- Die Taliban haben in Afghanistan wieder die Macht übernommen
- Der Bundestag hat den Einsatz deutscher Soldaten in Kabul nachträglich gebilligt
- Journalisten berichten, dass US-Soldaten sie zur Ausreise zwingen
- Auswärtiges Amt: Noch mehr als 200 Deutsche in Kabul
- Die Opposition greift die Bundesregierung für die Afghanistan-Politik scharf an
- Die Luftbrücke der Bundeswehr wird wohl schon zum Wochenende eingestellt
Kabul. Seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor über einer Woche herrscht in dem Land Chaos. Auch am Flughafen von Kabul bleibt die Situation unübersichtlich, Tausende Menschen, versuchen in er Hoffnung auf einen Evakuierungsflug, den Flughafen zu erreichen. Die Bundeswehr und US-Präsident Joe Biden warnen vor einer wachsenden Anschlagsgefahr. Die Taliban hatten mit "Konsequenzen" gedroht, sollten die USA ihre Truppen nicht wie vorgesehen bis zum 31. August komplett aus Afghanistan abziehen.
Die Bundeswehr hat inzwischen rund 4650 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) machte am Dienstag bei "Bild" deutlich, dass in den verbleibenden Tagen der Evakuierungsaktion wohl nicht alle Menschen, die das wünschen, aus Afghanistan gerettet werden können. Unbestätigten Berichten zufolge könnte die Luftbrücke der Bundeswehr schon am Freitag eingestellt werden.
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Derweil reißt die Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung nicht ab. Oppositionspolitiker fordern die Einrichtung eines Afghanistan-Untersuchungsausschusses. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gab an diesem Mittwoch eine Regierungserklärung zur Lage in Afghanistan ab. Mehr zum Thema: Taliban an der Macht – wohin mit Millionen Flüchtlingen?
Nachrichten zur Lage in Afghanistan am Mittwoch, 25. August: Deutsche Botschaft warnt vor Schießereien und Anschlägen in Kabul
20.35 Uhr: Die deutsche Botschaft in Kabul hat am Mittwoch vor Schießereien und Terroranschlägen am Flughafen der afghanischen Hauptstadt gewarnt. "Es kommt sehr häufig zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen an den Gates. Dazu kommen aktuelle Terrorwarnungen", heißt es in einem Schreiben an deutsche Staatsbürger, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Zugang zum Flughafen sei kaum noch möglich.
Die Bundeswehr hatte bereits am Dienstag berichtet, das zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat in Kabul unterwegs seien. Die internationale Evakuierungsaktion, die nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban eingeleitet wurde, soll am 31. August mit dem Abzug der US-Streitkräfte enden. Der letzte Bundeswehrflug könnte schon deutlich früher gehen.
Bundeswehr fliegt 167 weitere Menschen aus Kabul aus
19.25 Uhr: Die Bundeswehr hat weitere 167 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen. Ein Militärtransporter des Typs A400M landete am frühen Mittwochabend erneut in Taschkent im Nachbarland Usbekistan, wie die Bundeswehr mitteilte.
Es war bereits der dritte Flug der Bundeswehr von Afghanistan nach Usbekistan an dem Tag im Rahmen der Evakuierungsaktion, zuvor waren je 218 und 153 Menschen ausgereist. In Taschkent steigen die Passagiere in zivile Maschinen der Lufthansa um. Vor zehn Tagen hatten die militant-islamistischen Taliban die afghanische Hauptstadt erobert und wieder die Macht übernommen.
Taliban sagen Ausreisemöglichkeit für Afghanen auch nach 31. August zu
17.29 Uhr: Die militant-islamistischen Taliban haben in den Verhandlungen mit der Bundesregierung zugesagt, dass Afghanen auch nach dem für den 31. August geplanten US-Truppenabzug das Land verlassen dürfen. Das twitterte der deutsche Verhandlungsführer Markus Potzel am Mittwoch nach Gesprächen mit dem Vizechef des politischen Büros der Taliban in Katar, Schir Mohammed Abbas Staneksai. Dieser habe ihm versichert, dass Afghanen mit gültigen Ausweisdokumenten nach dem 31. August weiterhin die Möglichkeit haben werden, mit kommerziellen Flügen auszureisen
Internationale Journalisten beklagen Verhalten des US-Militärs
17.03 Uhr: Journalisten am Kabuler Flughafen soll nach eigenen Angaben am Mittwoch durch US-Soldaten der Zugang in die Stadt verwehrt worden sein. Der stellvertretende Chefredakteur der Boulevardzeitung "Bild", Paul Ronzheimer, selbst vor Ort, berichtete auf Twitter: "Unter Androhung von Militärpolizei zwingt US-Militär uns und zehn weitere internationale Journalisten, Flieger nach Doha zu nehmen. Obwohl wir einen gesicherten Weg raus aus dem Airport hatten Richtung Stadt. Krasser Angriff auf die Pressefreiheit." Im weiteren Verlauf berichtete Ronzheimer, man werde zum Flieger nach Doha eskortiert.
Ähnlich berichtete auf Twitter am Mittwoch eine freischaffende Journalistin, die unter anderem regelmäßig für den "Guardian" arbeitete: Sie sei Teil einer Gruppe von Journalisten, die von US-Kräften gezwungen würden, in ein Flugzeug zu steigen. Alles, was man wolle, sei in Kabul zu bleiben.
Menschenrechtler fordern Evakuierung von sexuellen Minderheiten
16.13 Uhr: Menschenrechtler haben an die Bundesregierung appelliert, sexuelle Minderheiten bei den Evakuierungsflügen aus Afghanistan zu berücksichtigen. LSBTI seien seit der Machtübernahme der Taliban in Lebensgefahr, erklärten der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), die Schwulenberatung Berlin und der Verein Rosa Strippe am Mittwoch in Berlin. Ihnen drohten Verfolgung, Folter und Mord.
Bundestag stimmt Evakuierungseinsatz der Bundeswehr zu
15.45 Uhr: Der Bundestag hat dem Einsatz von bis zu 600 Bundeswehrsoldaten bei der Evakuierungsaktion in der afghanischen Hauptstadt Kabul nachträglich zugestimmt. Die Abgeordneten billigten das bis zum 30. September befristete Mandat am Mittwoch mit großer Mehrheit.
Polizei in den Niederlanden löst Protest gegen Flüchtlingslager auf
15.15 Uhr: In den Niederlanden hat die Polizei eine Protestaktion vor einem Auffanglager für Flüchtlinge aus Afghanistan aufgelöst. Vor der Einrichtung der Armee beim Dorf Harskamp in der Gemeinde Ede (Provinz Gelderland) hatten sich am Dienstagabend etwa 250 Menschen versammelt.
Sie riefen Losungen wie "Das eigene Volk zuerst" und "Harskamp gehört uns", wie der örtliche Sender Omroep Gelderland berichtete. Die Polizei schritt nach Angaben eines von der Nachrichtenagentur ANP zitierten Sprechers ein, nachdem Autoreifen in Brand gesetzt wurden. Eine Gruppe von etwa 60 Jugendlichen wurde in das Dorf abgedrängt; festgenommen wurde niemand.
USA fliegen binnen 24 Stunden mehr als 11.000 Menschen aus
15.11 Uhr: Bei der Evakuierungsmission am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul haben die USA zuletzt innerhalb von 24 Stunden mehr als 11.000 Menschen außer Landes gebracht. Zwischen dem frühen Dienstagmorgen und dem frühen Mittwochmorgen hätten 42 Flugzeuge des US-Militärs rund 11.200 Menschen ausgeflogen, teilte das Weiße Haus am Mittwoch in Washington mit. Im gleichen Zeitraum hätten außerdem 48 Maschinen internationaler Partner rund 7800 Menschen evakuiert. Insgesamt waren es innerhalb der 24-Stunden-Spanne also etwa 19.000 Menschen.
Seit dem Start der Evakuierungsmission Mitte August haben die Vereinigten Staaten insgesamt rund 82 300 Menschen entweder selbst aus Afghanistan ausgeflogen oder deren Ausreise ermöglicht, wie es weiter hieß.
Auswärtiges Amt: Noch mehr als 200 Deutsche in Kabul
14.50 Uhr: In der afghanischen Hauptstadt Kabul halten sich nach Angaben des Auswärtigen Amts noch mehr als 200 deutsche Staatsbürger auf. Die Zahl liege höher als noch am Vortag, "weil sich weiterhin Menschen bei uns melden", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittwoch in Berlin. 540 Deutsche seien bereits ausgeflogen worden. Am Dienstag hatte Außenminister Heiko Maas (SPD) von rund 100 Deutschen vor Ort und ihren Familien gesprochen.
Es gebe eine "gewisse Unschärfe" bei den Zahlen, weil teils auch Angehörige deutsche Staatsbürger seien, sagte der Sprecher. Wie viele der Betroffenen neben der deutschen auch die afghanische Staatsbürgerschaft haben, werde nicht erfasst, weil es für die Frage, ob jemand berechtigt sei zur Teilnahme an der Evakuierungsmission, keinen Unterschied mache. Er räumte aber ein, dass es für die Bewegungsfreiheit der Betroffenen im von den Taliban kontrollierten Kabul relevant sein könne. "Das ist ein Faktor, den man berücksichtigen muss."
Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich in Kabul insgesamt noch eine "hohe vierstellige oder niedrige fünfstellige Zahl" schutzbedürftiger Menschen befindet, die grundsätzlich für eine Evakuierung in Frage kämen.
Opposition spricht von "schwärzestem Tag"
14.30 Uhr: Die Opposition im Bundestag hat ein vernichtendes Fazit der deutschen Afghanistan-Politik gezogen. Der "gescheiterte Afghanistan-Einsatz" sei der "schwärzeste Punkt" in der 16-jährigen Kanzlerinnenschaft von Angela Merkel (CDU), sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sprach von einem "außenpolitischen Desaster". FDP-Chef Christian Lindner warf der Bundesregierung "Unverantwortlichkeit und Handlungsunfähigkeit" vor. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland legte der Regierung zur Last, dass sie das Leben deutscher Soldaten für eine zum Scheitern verurteilte Mission geopfert habe.
Grünen-Chefin Baerbock warf der Bundesregierung vor, die Alarmsignale vor der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan bewusst ignoriert zu haben. Sie habe das Land als stabil hingestellt, "weil Sie weiter nach Afghanistan abschieben wollten", sagte Baerbock an die Adresse der Regierung. "Sie haben politisch in den letzten Wochen entschieden, dass innenpolitische Motive höher gewertet werden als unsere außenpolitische Verantwortung."
