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Wahl: CDU-Chef Armin Laschet leitet seinen Rückzug ein

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Alessandro Peduto
Laschet-Nachfolger: Das ist Hendrik Wüst

Laschet-Nachfolger: Das ist Hendrik Wüst

Hendrik Wüst (CDU) soll Armin Laschet als NRW-Ministerpräsident beerben. Wüst kämpfte in seiner politischen Karriere bereits mit Skandalen und einem Rücktritt.

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Um Armin Laschet war es in der Union zuletzt einsamer geworden. Nun erklärt er seine Bereitschaft zum Verzicht auf den Parteivorsitz.

Berlin. Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat nach der historischen Niederlage seiner Partei bei der Bundestagswahl erstmals einen Rückzug vom CDU-Vorsitz angedeutet und einen Parteitag zur personellen Neuaufstellung angekündigt. Er wolle diesen Prozess moderieren, sagte Laschet am Donnerstagabend vor der Presse in der CDU-Zentrale in Berlin.

Zugleich äußerte er weiterhin die Bereitschaft zu Jamaika-Gesprächen. Die CDU habe FDP und Grünen signalisiert: „An der Person wird es nicht scheitern“, sagte Laschet. Diese Formulierung wurde als Andeutung verstanden, Laschet könnte seinen Posten als Parteichef räumen.

Er fuhr fort: „Es geht nicht um die Person Armin Laschet. Es geht um das Projekt für das Land. Und deshalb: Wenn man zu anderen Lösungen kommen will, ist dies möglich. Das große Projekt Jamaika wird nicht am Personal scheitern, wird nicht an einzelnen Personen scheitern.“

Laschet kündigt Aufarbeitung der Niederlage an

Die Union schlagen „keine Tür zu“. Das Angebot an FDP und Grüne stehe „bis zur letzten Sekunde der Regierungsbildung“. Deshalb werde man „jetzt genau beobachten“, wie die Gespräche zwischen SPD, Grünen und FDP laufen. Jamaika sei die Chance für einen echten Aufbruch in Deutschland.

Kommentar zum Thema: Armin Laschet ist am Ende – Union will nicht mehr regieren

Mit Blick auf das beispiellos schlechten Abschneiden der Union kündigte Laschet eine umfassende Aufarbeitung der Niederlage ein. Er betonte, er wolle „die Neuaufstellung der CDU vorantreiben“. Dies gehe in der Regierung, aber auch in der Opposition. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak habe ein Maßnahmenpaket beschlossen.

CDU plant Einberufung eines Parteitags

Geplant sei eine Aufarbeitung der Wahlniederlage durch eine interne Kommission, die mit ehemaligen und amtierenden Abgeordneten besetzt werde. Es gehe um die Frage: „Was ist denn in den letzten Jahren schief gelaufen, wo müssen wir besser werden?“

Laschet sagte, zur personellen Zukunft und Neustart werde er die Einberufung eines Parteitags vorschlagen. Das sei der Ort, wo sich alle artikulieren könnten. „Die personelle Neuaufstellung werden wir gemeinsam anpacken.“ Er wäre froh, wenn es in dieser schwierigen Phase, in der sich die Partei befinde, gelänge, „mit neuen Persönlichkeiten einen Neuanfang zu machen“.

Sein Ziel sei es, unter den Anwärtern für seine Nachfolge einen Konsenskandidaten zu bestimmen, um die „ständigen Personaldebatten“ in der CDU zu beenden. Er strebe einen geordneten, konsensorientierten Weg aus dem den Personalquerelen an.