Evakuierung

Afghanistan: Seit Ende der Luftbrücke 1300 Menschen gerettet

Christian Unger
Die Bundesregierung arbeitet weiterhin daran, schutzbedürftige Personen aus Afghanistan nach Deutschland zu bringen.

Die Bundesregierung arbeitet weiterhin daran, schutzbedürftige Personen aus Afghanistan nach Deutschland zu bringen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Am 26. August hat Deutschland die militärische Luftbrücke aus Kabul beendet. Für Schutzbedürftige gibt es aber weiterhin einen Plan.

Berlin. Nach Beendigung der militärischen Luftbrücke am Flughafen von Kabul Ende August sind mit Hilfe der Bundesregierung bisher mehr als 1300 weitere Personen aus Afghanistan gerettet worden, wie unsere Redaktion vom Auswärtigen Amt erfuhr.

Demnach konnten die Menschen das Land sowohl auf dem Luftweg als auch auf dem Weg über die Landesgrenzen verlassen. Auf drei Charterflügen wurden demnach rund 700 Personen nach Deutschland ausgeflogen.

Insgesamt haben die deutschen Visastellen in den Nachbarstaaten von Afghanistan den Angaben zufolge bisher rund 1070 Visa für Ortskräfte und weitere schutzbedürftige Personen aus Afghanistan ausgestellt.

Noch mehr als 7000 schutzbedürftige Menschen auf der Liste

Auch nach Ende der militärischen Evakuierungsmission arbeite die Bundesregierung daran, Deutsche, ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen sowie aus Sicht der deutschen Behörden besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland zu holen, hieß es.

Die Liste mit besonders schutzwürdigen Personen umfasse rund 2600 Personen, mit Kernfamilien nach derzeitigem Stand mindestens 6600 Menschen. Eine Aufnahme auf diese Liste sei nicht mehr möglich, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Eine weitere Liste von deutschen Staatsangehörigen umfasst demnach 430 Personen inklusive Kernfamilie. Lesen Sie hier: Afghanistan - Die bittere Bilanz der Evakuierungsmission

Aus dem Außenministerium hieß es weiter, dass die Bundesregierung „mit verschiedenen Akteuren in der Region“ daran arbeite, „zusätzliche Ausreiseoptionen zu identifizieren“. Die Bundesregierung unterstütze diese Personengruppe bei der Reise, etwa bei der Unterbringung und Verpflegung in den Nachbarstaaten Afghanistans als auch bei der Bezahlung von Flugtickets nach Deutschland.