Nun werde klar, "in welch ein außenpolitisches Desaster Sie als als Bundesregierung nicht nur die Bundeswehr, sondern die Menschen in Afghanistan, die sich auf unsere Hilfe verlassen haben, geführt haben", sagte Baerbock. Die Versäumnisse der Regierung bei der rechtzeitigen Rettung der Ortskräfte hätten dazu geführt, dass diese nun "in der Falle" säßen.
Merkel: Furchtbare Dramen in Kabul - Gedenken an tote Soldaten
12.43 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an das Elend der Menschen in Afghanistan erinnert und der bei dem gescheiterten Einsatz in dem Krisenstaat getöteten und verletzten Bundeswehrsoldaten gedacht. "Die Entwicklungen der letzten Tage sind furchtbar, sie sind bitter", sagte Merkel am Mittwoch in einer Regierungserklärung zum Debakel beim Abzug der Bundeswehr und der westlichen Verbündeten aus Afghanistan im Bundestag. Merkel wählte ganz persönliche Worte.
Briten beenden Rettung bis 31. August
12.15 Uhr: Der britische Außenminister Dominic Raab hat bestätigt, dass der Evakuierungseinsatz aus Kabul bis zum 31. August beendet sein wird. Einen genauen Zeitplan für das Ende der britischen Evakuierungsflüge könne er nicht nennen, aber es sei "klar, dass die Truppen bis Ende des Monats abgezogen werden", sagte Raab. Das britische Militär benötige vorab Zeit, um sein Personal und die Ausrüstung abzuziehen, aber der verbleibende Zeitraum werde maximal ausgenutzt.
Seit der Machtübernahme der Taliban am 15. August hätten die britischen Truppen 9000 britische Staatsbürger und gefährdete Afghanen ausgeflogen, sagte Raab.
Luftbrücke aus Kabul soll in wenigen Tagen enden
9.15 Uhr: Die Bundesregierung plant ein Ende der militärischen Rettungsflüge aus Afghanistan offenbar noch vor dem Wochenende. Der letzte Flug der Luftbrücke für deutsche Staatsbürger und gefährdete Ortskräfte könnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur demnach bereits am Freitag organisiert werden. Die Regierung reagiert damit auf das Festhalten der USA am Abzugsdatum 31. August. Zunächst hatte das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte dazu am Mittwoch, er könne Medienberichte dazu weder dementieren noch bestätigen. Am Vortag seien mit fünf Flügen insgesamt 983 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden, seit Beginn der Luftbrücke 4654 Menschen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte erklärt, die Bundeswehr werde Menschen ausfliegen "solange es geht, so viele wie möglich".
US-Präsident Joe Biden will am Abzug der US-Truppen bis kommenden Dienstag festhalten, obwohl noch viele Tausend Afghanen auf eine Ausreise hoffen. Die Verbündeten sind auf die Sicherung des Flughafens durch US-Kräfte angewiesen. Auch der Abzug der Soldaten selbst bis zum Stichtag ist im Zeitplan zu berücksichtigen. Offenkundig ist, dass danach weitere Evakuierungen stark vom Mitwirken der Taliban und dem Betrieb ziviler Fluggesellschaften abhängig sind.
Weiter Menschenmassen am Flughafen Kabul
8.47 Uhr: Rund um den Flughafen Kabul harren weiter Tausende Menschen aus, in der Hoffnung auf einen Evakuierungsflug ins Ausland. So zeigen am Mittwoch in sozialen Medien geteilte Videos Hunderte Afghanen, die teils bis zu den Hüften in einem Wassergraben vor einer Wand zum Flughafengelände stehen und warten. Ein Mann, der den Wassergraben hochgeklettert ist, wird von zwei Soldaten zurückgedrängt.
Aufgrund der weiter desaströsen Lage rund um die Eingänge zum Flughafen haben Länder begonnen, ihre zu Evakuierenden anderweitig in den Flughafen zu bringen. Zwei Personen, die auf einer US-Liste zur Evakuierung standen, sagten, sie seien zu einem Ort in der Stadt gerufen worden und von dort mit in einem gepanzerten Konvoi in den Flughafen gebracht worden.
Ein Taliban-Sprecher stellte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur klar, dass an ihren Kontrollpunkten weiterhin Afghanen zum Flughafen durchgelassen werden, jedoch nur solche mit Dokumenten, die sie auch zur Ausreise berechtigen.
Bundeswehrverband sieht vor bevorstehendem Truppenabzug erhöhte Gefahr in Kabul
8.42 Uhr: Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, André Wüstner, hat angesichts des bevorstehenden US-Truppenabzugs aus Afghanistan vor einer zunehmenden Gefährdung am Kabuler Flughafen gewarnt. "Einerseits wissen die Afghanen, dass das Zeitfenster sich jetzt schließt, dass die Schlinge der Taliban sich zuzieht, das wird nochmal den Druck erhöhen in Richtung Flughafen", sagte Wüstner am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Zudem gebe es Berichte, wonach sich Selbstmordattentäter in der Stadt befinden sollen.
Die Gefahr eines Anschlags bezeichnete Wüstner als "enorm". "Wir wissen ja, es gibt unterschiedliche terroristische Gruppierungen, Menschen die unterschiedliche Interessen haben in Afghanistan und die werden versuchen, nochmal auf sich aufmerksam zu machen." Deutschland müsse in dieser Situation hoffen, "dass uns die Amerikaner in der letzten Phase weiterhin den Rücken freihalten".
Steinmeier appelliert an europäische Solidarität bei Flüchtlingen
8.29 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Europäer zu einem solidarischen Vorgehen in der Flüchtlingsfrage aufgerufen. "Wir können nicht alle Menschen aufnehmen, die aus guten Gründen ein besseres Leben suchen. Aber wir müssen denen Zuflucht gewähren, die nach unseren selbstgesetzten Maßstäben Anspruch auf Schutz und Asyl haben. Das macht uns als Europäer aus", sagte Steinmeier der tschechischen Zeitung "Pravo".
Es werde weiterhin Krisen geben, die Menschen zur Flucht nach Europa bewegten,"„da reicht aktuell ein Blick nach Afghanistan", sagte Steinmeier der Zeitung vor seinem Besuch in Tschechien, zu dem er an diesem Mittwoch aufbricht. "Damit müssen wir in Europa solidarisch umgehen und dürfen die Staaten mit einer EU-Außengrenze, gerade im Süden Europas, nicht allein lassen."
Afghanische Sicherheitskräfte bekamen 10.000 Bundeswehr-Pistolen
8.04 Uhr: Die Bundeswehr hat die afghanischen Sicherheitskräfte während ihres 20-jährigen Einsatzes mit 10.000 Pistolen ausgerüstet. Daneben sei seit 2002 nur Sanitätsmaterial und Bekleidung an die Armee und die Polizei abgegeben worden, teilte das Verteidigungsministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Die Pistolen vom Typ Walther P1 seien bereits 2006 kostenlos zur Verfügung gestellt worden.
Was daraus nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban geworden ist, ist dem Ministerium nicht bekannt. "Es liegen dem BmVg (Verteidigungsministerium) keine Erkenntnisse darüber vor, ob diese Güter in die Hände der Taliban gelangt sind", erklärte eine Sprecherin.
Die Bundesregierung hat seit Beginn des Militäreinsatzes 2002 den Export von Kriegswaffen und anderen Rüstungsgütern für 419 Millionen Euro nach Afghanistan genehmigt. Der weitaus größte Teil wurde allerdings an die Streitkräfte der Nato-Verbündeten, an Botschaften oder an die Vereinten Nationen geliefert, darunter Panzer, gepanzerte Fahrzeuge sowie Handfeuerwaffen wie Gewehre und Maschinenpistolen. An afghanische Sicherheitskräfte ging nur ein geringer Teil, vor allem geschützte Fahrzeuge, Minenräumgeräte, verstärkte Container, Schutzausrüstung oder Kommunikationsgeräte. Das geht aus den jährlichen Rüstungsexportberichten der Regierung und einer aktuellen Aufstellung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, die der dpa vorliegt.
Merkel gibt Regierungserklärung zur Lage in Afghanistan ab
7.28 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt an diesem Mittwochmittag ab 12 Uhr in einer Sondersitzung des Bundestags eine Regierungserklärung zur Lage in Afghanistan ab. Daran schließt sich eine Debatte im Parlament an. Die Bundesregierung will den Bundestag nachträglich um Zustimmung zu der Evakuierungsmission der Bundeswehr bitten. Die Regierung steht in der Kritik, weil sie afghanische Ortshelfer und andere gefährdete Afghanen nicht schon vor der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban ausgeflogen hat.
Wehrbeauftragte will mehr Trauma-Therapien für Soldaten
6.47 Uhr: Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, fordert angesichts der dramatischen Szenen bei der Bundeswehr-Rettungsaktion in Kabul mehr Trauma-Therapien für aktive Soldaten und Afghanistan-Veteranen. "Seelische Belastungen, Traumata aus dem Einsatz - das muss ganz intensiv nachbereitet werden. Wir brauchen mehr und gezielte Angebote für Soldatinnen und Soldaten, damit sie die schrecklichen Erfahrungen loswerden können", sagte die SPD-Politikerin der Düsseldorfer "Rheinischen Post".
Das gelte auch für ehemalige Soldaten, die in den vergangenen 20 Jahren am Hindukusch gekämpft hätten. "Die sehen das und machen alles noch einmal durch", so Högl.
US-Militär zieht "mehrere Hundert" Soldaten vom Flughafen Kabul ab
6.13 Uhr: Das US-Militär hat seine Truppenpräsenz am Flughafen Kabul nach eigenen Angaben um "mehrere Hundert" Soldatinnen und Soldaten reduziert. Dies sei bei einem laufenden Einsatz Teil der normalen Entscheidungsgewalt des örtlichen Kommandeurs, erklärte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Es handle sich dabei unter anderem um Beschäftigte der Zentrale, Spezialisten für Wartungsarbeiten und andere Soldaten, deren Mission am Flughafen abgeschlossen sei, erklärte er. Das US-Militär hatte dort zuletzt rund 5800 Soldaten im Einsatz.
Kirby betonte, der routinemäßige Abzug einiger Truppen stelle nicht den Beginn des Abzugs aller Soldaten aus Afghanistan dar. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht befohlen worden, erklärte er.
Evakuierte aus Afghanistan von Ramstein auf anderen US-Stützpunkt in Deutschland verlegt
5.58 Uhr: Weil die Kapazitäten für die Unterbringung Tausender Evakuierter aus Afghanistan auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz an ihre Grenzen stoßen, hat die US-Armee mit der Überführung der Menschen zu anderen Stützpunkten in Deutschland begonnen. Erste Evakuierte seien am Dienstag in den Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern eingetroffen, gaben die US-Streitkräfte bekannt. Dort könnten rund 2000 Menschen vorübergehend untergebracht werden.
