen und bestehenden Vermögen des Haushalts ab, höchstens sind es aber 205 Euro monatlich pro Kind.

Kindergeld beantragen: Die wichtigsten Infos
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Beziehende müssen der Familienkasse aber unbedingt mitteilen, wenn sie den Zuschlag erhalten. Dafür haben sie auch in anderen Lebensbereichen Unterstützung: Sie können sich etwa von den Kita-Gebühren befreien lassen oder erhalten ein Schulbedarfspaket in Höhe von 154,50 Euro je Schuljahr.


Ob einer Familie ein Kinderzuschlag zusteht und wie hoch dieser ausfallen würde, können Kindergeldberechtigte anhand des sogenannten KiZ-Lotsen online in der Familienkasse der Agentur für Arbeit ausrechnen lassen. Dort geben sie erste Angaben zu ihrer Situation ein und erfahren die für sie nötigen weiteren Schritte.

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