Afghanistan

Zivile Evakuierung: 45 Deutsche aus Afghanistan ausgeflogen

| Lesedauer: 2 Minuten
Erster ziviler Evakuierungsflug seit US-Abzug aus Kabul

Erster ziviler Evakuierungsflug seit US-Abzug aus Kabul

Zehn Tage nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan sind erstmals Ausländer an Bord eines zivilen Evakuierungsflugs außer Landes gebracht worden. Rund 200 Menschen, darunter US-Bürger, verließen den Kabuler Flughafen an Bord einer Maschine von Qatar Airways.

Beschreibung anzeigen

Mit einem zivilen Flug sind 45 Deutsche Afghanistan und dem neuen Taliban-Regime entkommen. Viele befinden sich aber noch in dem Land.

Kabul/Berlin. Kurz vor den Wochenende sind mit einem zweiten Passagierflug der Gesellschaft Qatar Airways auch 45 deutsche Bürger mit Familienangehörigen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul gebracht worden. Das teilte das Auswärtige Amt am Samstag in Berlin mit. Bereits am Donnerstag konnten 15 Deutsche mit dem ersten zivilen Evakuierungsflug von Afghanistan ins arabische Emirat Katar gebracht werden. Es werde intensiv an weiteren Ausreisemöglichkeiten gearbeitet, sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der US-Regierung wurden mit den beiden von Katar organisierten Flügen seit Donnerstag mehr als 250 ausländische Staatsbürger in Sicherheit gebracht. Mit Militärmaschinen waren nach der Machtübernahme der Taliban Mitte August zuvor schon mehr als 120 000 Menschen ausgeflogen werden. Die Bundeswehr brachte etwa 5300 Menschen außer Landes. Auch interessant: Ramstein: Viele Flüchtlinge aus Afghanistan wollen bleiben

Seit Ende der militärischen Evakuierungsmission in Kabul mit dem Abzug der letzten US-Soldaten bemühen sich westliche Länder, ihren Staatsangehörigen und früheren afghanischen Ortskräften weiterhin die Ausreise zu ermöglichen. Dazu sollen zunehmend auch der Landweg und Flüge aus Nachbarländern genutzt werden.

Lesen Sie auch: Taliban: So funktioniert die PR der Radikalislamisten

Hunderte Deutsche halten sich wohl noch in Afghanistan auf

Ende August gab das Auswärtige Amt an, dass sich noch Hunderte Deutsche in Afghanistan befinden würden. Etwa 300 Deutsche würden sich zurzeit noch in dem Land aufhalten, dazu kämen rund 10.000 afghanische Staatsbürger, die noch ausreiseberechtigt seien, sagte Christofer Burger, Sprecher des Außenministeriums, damals.

Es ist nicht auszuschließen, das seither weitere dazugekommen sind, die Bundesregierung gab an, das es immer noch neue Meldungen gebe.

Pakistan kündigte ebenfalls an, den Flughafen Kabul wieder nutzen zu wollen, um Menschen aus Afghanistan zu bringen. „Wir sind bestrebt, den kommerziellen Flugbetrieb nach Kabul aufzunehmen, aber es könnte noch einige Zeit dauern“, sagte ein Sprecher der staatlichen Fluggesellschaft Pakistan National Airlines der Deutschen Presse-Agentur. Die Fluggesellschaft sei von Organisationen wie UN, EU und Weltbank angesprochen worden.

Lesen Sie auch: Afghanistan: So gefährlich ist der Protest der Frauen

(fmg/dpa)