Darüber hinaus seien die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels bereit, bei Bedarf Gerettete aus Afghanistan aufzunehmen. An diesen Standorten können laut US-Armee vorübergehend etwa 3000 beziehungsweise 2000 Menschen untergebracht werden.
"Schreckliche hygienische Zustände in Katar": USA geloben Besserung
5.44 Uhr: Die USA haben nach Berichten über schlechte hygienische Zustände auf dem Militärflugplatz nahe der katarischen Hauptstadt Doha eine schnelle Besserung versprochen. Der Flugplatz ist ein wichtiges Drehkreuz für die Evakuierungsflüge aus Afghanistan. "Wir sind uns dessen bewusst und arbeiten schnell daran, die Situation zu verbessern, und wir wollen natürlich, dass die Menschen, die evakuiert werden, mit Respekt behandelt werden", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Zuvor hatte etwa das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf eine E-Mail eines US-Beamten von Ratten, Urin und Fäkalien berichtet.
Selbst wenn Afghanen ein Sondervisum für die USA haben, kommen sie nicht direkt in das Land. Militärflüge bringen sie zunächst auf US-Stützpunkte oder in andere Transitzentren in Drittstaaten - wie etwa nach Katar. Von diesen Zwischenstationen sollen die Menschen nach einer Sicherheitsprüfung in die USA gebracht werden. Axios zufolge sind auf dem Stützpunkt in Katar Tausende Afghanen vorläufig untergebracht. Nach dem Bericht ist die Situation dort "die Hölle auf Herden". Psaki betonte, dass der Bericht des Portals sich auf die Lage vor einigen Tagen beziehe.
Biden warnt vor wachsender Anschlagsgefahr am Flughafen Kabul
5.31 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat vor einer wachsenden Terrorgefahr am Flughafen von Kabul gewarnt. Jeder Tag, den man länger vor Ort bleibe, sei ein weiterer Tag, an dem ein örtlicher Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat versuche, den Flughafen der afghanischen Hauptstadt anzugreifen, sagte Biden in Washington. Es gebe die "akute und wachsende Gefahr eines Anschlags". Die Terrorgruppe sei auch ein erklärter Feind der militant-islamistischen Taliban, so Biden.
Nach Angaben des US-Präsidenten bestand bei den G7-Beratungen am Dienstag Einigkeit darüber, dass die Anerkennung einer künftigen Regierung in Afghanistan von zahlreichen Bedingungen abhängen würde. "Wir sind uns einig, dass niemand von uns die Taliban beim Wort nehmen wird. Wir werden sie nach ihren Taten beurteilen, und wir werden uns eng über alle Schritte abstimmen", sagte Biden. Entscheidend sei etwa, ob die Taliban internationalen Verpflichtungen nachkämen und verhinderten, dass Afghanistan als "Basis für Terrorismus" genutzt werde.
Weltbank friert Zahlungen für Projekte in Afghanistan ein
0.31 Uhr: Nach der Machtübernahme der Taliban friert die Weltbank neue Auszahlungen für ihre Hilfs- und Entwicklungsprojekte in Afghanistan vorerst ein. "Wir sind tief besorgt angesichts der Lage in Afghanistan und der Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des Landes, insbesondere für Frauen", erklärte ein Sprecher der Weltbank.
Das weitere Vorgehen werde mit der internationalen Gemeinschaft und Partnern der Entwicklungszusammenarbeit abgestimmt werden. Es gehe darum, Wege zu finden, wie die in Afghanistan mit harter Arbeit erzielten Fortschritte bewahrt werden könnten und wie man die Menschen dort weiter unterstützen könne, erklärte der Sprecher der internationalen Organisation weiter.
Die Weltbank war für Afghanistan - eines der ärmsten Länder der Welt - bislang ein wichtiger Geldgeber für Entwicklungsprojekte. Sie unterstützte Afghanistan von 2002 bis April dieses Jahres nach eigenen Angaben mit Hilfen von fast fünf Milliarden US-Dollar. Im Februar gab es demnach zwölf Projekte in Afghanistan mit einem Volumen von rund 940 Millionen Dollar, hinzu kamen weitere Vorhaben in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Fonds für den Wiederaufbau.
Veteranenvertreter warnt vor Radikalisierung ehemaliger Afghanistan-Soldaten
0.05 Uhr: Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, hat angesichts der Entwicklungen in Afghanistan nach dem Abzug der Bundeswehr vor einer Radikalisierung altgedienter Soldaten gewarnt. "Die Stimmung unter den Veteranen ist grottenschlecht", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Sie hätten das Gefühl, dass ihre Belange "noch nie interessiert" hätten. Angesichts der Bilder aus Kabul entstehe nun der Eindruck, dass ihre Arbeit zunichte gemacht werde. Schließlich ziehe man Schutzkräfte nicht ab, bevor nicht alles Schützenswerte in Sicherheit gebracht worden sei, so Drescher. Und die Helfer der Bundeswehr, also die afghanischen Ortskräfte, würden offenbar nicht für schützenswert gehalten. Die Vorgänge würden "hochemotional aufgenommen".
Drescher warnte: "Man verliert emotional eine Gruppe von Menschen, die für den Staat wichtig ist." In der Folge entstünden neuerdings rechtsorientierte Gruppen wie "Veteranen 5 n 12" oder der "Veteranen Pool". "Ich mache mir Sorgen, wie sich das weiterentwickelt."
Dienstag, den 24. August: Söder bezeichnet US-Abzug als Fehler
22.35 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat den US-Abzug aus Afghanistan kritisiert. "Es ist einfach ein Fehler gewesen, ich kann es nicht anders sagen", sagte er beim offiziellen Wahlkampfauftakt der CSU. Was derzeit in Afghanistan passiere, sei beschämend, und es sei die Pflicht des Westen, alle Menschen aus dem Land zu holen, die sich in den vergangenen Jahren zu den westlichen Werten bekannt hätten. Dies gelte ausdrücklich auch für alle afghanischen Ortskräfte. "Das ist eine moralische Verpflichtung", betonte er.
Söder plädierte für eine Afghanistan-Konferenz mit allen Anrainerländern, um das weitere Vorgehen sowie den Umgang mit den Taliban zu diskutieren.
Putin macht Westen Vorwürfe für "Chaos" in Afghanistan
21.42 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den USA und ihren Verbündeten vorgeworfen, Chaos in Afghanistan hinterlassen sowie eine Terrorbedrohung erschaffen zu haben. "Es gibt die Gefahr, dass Terroristen und verschiedene Gruppierungen, die in Afghanistan Zuflucht gefunden haben, das von unseren westlichen Partnern hinterlassene Chaos nutzen", sagte Putin.
Terroristen könnten in den Nachbarländern für eine Eskalation der Lage sorgen. "Das ist eine direkte Bedrohung für unsere Verbündeten und für unser Land", sagte Putin mit Blick etwa Tadschikistan und Usbekistan, die an Afghanistan grenzen. Es bestehe die Gefahr, dass der Drogenschmuggel und die illegale Migration zunehmen, meinte er bei einer Veranstaltung der Kremlpartei Geeintes Russland vor der Parlamentswahl am 19. September. "Das sind alles Bedrohungen für uns. Sie sind absolut real."
Das russische Verteidigungsministerium hat sich besorgt darüber gezeigt, dass die Taliban bei ihrem Vormarsch eine große Anzahl moderner Waffen und Waffensysteme erbeutet haben. Nach Angaben von Minister Sergej Schoigu fielen Hunderte Fahrzeuge, aber auch mehrere Hubschrauber und Flugzeuge in die Hände der radikalen Islamisten. Außerdem sprach er von mehr als 100 tragbaren Flugabwehrraketen, die nun im Besitz der Taliban seien. Das Ministerium machte keine Angaben darüber, woher diese Informationen stammen.
USA wollen Truppen Ende August aus Afghanistan abziehen
21.23 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat nach Angaben seiner Sprecherin Jen Psaki beim G7-Gipfel eine Verlängerung der Evakuierungen über den 31. August hinaus zunächst abgelehnt. Er verwies auf die wachsende Gefahr für die Soldaten durch mögliche Anschläge der Terrorgruppe "Islamischer Staat".
Biden wies demnach auch darauf hin, dass man bei den Evakuierungen auf die Zusammenarbeit mit den Taliban angewiesen sei. Die radikal-islamischen Herrscher in Kabul bestehen auf ein Ende der Rettungsflüge bis zum 31. August. Ansonsten drohen sie mit Konsequenzen.
Deutschland stockt Hilfe für Afganistan auf
20.29 Uhr: Deutschland stockt seine humanitäre Hilfe für Notleidende in Afghanistan um 500 Millionen Euro auf. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag nach einer G7-Videokonferenz an. Bereits vor wenigen Tagen hatte die Bundesregierung 100 Millionen Soforthilfe für die Versorgung von Flüchtlingen in und um Afghanistan zugesagt, die ausschließlich über humanitäre Hilfsorganisation geleistet werden soll. Die 500 Millionen kommen nun hinzu.
EU fordert Flexibilität von Biden
19.47 Uhr: Die EU hat US-Präsident Joe Biden erneut aufgefordert, sich in der Frage des Abzugs vom Flughafen in Kabul flexibel zu zeigen. Es gebe die Notwendigkeit, den Flughafen so lange wie nötig zu sichern, um den Evakuierungseinsatz abzuschließen, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Dienstag nach dem per Videokonferenz organisierten G7-Sondergipfel zur Lage in Afghanistan.
USA wollen sich offenbar bis 31. August aus dem Land zurückziehen
19.30 Uhr: US-Präsident Joe Biden hält Medienberichten zufolge an einem Abschluss des Afghanistan-Abzugs bis zum 31. August fest. Das berichteten am Dienstag unter anderem die US-Nachrichtensender CNN und Fox News nach einem virtuellen G7-Gipfel zu Afghanistan.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach den Beratungen: "Es sind heute keine neuen Daten über das bekannte Datum des 31.8. genannt worden vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika."
Biden wird damit laut den Medienberichten den Militäreinsatz in Afghanistan nicht zugunsten der laufenden Evakuierungsmission am Flughafen der Hauptstadt Kabul verlängern. Die G7-Staaten verlangten nun von den radikalislamischen Taliban weitere Sicherheitsgarantien für die Ausreise von Menschen. Die Miliz müsse allen, die das Land verlassen wollten, auch über den 31. August hinaus eine sichere Ausreise garantieren, sagte der britische Regierungschef Boris Johnson.
