USA

Sturm aufs US-Kapitol: Steuerten Republikaner den Angriff?

| Lesedauer: 2 Minuten
Dirk Hautkapp
Trump-Anhänger stürmen das US-Kapitol nach einer Kundgebung mit Präsident Donald Trump in Washington, DC. Sie versammelten sich in der Hauptstadt des Landes, um gegen die Ratifizierung des Sieges des gewählten Präsidenten Joe Biden bei den Wahlen 2020 zu protestieren. (Samuel Corum / Getty Images / AFP)

Trump-Anhänger stürmen das US-Kapitol nach einer Kundgebung mit Präsident Donald Trump in Washington, DC. Sie versammelten sich in der Hauptstadt des Landes, um gegen die Ratifizierung des Sieges des gewählten Präsidenten Joe Biden bei den Wahlen 2020 zu protestieren. (Samuel Corum / Getty Images / AFP)

Laut einem US-Magazin haben Donald Trump ergebene Republikaner im Kongress den blutigen Coup-Versuch im Januar am Kapitol gesteuert.

Washington. 
  • Am 6. Januar versuchte ein Mob das Kapitol zu stürmen und die Vereidigung von Joe Biden zum neuen US-Präsidenten zu verhindern
  • Nun gibt es eine neue Erkenntnisse, die viel Zündstoff bieten
  • Hatten republikanische eine wichtige Rolle bei den Angriffen?

Rund um die Erstürmung des Kapitols am 6. Januar in Washington gibt es neue Erkenntnisse, die das Zeug haben, die USA einmal mehr zu erschüttern.

Organisatoren der von rund 50.000 Menschen besuchten Demonstration, die unter Teilnahme Donald Trumps kurz zuvor am Weißen Haus stattfand und die nach Einschätzungen von Polizei und FBI die mentale Saat für den späteren Umsturzversuch legte, haben sich offenbar über Wochen mit einschlägig bekannten republikanischen Kongress-Abgeordneten und deren Top-Mitarbeitern getroffen und abgesprochen.

Wie das Magazin "Rolling Stone" in einer umfangreichen Recherche unter Berufungen aus Aussagen Beteiligter berichtet, gab es "Dutzende von Briefings" zwischen den Demo-Regisseuren und konservativen Politikerinnen und Politikern wie Marjorie Taylor Greene, Lauren Boebert, Paul Goslar, Mo Brooks, Madison Cawthorn, Andy Biggs und Louie Gohmert. Allesamt als extreme Verschwörungstheoretiker und hundertprozentige Trump-Anhänger in der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus bekannt.

Erstürmung des US-Kapitols: Magazin deckt Hintergründe auf

Wie die anonymisiert dargestellten Organisatoren des Protests erklärten, habe Gosar, ein durch Verbindungen zu Rechtsradikalen und Rassisten bekannt gewordener Abgeordneter aus Arizona, angedeutet, dass die Demo-Choreografen im Falle eines Falles sogar mit Straffreiheit rechnen dürften - in Form einer präsidialen Begnadigung. Dass Trump 14 Tage nach dem letztlich gescheiterten Umsturzversuch aus dem Amt scheiden und sämtliche Befugnisse verlieren sollte, ließ Goslar dem Vernehmen nach unerwähnt.

Eingeweiht in die eindeutig auf das Hintertreiben des Biden-Sieges bei den Präsidentschaftswahlen Ende 2020 angelegte Aktion sei auch Trumps früherer Stabschef Mark Meadows gewesen, schreibt das Magazin, das seit der Installierung des neuen Chefredakteurs Noah Shachtman verstärkt um relevante Enthüllungen in den Bereichen Politik und Gesellschaft bemüht ist.

Ansturm auf das Kapitol: US-Bericht wird dementiert

Einige der Beschuldigten haben die Berichterstattung dementiert und abgestritten, irgendetwas mit den Ereignissen vom 6. Januar zu tun zu haben, andere schweigen.

Auf Seiten der Demokraten wird der Ruf lauter, die besagten Parlamentarier vor den Untersuchungs-Ausschuss zu bringen, der die Hintergründe aufklären will.

Sollten sich die schweren Vorwürfe erhärten, sagte stellvertretend die New Yorker Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez: "Jedes Kongress-Mitglied, dass dabei geholfen hat, eine terroristische Attacke auf das Kapitol zu inszenieren, muss ausgeschlossen werden."