Kramp-Karrenbauer will Evakuierungs-Vereinbarung mit den Taliban
17.52 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine Evakuierungs-Vereinbarung mit den Taliban für die Zeit nach der laufenden Bundeswehr-Mission ausgesprochen - unabhängig davon, wie lange diese noch läuft. Damit solle gewährleistet werden, dass auch dann noch ehemalige Helfer von Bundeswehr und Bundesministerien ausgeflogen werden könnten, die zurzeit gar nicht zum Flughafen Kabul kommen könnten, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. "Wir brauchen auf jeden Fall auch in der Sache sicheres Geleit eine Lösung und eine Vereinbarung mit den Taliban, die über die eigentliche Evakuierungsmission hinausgeht."
Die Bundeswehr hat bisher rund 3800 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Wie lange der Einsatz noch dauert, hängt davon ab, wann die US-Streitkräfte sich aus Afghanistan zurückziehen. Bisher ist der 31. August geplant. Mehrere europäische Länder drängen die USA aber zu einer Verlängerung.
Airbnb bietet kostenlose Unterkünfte für rund 20.000 afghanische Flüchtlinge an
17.29 Uhr: Das Portal Airbnb stellt vorübergehend kostenlose Unterkünfte für rund 20.000 afghanische Geflüchtete zur Verfügung. Die Situation der afghanischen Flüchtlinge in den USA und anderswo in der Welt sei "eine der größten humanitären Krisen" dieser Zeit, erklärte Airbnb-Chef Brian Chesky am Dienstag. Das Unternehmen fühle sich verantwortlich, mitzuhelfen.
Finanziert wird das Angebot demnach von der Airbnb-Führung selbst sowie durch Spenden. Airbnb werde für das Angebot bezahlen, dieses komme aber nur durch die "Großzügigkeit" der Gastgeberinnen und Gastgeber zustande, erklärte Chesky weiter. Im Portal Twitter bat er Interessierte, sich über die Plattform zu melden, wenn sie einer afghanischen Familie Unterschlupf anbieten möchten.
Taliban fordern Evakuierungs-Stopp für Afghanen
16.05 Uhr: Die radikalislamischen Taliban haben die US-Streitkräfte aufgefordert, bei ihren Rettungseinsätzen keine weiteren afghanischen Fachkräfte außer Landes zu fliegen. "Wir fordern sie auf, dies zu stoppen", sagte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid am Dienstag vor Journalisten in Kabul. Er bezog sich damit auf afghanische Experten wie beispielsweise Ingenieure. Nur Ausländer dürften von den westlichen Einsatzkräften aus Kabul ausgeflogen werden.
Mudschahid wiederholte auch die Warnung der Islamisten, dass nach dem 31. August keine Evakuierungsflüge aus Kabul mehr erfolgen dürften. Die Taliban hatten bereits zuvor vor "Konsequenzen" gewarnt, sollte der Einsatz des US-Militärs am Flughafen verlängert werden.
Der Nachrichtensender CNN berichtete indessen, das US-Verteidigungsministerium habe von US-Präsident Joe Biden für den Verlauf des Dienstag um eine Entscheidung gebeten, ob der Einsatz verlängert werden solle. Hintergrund ist, dass nach dem Abschluss der Evakuierungen auch die 5800 am Flughafen von Kabul eingesetzten US-Soldaten mitsamt ihrem Material ausgeflogen werden müssen.
Bundeswehr warnt vor IS-Selbstmordattentätern in Kabul
15.12 Uhr: Die Bundeswehr sieht eine zunehmende Anschlagsgefahr durch IS-Terroristen in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Man habe Signale aus amerikanischen Quellen, aber auch eigene Erkenntnisse, dass zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat "in die Stadt einsickern", sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn am Montag in Berlin. Man habe von den Amerikanern bereits in der vergangenen Woche Hinweise darauf bekommen. "Das nimmt jetzt zu."
Die US-Regierung hatte am Sonntag erstmals öffentlich Sorgen vor einem IS-Anschlag am Flughafen oder in der Umgebung geäußert. "Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend", sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, im Sender CNN. Man nehme die Warnungen "absolut todernst". Die militant-islamistischen Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.
EU will humanitäre Hilfe für Afghanen vervierfachen
12.57 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat eine Vervierfachung der humanitären Hilfe für bedürftige Afghanen angekündigt. Beim G7-Gipfel am Nachmittag werde sie eine Erhöhung von bisher geplanten über 50 Millionen Euro auf über 200 Millionen Euro ankündigen, teilte sie am Dienstag auf Twitter mit. Die Mittel sollen Afghanen im Land selbst und darüber hinaus zugute kommen. Es handele sich um Geld aus dem EU-Haushalt, unabhängig von den Hilfen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Die Lage in Afghanistan ist Gegenstand des virtuellen G7-Sondertreffens.
Maas: 351 Deutsche ausgeflogen, weitere 100 noch in Kabul
12.01 Uhr: Die Bundeswehr hat in den vergangenen Tagen über ihre Luftbrücke rund 3800 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen, darunter 351 deutsche Staatsbürger. Das hat Außenminister Heiko Maas am Dienstag im TV-Sender Bild gesagt. Mit weiteren rund 100 Deutschen und ihren Familien, die noch vor Ort ausharrten, stehe man in Kontakt, deren Standorte seien bekannt, sagte Maas. Auch heute versuche die Bundeswehr wieder, diese Menschen einigermaßen sicher an den Flughafen zu bringen.
Maas sagte, Deutschland spreche auch mit den Taliban, um etwa zu gewährleisten, dass deutsche Staatsbürger Kontrollpunkte der Islamisten passieren können. Dies sei "schrecklich", aber dazu gebe es derzeit keine Alternative.
Gleichzeitig geht der Außenminister nicht davon aus, dass tatsächlich alle ausreiseberechtigten Afghanen in den nächsten Tagen vom Flughafen Kabul aus in Sicherheit gebracht werden können. "Wir werden in den verbleibenden Tagen dieser militärischen Evakuierungsaktion nicht alle aus Afghanistan rausbekommen könne", sagte Maas.
Bundeswehr fliegt weitere Menschen aus
11.29 Uhr: Mit einer Bundeswehr-Maschine sind abermals mehr als 200 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen worden. Der Militärtransporter des Typs A400M startete heute vom Flughafen der Hauptstadt Kabul mit 206 Menschen an Bord ins Nachbarland Usbekistan, wie die Bundeswehr per Twitter mitteilte. Von dort geht es dann weiter nach Deutschland. Insgesamt hat die Bundeswehr inzwischen mehr als 3650 Bundesbürger, Afghanen und Bürger anderer Staaten aus Kabul evakuiert.
Patennetztwerk: Lage am Flughafen Kabul bleibt extrem gefährlich
10.31 Uhr: Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte befürchtet, dass viele einheimische Helfer der westlichen Staaten nicht rechtzeitig aus Afghanistan ausgeflogen werden können. Die chaotische Lage am Flughafen der Hauptstadt Kabul werde sich voraussichtlich nicht entspannen, sagte Sven Fiedler von dem Patenschutznetzwerk im Deutschlandfunk. Vor allem für Familien mit Kindern sei die Situation am Airport extrem gefährlich. Viele visaberechtigte Ortskräfte, die auf den Ausreiselisten stünden, würden am Tor des Flughafens nicht vorgelassen.
Dem Netzwerk sei wegen der chaotischen Zustände wenig über den Verbleib vieler Ortskräfte bekannt, zumal die Telefon- und Internetverbindungen schlecht seien, sagte Fiedler. Es sei extrem schwierig zu sagen, wie viele Ortskräfte bereits gerettet worden seien und wie viele es überhaupt nach Kabul geschafft hätten. Zudem gebe es weiterhin Ortskräfte, die keine Berechtigung für ein Visum hätten, etwa weil sie vor 2013 für die Bundeswehr gearbeitet hätten.
Dies sei aus Sicht des Patenschaftsnetzwerks moralisch "absolut falsch, weil die Taliban keinen Unterschied machen, ob jemand vor drei oder vor sieben Jahren" für die NATO gearbeitet habe, sagte Fiedler. Bereits heute gebe es Berichte, wonach die Aufständischen bewusst nach ehemaligen Ortskräften oder Helfern von ausländischen Mächten suchten, und vereinzelt sogar Nachrichten von Hinrichtungen.
US-Vizepräsidentin Harris verteidigt Abzug
7.51 Uhr: US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan verteidigt. Präsident Joe Biden habe "die mutige und richtige Entscheidung" getroffen, einen seit 20 Jahren dauernden Krieg zu beenden, sagte Harris bei einem Besuch in Singapur. "Wir hatten das erreicht, wofür wir dorthin gegangen waren."
Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban liege der Fokus nun auf der Evakuierung von US-Amerikanern, von Bürgern aus Partnerländern und von Afghanen, die mit den USA zusammengearbeitet haben.
Bundeswehr flog bislang mehr als 3650 Menschen aus
6.07 Uhr: Der um 22.29 Uhr MESZ in Kabul gestartete A400M ist um 23.48 Uhr MESZ nach Angaben der Bundeswehr mit 211 weiteren Schutzbedürftigen in Taschkent gelandet. Seit Beginn der Operation seien damit bislang mehr als 3650 Menschen durch die Bundeswehr aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen worden.
Frankreich: Fünf Männer wegen Taliban-Verbindung unter Bewachung
3.24 Uhr: In Frankreich stehen fünf Männer nach ihrer Evakuierung aus Afghanistan wegen möglicher Verbindungen zu den islamistischen Taliban unter Bewachung. Dies teilte Innenminister Gérald Darmanin via Twitter mit. "Frankreich ist human, aber auch wachsam", schrieb er in seinem Tweet, dem ein Bericht der Nachrichtenagentur AFP über die Verdächtigen beigefügt war. Einem der Männer gelang es offenbar bei den chaotischen Evakuierungen in Kabul durchs Netz zu schlüpfen. Seine Frau und Kinder seien auch auf dem Flug gewesen, stünden aber nicht unter Verdacht.
Lambsdorff fordert von G7-Gipfel "humanitäre Korridore" für Afghanistan
2.30 Uhr: Der FDP-Faktionsvize Alexander Graf Lambsdorff hat vom G7-Gipfel an diesem Dienstag "humanitäre Korridore" für Afghanistan gefordert. "Der G7-Gipfel sollte sich dafür aussprechen, dass die UN humanitäre Korridore nach Afghanistan legen, um die Menschen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen. Damit könnte der Flüchtlingsdruck zumindest gelindert werden", sagte Lambsdorff unserer Redaktion. Die UN, die eine Mission in Afghanistan hätten, sollten versuchen, das mit den Taliban vereinbaren.
"Die wichtigste Aussage des G7-Gipfels wäre eine klare Aufstockung der Mittel für das Flüchtlingshilfswerk und das Welternährungsprogramm der UN", fügte der FDP-Politiker hinzu. "Afghanistans Nachbarländer sollten durch das Flüchtlingshilfswerk der UN unterstützt werden - und zwar in erster Linie Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Pakistan. Sollte die Türkei unter einer neuen Flüchtlingswelle aus Afghanistan leiden, müsste auch die Türkei unterstützt werden."
CDU-Außenexperte kritisiert "Abhängigkeit" der Bundeswehr von "einem einzigen Partner"
1.00 Uhr: Der Außen- und Sicherheitsexperte der Union im Bundestag, Roderich Kiesewetter, hat im Zusammenhang mit der Lage in Afghanistan eine Überprüfung der Auslandseinsätze der Bundeswehr mit Blick auf die Eigenständigkeit der deutschen Einheiten gefordert. "Für mich ist eine zentrale Lehre aus dem Desaster in Afghanistan: Wir müssen alle aktuellen Einsätze der Bundeswehr einer Prüfung unterziehen, ob die Soldatinnen und Soldaten bei einem rasanten Abzug anderer internationaler Truppen und vor allem der Amerikaner in der Lage sind, einen Einsatz eigenständig weiterzuführen", sagte Kiesewetter dieser Redaktion.
Es könne nicht sein, dass "die Bundeswehr bei Einsätzen von Personal und Kriegsgerät von einem einzigen Partner abhängig ist", so der Obmann der Union im Auswärtigen Ausschuss im Bundestag. "Ich sehe etwa den gefährlichen Einsatz der Bundeswehr in Mali derzeit kritisch. Die deutschen Einheiten haben vor Ort in Mali keine bewaffneten Drohnen und keine eigene Möglichkeit, Angriffe aus der Luft zu starten." Das sei nicht hinnehmbar, "wenn Deutschland militärisch im Ausland agiert. Hier müssen wir alle Einsatzorte der Bundeswehr genau überprüfen", sagte Kiesewetter.
Baerbock fordert Afghanistan-Untersuchungsausschuss
0.45 Uhr: Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock hat der Bundesregierung vorgeworfen, afghanische Ortskräfte aus innenpolitischen Erwägungen nicht rechtzeitig aus Afghanistan ausgeflogen zu haben. "Das ist wirklich für die deutsche Außenpolitik katastrophal und erst recht natürlich für die Afghaninnen und Afghanen dort im Land", sagte Baerbock in einem Interview mit zehn ARD-Popwellen. Die Fehler des Afghanistan-Einsatzes müssten in einem Untersuchungsausschuss aufgearbeitet werden.
Baerbock sprach sich zudem für eine Afghanistan-Konferenz aus, an der aus ihrer Sicht auch Russland, China und die Nachbarstaaten Afghanistans teilnehmen sollten. Die USA forderte sie auf, für eine weitere Offenhaltung des Flughafens in Kabul zu sorgen.
Nachrichten zur Lage in Afghanistan am Montag, den 23. August: EU-Ratsvorsitz beruft Sondertreffen zu Afghanistan ein
22.26 Uhr: Der Vorsitz im Rat der EU hat für Donnerstag ein Sondertreffen zur Lage in Afghanistan einberufen. "Die slowenische Präsidentschaft strebt zu diesem Thema einen Meinungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und eine gemeinsame Reaktion der EU an", teilte ein Sprecher am Montagabend mit. Das Treffen werde auf Botschafterebene organisiert, wahrscheinlich werde es in Kürze zudem eine Sondertagung der EU-Innenminister zu möglichen Auswirkungen der Ereignisse in Afghanistan auf die Migration geben.
Slowenien hat den alle sechs Monate wechselnden EU-Ratsvorsitz seit Juli inne. Als kleines Land mit nur rund 2,1 Millionen Einwohnern besitzt es bei europäischen Entscheidungsprozessen normalerweise keinen besonders großen Einfluss. Als EU-Vorsitzland kommt ihm nun aber für eine halbes Jahr eine wichtige Rolle bei der Themensetzung und bei der Lösung von Meinungsverschiedenheiten zwischen den EU-Staaten zu.
WHO warnt - Medikamente in Afghanistan werden knapp
21.21 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Versorgungsgüter für Afghanistan nur noch wenige Tage reichen werden. Es seien zwar viele Tonnen Güter bereit für den Transport, doch Flüge zum Flughafen in Kabul nicht möglich. Benötigt würden Erste-Hilfe-Kits sowie wichtige Medizin für die Behandlung von Krankheiten wie Diabetes.
21.00 Uhr: Am Flughafen Kabul greifen Unbekannte Soldaten an. Spezialeinheiten rücken aus. Doch die Zeit der Rettungsflüge aus Afghanistan könnte gezählt sein.
Pentagon bemüht um Abschluss der Evakuierungen bis Ende August
20.21 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium plant weiterhin einen Abzug aller amerikanischen Truppen vom Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul bis Ende August. Ziel sei, den Evakuierungseinsatz bis zu dieser Frist abzuschließen, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Montag in Washington. Darauf seien derzeit alle Kräfte konzentriert.
Zu der Ankündigung der Taliban, sie würden einer potenziellen Verlängerung der Evakuierungsmission westlicher Staaten aus Afghanistan keinesfalls zustimmen, sagte Kirby, man habe die öffentlichen Äußerungen der Taliban gesehen und sei sich bewusst, dass dies ihr Wunsch sei.
Der Pentagon-Sprecher wies wiederholte Nachfragen, wie sich eine mögliche Verlängerung der Frist gestalten könnte, als hypothetisch zurück und betonte, an diesem Punkt sei man nicht. Derzeit liege der Fokus darauf, an dem Zeitplan bis zum 31. August festzuhalten.
Maas strebt zivilen Weiterbetrieb des Kabuler Flughafens an
19.15 Uhr: Der Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sollte nach dem Willen von Außenminister Heiko Maas (SPD) auch nach dem Abzug deutscher und anderer ausländischer Truppen weiter für Evakuierungsflüge genutzt werden können. Deutschland sei mit den USA, der Türkei und anderen Partnern im Gespräch mit dem Ziel, einen zivilen Weiterbetrieb für Evakuierungsflüge zu gewährleisten, sagte Maas am Montag in Berlin. "Darüber werden wir auch weiter mit den Taliban sprechen müssen und tun dies auch."
Nato will kein konkretes Datum für Ende von Evakuierungen nennen
18.31 Uhr: Die Nato will derzeit kein konkretes Datum für ein Ende der Evakuierungsflüge aus Afghanistan nennen. "Die Lage am Flughafen in Kabul bleibt extrem herausfordernd und unberechenbar", sagte ein Bündnissprecher am Montag in Brüssel. Gemeinsam mit alliierten Truppen werde daran gearbeitet, die Evakuierungen fortzusetzen. Derzeit verließen täglich Dutzende Flüge Kabul.
Weitere Gespräche zum Thema wird es nach Angaben des Sprechers bei dem per Videokonferenz organisierten G7-Sondergipfel zur Lage in Afghanistan an diesem Dienstag geben. An den Beratungen nimmt auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg teil.
Der Zeitplan der USA sieht eigentlich vor, alle Truppen bis zum 31. August abzuziehen, was bedeuten würde, dass der Evakuierungseinsatz für Ausländer und durch die Taliban gefährdete Afghanen vermutlich schon Ende dieser Woche enden müsste. Zuletzt hat US-Präsident Joe Biden allerdings angekündigt, dass die US-Regierung im Gespräch mit dem Militär über eine mögliche Verlängerung der Evakuierungsmission über das Monatsende hinaus ist. Mehrere Nato-Partner sprechen sich dafür aus, diese Option in Erwägung zu ziehen. Dagegen sprechen allerdings Warnungen der Taliban. Sie wollen einer Verlängerung der Evakuierungsmission westlicher Staaten nicht zustimmen.
USA richten in Deutschland Notunterkünfte für Afghanen ein
18.07 Uhr: Rund 4000 aus Afghanistan ausgeflogene Menschen könnten vorübergehend auf US-Stützpunkten in Bayern und Rheinland-Pfalz untergebracht werden. Wie ein Sprecher der US Army Europe der Deutschen Presse-Agentur am Montag bestätigte, werden an den Standorten Grafenwöhr und Kaiserslautern entsprechende Vorbereitungen getroffen.
Demnach sollen in Sicherheit gebrachte Menschen dort so lange bleiben, bis sie zu ihren endgültigen Zielorten gebracht werden können. Neben Unterbringung und Verpflegung werde es auch medizinische Versorgung geben, hieß es.
In Kaiserslautern sollen die Menschen den Angaben zufolge in der Anlage "Rhein Ordnance Barracks" untergebracht werden, in Grafenwöhr auf dem dortigen Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte.
Grund für die Vorbereitungen ist, dass die USA derzeit ihren riesigen Militärstützpunkt im pfälzischen Ramstein als ein Drehkreuz für die Evakuierung von Schutzsuchenden aus Afghanistan nutzen. Die dortigen Unterbringungsmöglichkeiten sind allerdings begrenzt und könnten bald ausgeschöpft sein.
Bundeswehr bringt weitere 180 Menschen nach Usbekistan
17.32 Uhr: Im Zuge der Evakuierungsaktion der Bundeswehr ist ein weiterer Flieger mit 180 Schutzbedürftigen an Bord aus Kabul im usbekischen Taschkent gelandet. Das teilte die Bundeswehr am Montag auf Twitter mit. Um ihre Weiterreise würden sich in Taschkent Mitarbeiter des Auswärtigen Amts und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge kümmern.
Zuvor hatten Bundeswehr-Militärtransporter des Typs A400M bereits 378 Schutzbedürftige nach Taschkent geflogen und Hilfsgüter wie Lebensmittel und Kleidung nach Kabul gebracht. Seit dem Start ihrer Evakuierungsaktion habe die Bundeswehr fast 3000 Menschen aus Kabul ausgeflogen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Darunter waren laut Auswärtigem Amt mehr als 1800 Afghanen.
Iran liefert auf Taliban-Bestellung Treibstoff
15.15 Uhr: Auf Bestellung der Taliban exportiert der Iran nach Angaben einer dortigen Industrievereinigung Erdölprodukte nach Afghanistan. Die Taliban hätten den Iran benachrichtigt, dass die Lieferungen wieder möglich seien, erklärt der iranische Verband der Exporteure von Öl-, Gas- und Petrochemie-Produkten.
Wegen Sicherheitsbedenken hätten einige Händler ihr Geschäft mit dem Nachbarland zuvor eingestellt gehabt. Seit ein paar Tagen laufe der Export aber wieder. Die Taliban haben demnach Zölle auf Treibstoff aus dem Iran kräftig gesenkt.
Nach der Machtübernahme der sunnitischen Extremisten in Afghanistan waren die Treibstoffpreise in die Höhe geschossen, als viele Menschen aus den Städten mit dem Auto aufs Land flüchteten. Der Iran ist schiitisch geprägt.
USA fliegen binnen 24 Stunden mehr als 10.000 Menschen aus
14.54 Uhr: Bei der Evakuierungsmission in Afghanistan haben die USA erstmals innerhalb von 24 Stunden mehr als 10.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Zwischen dem frühen Sonntagmorgen und dem frühen Montagmorgen hätten 28 Flugzeuge des US-Militärs rund 10.400 Menschen außer Landes gebracht, teilte das Weiße Haus mit. Im selben Zeitraum hätten außerdem 61 Maschinen internationaler Partner rund 5900 Menschen evakuiert. Seit dem Start der Evakuierungsmission Mitte August hätten die Vereinigten Staaten insgesamt rund 37.000 Menschen entweder selbst aus Afghanistan ausgeflogen oder deren Ausreise ermöglicht
Bericht: Kanzleramtschef Braun unter Druck
13.53 Uhr: Die SPD-Bundestagsfraktion macht angesichts der Krise in Afghanistan Druck auf Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Der Kanzleramtschef, dem die deutschen Geheimdienste unterstellt sind, müsse sich zu der Frage erklären, ob Warnungen des Bundesnachrichtendiensts vor einer Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht nicht ausreichend gewürdigt worden seien, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider dem "Spiegel".
Er forderte Braun auf, am Mittwoch in der Sitzung des zuständigen Bundestagsausschusses Auskunft darüber zu geben. Hintergrund sind "Spiegel"-Recherchen, wonach der BND bereits Ende 2020 vor einem Fall der afghanischen Regierung warnte.Das Kanzleramt habe damals ein ausführliches Dossier zur Zukunft Afghanistans ohne die internationale Truppenpräsenz bekommen. In dem Papier beschrieben die BND-Experten laut "Spiegel" unter dem Schlagwort "Emirat 2.0" die Rückkehr der Taliban an die Macht nicht mehr als eines von mehreren Szenarien, sondern wägten nur noch ab, wie schnell die Regierung in Kabul zusammenbrechen würde.
Bundeswehr nun auch außerhalb des Flughafens Kabul im Einsatz
13.02 Uhr: Wegen der dramatischen Situation am Flughafen Kabul und der teils blockierten Zugänge ist die Bundeswehr nun auch außerhalb des geschützten Airports im Einsatz, um Menschen sicher zu den Evakuierungsflügen zu bringen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte am Montag bei "Bild TV", es sei im Moment fast nicht mehr möglich, zum Flughafen zu gelangen. "Deswegen müssen wir sehr viel stärker dazu übergehen, die Leute sozusagen abzuholen. Das tun wir."
Nach einem Bericht von "Bild TV" haben Elitesoldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) eine Münchner Familie aus Kabul gerettet und während der Mission das Gelände des Flughafens verlassen. Bei der Geheim-Operation "Blue Light" hätten sich die deutschen Soldaten zu Fuß vorgearbeitet und eine 19-jährige Münchnerin, ihren kleinen Bruder und ihre Mutter gerettet, hieß es unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Operation habe rund eine Stunde gedauert. Bisher hatte sich die Evakuierungsmission der Bundeswehr auf das Flughafengelände beschränkt. Zwei Hubschrauber, die zur Evakuierung von gefährdeten Menschen aus dem Stadtgebiet nach Afghanistan gebracht worden waren, kamen bisher nicht zum Einsatz.
Kramp-Karrenbauer bestätigte die Geheimoperation des KSK zwar nicht direkt, dementierte sie auf mehrfache Nachfrage aber auch nicht. Und sie lobte ausdrücklich, dass das KSK in Kabul wie auch die Sanitäter, Fallschirmjäger oder die Besatzungen der Transportflugzeuge einen tollen Job machten.
Kramp-Karrenbauer bestätigt Terrordrohungen in Kabul
12.20 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Lage in der afghanischen Hauptstadt Kabul als sehr angespannt beschrieben und bestätigt, dass es zunehmend Terrordrohungen gebe. "Wir haben unglaublich viele Flüchtlinge in der Stadt, wir haben eine verschlechterte Versorgungslage, wir haben zunehmend auch Drohungen auch von anderen terroristischen Gruppen", sagte die CDU-Politikerin am Montag bei "Bild TV". Weitere Einzelheiten nannte sie nicht.
Flughafen Kabul: Mehrere Verletzte mit Schusswunden im Krankenhaus
12.11 Uhr: Nach dem Feuergefecht am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sechs Verletzte mit Schusswunden ins Krankenhaus gekommen. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Emergency am Montag bei Twitter mit, die ein Krankenhaus in Kabul betreibt. Es sei aber keiner der Angeschossenen in Lebensgefahr. Seit Samstag früh seien in dem Krankenhaus 14 Schwerverletzte aufgenommen worden, 26 weitere seien notärztlich behandelt worden.
Kramp-Karrenbauer will über persönliche Konsequenzen nachdenken
12.00 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will nach dem Ende des Evakuierungseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan über persönliche Konsequenzen aus Fehlern vor der Machtübernahme der Taliban nachdenken. "Wenn diese Mission zu Ende ist, dann werde ich für mich selbst sehr genau überlegen, welche Verantwortung ich getragen habe, welcher Verantwortung ich gerecht geworden bin, wo vielleicht auch nicht - und welche Schlüsse ich persönlich daraus ziehen muss", sagte sie am Montag bei "Bild TV".
Sie machte aber deutlich, dass sie sich nun zunächst auf die Evakuierungs-Mission konzentrieren wolle. "Ich bin die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt, und die muss vorne an Bord stehen in dem Moment, wo eine so gefährliche militärische Mission läuft, in die ich die Leute ja auch geschickt habe." Bei einem Krisengespräch im Kanzleramt unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntagabend sei es nicht um Personalfragen gegangen. "Es ging genau um die Frage: Wo stehen wir mit der Evakuierung, was machen die politischen Bemühungen." Außerdem sei es um die Verlängerung des Evakuierungseinsatzes gegangen.
Taliban-Sprecher: Werden Verlängerung der Evakuierung nicht zustimmen
11.29 Uhr: Die Taliban wollen einer Verlängerung der Evakuierungsmission westlicher Staaten aus Afghanistan nicht zustimmen. Das sagte ein Sprecher der militant-islamistischen Organisation dem britischen Nachrichtensender Sky News am Montag. "Würden die USA oder Großbritannien zusätzliche Zeit erbeten, um die Evakuierungen fortzusetzen, wäre die Antwort ein Nein", sagte Suhail Schahin, ein Mitglied der Taliban-Delegation in Doha, der Hauptstadt Katars.
Die für den 31. August festgesetzte Frist sei eine "rote Linie", so der Schahin weiter. Sie zu verschieben, käme einer Verlängerung der militärischen Besatzung seines Landes gleich. Dazu gebe es keinen Grund. Er fügte hinzu: "Es wird Misstrauen schaffen zwischen uns. Wenn sie vorhaben, die Besatzung zu verlängern, wird das eine Reaktion hervorrufen".
Taliban: Pandschir-Frage soll politisch gelöst werden
9.36 Uhr: Die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan wollen die offene Machtfrage in der noch nicht von ihnen eroberten Provinz Pandschir durch Gespräche lösen. Pandschir im Nordosten Kabuls ist die einzige Provinz, die noch nicht von den Islamisten kontrolliert wird. Man bemühe sich, das Problem mit politischen Mitteln zu lösen, erklärten die Taliban am Montag auf Twitter. Gleichzeitig hieß es, Taliban-Kämpfer aus den Nachbarprovinzen Pandschirs - Badachschan, Tachar und dem Bezirk Andarab in Baghlan - hätten Positionen in der Nähe der Provinz bezogen.
Weiter hieß es, in den Bezirken Pul-i Hisar und Dih Salah in der Provinz Baghlan sei jegliche feindliche Präsenz beseitigt worden. In den vergangenen Tagen hatte es Berichte von Scharmützeln örtlicher Milizen mit Taliban in der Provinz Baghlan gegeben. Am Samstag hatte der bisherige Vorsitzende des Rates für Nationale Versöhnung, Abdullah Abdullah, Gespräche über die Zukunft der Provinz Pandschir mit Vertretern aus der Provinz abgehalten.
Pandschir konnte von den Taliban auch während ihrer ersten Herrschaft zwischen 1996 und 2001 nicht erobert werden. Das lag neben dem erbitterten Widerstand der Nordallianz auch an der geografischen Lage - der Eingang zum Tal ist eng und gut zu verteidigen. Während die Islamisten in den vergangenen Monaten praktisch in allen Provinzen angriffen, gab es nur vereinzelte Angriffe auf Pandschir.
Großbritannien meldet mehr als 5700 Evakuierungen aus Afghanistan
8.29 Uhr: Großbritannien hat seit der Machtübernahme der Taliban mehr als 5700 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. Seit dem Start der Evakuierungen am 13. August seien 5725 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden, darunter mehr als 3100 ehemalige afghanische Ortskräfte und deren Angehörige, wie das britische Verteidigungsministerium am Sonntagabend mitteilte.
Unter den Ausgeflogenen seien neben den Afghanen diplomatisches Personal sowie Staatsbürger Großbritanniens und anderer Länder. Der britische Befehlshaber vor Ort, Dan Blanchford, nannte den Einsatz "sehr komplex und schwierig". Familien und Einzelpersonen hätten „entsetzliche Schwierigkeiten“, zum Flughafen zu gelangen. Seine Soldatinnen und Soldaten erlebten "herzzerreißende Szenen".
Angesichts des geplanten Abschlusses des Abzugs der US-Truppen bis Ende August betonte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace unterdessen in der "Mail on Sunday", die USA hätten "die volle Unterstützung" Großbritanniens für eine Verlängerung des Einsatzes.
Feuergefecht am Flughafen in Kabul - ein Toter
6.38 Uhr: Bei einem Feuergefecht afghanischer Sicherheitskräfte sowie deutscher und US-amerikanischer Soldaten mit unbekannten Angreifern am Flughafen Kabul ist eine afghanische Sicherheitskraft getötet worden. Drei weitere wurden am Montagmorgen verletzt, wie die Bundeswehr auf Twitter mitteilte. Alle deutschen Soldaten seien unverletzt geblieben.
Nach Angaben der Bundeswehr kam es zu dem Schusswechsel gegen 4.15 Uhr (MESZ) am Nordtor des Airports. Von dem Flughafen starten die Evakuierungsflüge, mit denen westliche Staaten nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban eigene Bürger und afghanische Ortskräfte außer Landes bringen.
Die Bundeswehr hat inzwischen mehr als 2700 Menschen aus Kabul ausgeflogen, darunter mehr als 1800 Afghanen. In der Hauptstadt des Nachbarlandes Usbekistan, Taschkent, landete nach Angaben der Bundeswehr aus der Nacht ein Flugzeug mit 213 Passagieren. Vor einer Woche hatten die militant-islamistischen Taliban Kabul erobert und die Macht übernommen. Seitdem fürchten sich Oppositionelle, Journalisten, Menschenrechtler und auch Ortskräfte, die für westliche Staaten tätig waren, vor Racheaktionen.
Städtebund dringt auf Vereinbarungen zu Afghanistan-Flüchtlingen
6.02 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund dringt auf internationale Vereinbarungen zu Flüchtlingen aus Afghanistan. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der "Rheinischen Post" (Montag), der Städte- und Gemeindebund plädiere für eine großzügige Aufnahme der für Deutschland tätigen afghanischen Ortskräfte und ihrer Familien in Deutschland. Dies sei eine moralische und humanitäre Verpflichtung. "Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass über diesen Personenkreis hinaus viele Afghanen ihr Heil in der Flucht suchen werden." Hier müsse es internationale Vereinbarungen mit den unmittelbaren Nachbarstaaten, gegebenenfalls aber auch Kontingente unter Einbeziehung der USA, Kanadas, Großbritanniens und der EU geben.
"Dabei muss sichergestellt werden, dass nicht gerade Deutschland, das schon sehr viele Flüchtlinge etwa aus Syrien aufgenommen hat, am Ende die Hauptlast trägt. Letztlich wird eine solche Kontingentlösung allerdings nur funktionieren, wenn die internationale Gemeinschaft die zukünftige Staatsführung in Afghanistan einbinden kann."
Linke-Fraktionschefin für Aufnahme von Afghanistan-Flüchlingen
5.34 Uhr: Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Amira Mohamed Ali, befürwortet die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan. "Es ist noch völlig offen, wie viele Menschen fliehen werden. Als Deutschland haben wir nach 20 Jahren Militäreinsatz im Land jedoch eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen", sagte Mohamed Ali der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag). Das
beinhaltet demnach auch, "dass man Menschen nach Deutschland kommen lässt".
Nachrichten zur Lage in Afghanistan am Sonntag, den 22. August: Biden: Diskussion über Verlängerung von Evakuierungen in Kabul
23.27 Uhr: Die US-Regierung ist nach Angaben von Präsident Joe Biden im Gespräch mit dem Militär über eine mögliche Verlängerung der Evakuierungsmission aus Afghanistan über das Monatsende hinaus. "Es gibt Diskussionen zwischen uns und dem Militär über eine Verlängerung", sagte Biden am Sonntag im Weißen Haus. "Wir hoffen, dass wir nicht verlängern müssen." Der Präsident sagte auf eine entsprechende Frage, sollten andere G7-Staaten um eine längere Präsenz der US-Truppen am Kabuler Flughafen bitten, werde er antworten, "dass wir sehen werden, was wir tun können". Die Staats- und Regierungschefs sieben wichtiger Industriestaaten kommen am Dienstag zu einem Online-Sondergipfel zu Afghanistan zusammen.
Biden sagte, seit dem Beginn der US-Evakuierungsmission am 14. August hätten US-Streitkräfte und ihre Koalitionspartner fast 28.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Innerhalb von 36 Stunden seien zuletzt rund 11.000 Menschen über die Luftbrücke in Sicherheit gebracht worden. Der Präsident warnte aber: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und es kann noch viel schiefgehen." Die Szenen am Flughafen nannte Biden "herzzerreißend". Er betonte zugleich, die Evakuierung von Tausenden Menschen aus Kabul wäre immer "hart und schmerzvoll" verlaufen, unabhängig vom Zeitpunkt ihres Beginnes. Bidens Regierung wird vorgeworfen, zu spät damit begonnen zu haben.
Scholz verteidigt Afghanistan-Einsatz
22.52 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr trotz der Machtübernahme der Taliban verteidigt. „Das war kein sinnloser Einsatz“, sagte Scholz der "Bild". Die Anschläge von Al-Kaida in den USA vom 11. September 2001 seien schlimmer mörderischer Terrorismus gewesen. Der Afghanistan-Einsatz sei eine richtige Reaktion gewesen.
Es sei lange klar gewesen, dass die Verbündeten und folglich auch die Deutschen das Land irgendwann verlassen würden. Deutschland hätte sich lieber weniger schnell aus Afghanistan zurückgezogen. Aber es gelte: „Immer muss es so sein, dass die Länder und Völker in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen.“ Die afghanische Regierung habe das Land im Stich gelassen.
Merkel berät im Krisenstab zu Afghanistan
21.54 Uhr: Die Lage in Afghanistan ist Thema von Krisenstab-Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Kanzlerin ließ sich dazu nach dpa-Informationen am Sonntag direkt nach ihrer Rückkehr von einem Ukraine-Besuch mit einem Hubschrauber der Bundeswehr-Flugbereitschaft ins Kanzleramt fliegen.
Die "Bild" berichtete, dass an den Beratungen auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) teilnehmen werde. Das Bundespresseamt äußerte sich am Abend auf Anfrage nicht dazu - das Auswärtige Amt ebenfalls nicht, es verwies auf das Kanzleramt.
USA fürchten IS-Anschlag am Flughafen Kabul
19.05 Uhr: Die US-Regierung hat Medienberichte über die Gefahr eines Anschlags der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) am Flughafen Kabul oder in der Umgebung bestätigt. "Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend", sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, im Sender CNN.
"Wir arbeiten intensiv mit unseren Geheimdiensten zusammen, um herauszufinden, woher ein Angriff kommen könnte." Man nehme die Warnungen "absolut todernst". Die Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.
Italien will 2500 Afghanen evakuieren
19.54 Uhr: Italien will bei seiner Evakuierung früherer afghanischer Mitarbeiter und ihrer Familien insgesamt ungefähr 2500 Afghanen aus Kabul ausfliegen. Das sagte Außenminister Luigi Di Maio am Sonntag beim sogenannten Meeting di Rimini. Bei diesem Treffen mit katholischem Hintergrund sprechen Politiker, Geistliche, Verbände und Organisationen zu verschiedensten Themen. 1600 Menschen seien bereits über die Luftbrücke des italienischen Militärs aus Afghanistan geholt worden, erklärte der per Video zugeschaltete Di Maio weiter.
Afghanistan-Untersuchungsausschuss wird immer wahrscheinlicher
18.34 Uhr: Ein Afghanistan-Untersuchungsausschuss des Bundestags wird immer wahrscheinlicher. Grüne, FDP und Linke sprachen sich am Wochenende klar für die Einsetzung eines solchen Gremiums zur Aufarbeitung der Fehleinschätzungen der Bundesregierung vor der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban aus - aber erst nach der Bundestagswahl am 26. September. Nach der jetzigen Sitzverteilung im Bundestag würden die Stimmen der drei Oppositionsfraktionen dafür reichen. Nur 25 Prozent der Abgeordneten müssen zustimmen.
"Wir müssen das aufarbeiten", sagte die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Der Ausschuss müsse kommen, unabhängig davon, wer die nächste Bundesregierung anführe. "Das, was an Desaster passiert ist, das können wir nicht einfach verschweigen", betonte die Grünen-Chefin. Es gehe darum, aus Fehlern zu lernen.
FDP-Chef Christian Lindner verlangte in der "Bild am Sonntag", dass in einem Untersuchungsausschuss alles auf den Tisch komme, „was nicht funktioniert hat“. Auch die "Fehleinschätzung" des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur Lage in Afghanistan müsse Konsequenzen haben. "Er muss gegebenenfalls neu aufgestellt werden."
Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sagte dieser Redaktion: "Es gab nach über 20 Jahren Einsatz keinen Exit-Plan. Was für ein Desaster." Zur Aufarbeitung brauche es im nächsten Bundestag einen Untersuchungsausschuss.
Lage in Kabul weiterhin kritisch - Sorge vor IS-Anschlägen wächst
17.41 Uhr: Trotz einiger Zeichen der Entspannung am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul harren dort weiterhin Tausende verzweifelte Menschen bei großer Hitze und teils chaotischem Gedränge aus. Sieben Zivilisten kamen in dem Tumult ums Leben, wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte. Berichten zufolge gingen auch mehrere Kinder verloren.
Zugleich warnte die US-Regierung vor der Gefahr von Terroranschlägen am Airport. Wegen der massiv gestiegenen Zahl an Binnenflüchtlingen - nach UN-Angaben 300.000 allein in den vergangenen zwei Monaten - droht sich die humanitäre Lage in dem vom Krieg gebeutelten Land deutlich zu verschärfen.
G7-Sondergipfel zu Afghanistan am kommenden Dienstag
16.24 Uhr: Der angekündigte Sondergipfel der G7-Staaten zur brisanten Lage in Afghanistan soll an diesem Dienstag stattfinden. "Ich werde die Staats- und Regierungschefs der G7 am Dienstag zu dringenden Gesprächen über die Lage in Afghanistan einberufen", twitterte der britische Premierminister Boris Johnson am Sonntag. Großbritannien hat derzeit den Vorsitz in der Runde der führenden westlichen Industrienationen inne. Neben Deutschland und Großbritannien gehören auch Frankreich, Italien, Kanada, Japan und die USA dazu.
Angesichts der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan wollen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten in der kommenden Woche bei einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen beraten. Es sei entscheidend, dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeite, um sichere Evakuierungen zu gewährleisten und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, schrieb Johnson.
Das Weiße Haus bestätigte die Teilnahme von US-Präsident Joe Biden an dem Gipfel. Die Staats- und Regierungschefs der G7 würden über die weitere Koordinierung ihrer Afghanistan-Politik und über die Evakuierung eigener Bürger sowie gefährdeter Afghanen beraten, hieß es in einer Mitteilung. Außerden wollten sie über Pläne für humanitäre Hilfe sprechen.
Bundeswehr fliegt weitere 196 Menschen aus Kabul aus
13.49 Uhr: Die Bundeswehr hat weitere 196 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Eine Transportmaschine A400M sei am Sonntag um 11.19 Uhr (MESZ) vom Flughafen der Haupstadt Kabul in Richtung Usbekistan gestartet, teilte das Einsatzführungskommando via Twitter mit. "Die Lage dort ist nach wie vor sehr schwierig. Es wird alles getan, so viele Schutzbedürftige wie möglich pro Flug nach Taschkent auszufliegen." Insgesamt dürfte die Bundeswehr nach eigenen Zahlen nun mehr als 2300 Menschen evakuiert haben.
Mehrere Militärtransporter der Bundeswehr pendeln zwischen Kabul und Taschkent, von wo aus die Evakuierten ihren Weiterflug nach Deutschland antreten sollen. Zuvor hatte ein in Kabul gestarteter A400M lediglich 20 Menschen in usbekischen Hauptstadt bringen können. Die geringen Zahlen können etwa darin begründet sein, dass es wegen der chaotischen Menschenmassen rund um den Flughafen nicht genügend Schutzpersonen bis hinein schaffen und rechtzeitig abgefertigt werden und die Maschinen nur sehr eng getaktete Zeitfenster für den Start bekommen.
Spanien und USA vereinbaren engere Zusammenarbeit bei Evakuierungen
12.31 Uhr: Die USA und Spanien wollen bei der Evakuierung schutzbedürftiger Menschen aus Afghanistan enger zusammenarbeiten. Er habe ein fruchtbares Telefonat mit Präsident Joe Biden geführt, bei dem das vereinbart worden sei, teilte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter in der Nacht auf Sonntag mit. Der staatliche Fernsehsender RTVE berichtete unterdessen am Sonntag unter Berufung auf die Regierung, die von den USA mitbenutzten Militärbasen Rota und Morón in der Region Andalusien sollten als Erstaufnahmezentren für ausgeflogene Afghanen verwendet werden, die für den USA gearbeitet haben. Die Ortskräfte fürchten nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban, Ziel von Racheakten zu werden.
Afghanin bekommt Baby an Bord von US-Flugzeug - In Ramstein gelandet
11.39 Uhr: Eine afghanische Frau hat an Bord eines US-Evakuierungsflugzeugs ein Baby zur Welt gebracht. Ihre Wehen und zusätzliche gesundheitliche Beschwerden setzten auf dem Weg zum US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland ein, wie das Transportkommando der US-Luftwaffe am Sonntag mitteilte.
Ihr Zustand habe sich verbessert, nachdem die C-17-Transportmaschine niedriger flog und der Luftdruck im Flugzeug sich dadurch erhöhte. Das Manöver habe geholfen, ihr Leben zu retten. Nach der Landung im pfälzischen Ramstein habe die Frau im Laderaum der Maschine mit Hilfe von Soldaten ein Mädchen zur Welt gebracht. Mutter und Kind gehe es gut.
In Afghanistan geht das Bargeld aus
11.22 Uhr: Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan geht den Menschen zunehmend das Bargeld aus. Einwohner Kabuls berichteten der Deutschen Presse-Agentur, die Geldautomaten in der Stadt seien praktisch leer. Banken und auch der Geldwechslermarkt seien seit einer Woche geschlossen. "Alle in der Stadt beschweren sich mittlerweile, dass sie kein Geld abheben können", sagte ein Bewohner.
Ein Mann sagte dem lokalen TV-Sender ToloNews, seine Bank habe zudem eine Obergrenze für Abhebungen eingeführt. Wenn denn ein Geldautomat doch noch befüllt sei, könne man nur 10.000 Afghani (rund 100 Euro) abheben. Viele drücke die Sorge, dass sie angesichts der aktuellen Krise überhaupt nicht mehr an ihr Geld kommen.
GIZ bietet bleibewilligen afghanischen Ortskräften finanzielle Unterstützung
11.07 Uhr: Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bietet afghanischen Ortskräften, die im Land bleiben wollen, eine finanzielle Unterstützung an. Es handle sich um ein Jahresgehalt zur Überbrückung der schwierigen Lage, sagte am Sonntag ein Sprecher des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Zunächst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.
Höchste Priorität habe die Sicherheit der afghanischen Ortskräfte und ihrer Familien, betonte der Ministeriumssprecher. Jede Ortskraft, die evakuiert werden möchte, könne sich und ihre Familie auf den entsprechenden Listen registrieren lassen.
Pro Asyl fordert Verschiebung von US-Truppenabzug aus Afghanistan
11.02 Uhr: Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu aufgerufen, sich bei US-Präsident Joe Biden für eine Verschiebung des Truppenabzugs aus Afghanistan einzusetzen. "Der US-Einsatz muss verlängert werden", forderte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt am Sonntag. "Die verzweifelt vor dem Flughafen Ausharrenden brauchen eine Evakuierungsperspektive", sagte er mit Blick auf die dramatischen Zustände am Flughafen von Kabul.
Britische Regierung will Rettungsflüge auch nach dem 31. August
10.33 Uhr: Die britische Regierung setzt sich dafür ein, die Rettungsmission aus Afghanistan über den 31. August hinaus zu verlängern. "Vielleicht dürfen die Amerikaner länger bleiben, dann werden sie unsere volle Unterstützung haben, wenn sie das tun", schrieb der Verteidigungsminister Ben Wallace am Sonntag in einem Gastbeitrag in der "Mail on Sunday".
US-Präsident Joe Biden hatte bislang das Ziel ausgegeben, die Evakuierungen bis Ende des Monats abzuschließen und sich bislang nicht auf eine Verlängerung festlegen wollen. Die britische "Time"“ hatte bereits am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass London sich in Washington dafür stark machen will, den Einsatz auszuweiten.
Hitze und Chaos - Menschen sammeln sich weiter rund um Flughafen Kabul
10.17 Uhr: Ungeachtet großer Hitze und andauerndem Chaos kommen weiterhin Menschen in großen Mengen zu den Eingängen des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Das berichtete am Sonntag ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Die Person und seine Familie hätten sich um Mitternacht zum Flughafen aufgemacht in der Hoffnung, dass zu der Zeit weniger Menschen auf Einlass warten und sie näher an das Tor kommen könnten. Je länger der Tag dauere, desto mehr Menschen kämen aber hinzu.
"Wir haben bisher nicht eine Stunde geschlafen", sagte die Person weiter. "Und jetzt brennt die Sonne auf uns nieder." An dem Eingang würden aktuell regelmäßig Personen von Briten aufgerufen und in den Flughafen eskortiert, sagte die Person weiter. Die Menschen in der gedrängten Menge, die alle auf einen Evakuierungsflug ins Ausland hoffen, seien weiter aggressiv und würden auch immer wieder schreien. "Wir wollen aber keine Chance verpassen, hineinzukommen", sagt die Person weiter, die eigenen Angaben zufolge auf einer Liste für einen Flug steht.
Berichte: Mehrere Kinder am Flughafen Kabul vermisst
10.02 Uhr: Im Gedränge der Tausenden Menschen am Flughafen Kabul in Afghanistan sind nach Berichten örtlicher Medien mehrere Kinder verloren gegangen. So kümmert sich einer Reportage des Fernsehsenders Ariana News zufolge eine Familie aus der Hauptstadt seit einer Woche um ein Kind im Grundschulalter, das es am Flughafen im Stacheldraht festhängend gefunden hatte. Bis heute seien die Eltern trotz vieler Bemühungen nicht auffindbar, sagte die Familie.
Der etwa sechs Jahre alte Junge habe gesagt, er sei mit den Eltern zum Flughafen gefahren, um das Land zu verlassen. Sein Vater sei vorgegangen, dann sei er selbst aber hingefallen. Kurz darauf habe er beide Elternteile nicht mehr sehen können. Auch lokale Journalisten berichteten in sozialen Medien, dass Menschen Fotos von vermissten Kindern am Flughafen anbringen.
Sieben Tote bei Chaos vor Flughafen in Kabul
9.25 Uhr: Im Gedränge vor dem Kabuler Flughafen sind sieben Afghanen gestorben. Wie das britische Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte, versammelten sich erneut Tausende Menschen vor dem Flughafen in der afghanischen Hauptstadt, um das Land nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban zu verlassen. Ein Sprecher bezeichnete die Bedingungen vor Ort als "nach wie vor äußerst schwierig".
Humanitäre Helfer wollen Afghanistan mehrheitlich nicht verlassen
7.01 Uhr: Der Großteil der humanitären Helfer will seine Arbeit in Afghanistan auch nach der Machtübernahme der Taliban fortsetzen. Alle Organisationen der Vereinten Nationen (UN), wie etwa das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), wollen nach Informationen der "Welt am Sonntag" weiter in dem krisengebeutelten Land bleiben. Nach Angaben des UN-Informationsbüros in Genf handle es sich dabei um etwa 300 ausländische und rund 3000 einheimische Mitarbeiter. "In vielen Provinzen wurden wir von den Taliban gebeten, dass wir bleiben und unsere nachweislich erfolgreiche Arbeit für Kinder fortsetzen", so das Kinderhilfswerk Unicef gegenüber der Zeitung.
Laut Einschätzung des UN-Büros in Kabul in dem "WamS"-Bericht wollen auch die meisten der über 150 nichtstaatlichen Hilfsorganisationen (NGOs) vor Ort bleiben. Dies betreffe mehrere Tausend Mitarbeiter.
EU-Kommission kündigt Unterstützung für EU-Länder bei Aufnahme von Flüchtlingen an
3.44 Uhr: Nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat die EU-Kommission die Mitgliedstaaten aufgerufen, sich auf mögliche Fluchtbewegungen aus dem Land vorzubereiten. "Wir sollten nicht warten, bis die Menschen an den EU-Außengrenzen stehen", sagte die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson der "Welt am Sonntag". Die Afghanen müssten innerhalb des Landes und in den Nachbarländern der Region unterstützt werden.
Zugleich forderte Johansson die EU-Staaten auf, mehr Flüchtlinge aus Afghanistan auf legalem und sicherem Weg ins Land zu lassen. Sie rufe alle EU-Länder auf, ihre Quoten für Umsiedlungen von Flüchtlingen innerhalb des UNHCR-Programms zu erhöhen. Neben Ortskräften, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten brauchten auch Mädchen und Frauen dringend Schutz. Die EU-Kommission sei bereit, solche Programme zu koordinieren und zusätzliche Finanzhilfen bereitzustellen, sagte die Innenkommissarin.
Blair: Westen hat Afghanistan "im Stich gelassen"
1.38 Uhr: Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat dem Westen vorgeworfen, Afghanistan im Stich gelassen zu haben. "Das Imstichlassen von Afghanistan und seines Volkes ist tragisch, gefährlich, unnötig, nicht in ihrem Interesse und nicht in unserem", schrieb Blair in einem am Samstag auf der Website seines Instituts veröffentlichten Beitrag.
Die US-Motive für den Truppenabzug aus dem Land bezeichnete der Ex-Premier, während dessen Amtszeit Großbritannien an der Seite der USA in den Afghanistan-Krieg gezogen war, als "idiotisch": "Wir taten das in Gefolgschaft eines idiotischen politischen Slogans über ein Ende der "Forever Wars" - als ob unser Einsatz 2021 auch nur entfernt mit unserem Einsatz vor 20 oder zehn Jahren vergleichbar gewesen wäre." US-Präsident Joe Biden hatte den Begriff "Forever Wars" (etwa: ewige Kriege) im vergangenen Jahr mehrfach während des Wahlkampfs genutzt.
Der Abzug aus Afghanistan lasse "jede Dschihadistengruppe auf der ganzen Welt jubeln", schrieb Blair weiter. Russland, China und der Iran würden ihre Vorteile aus dem Schritt ziehen. "Jeder, dem von westlichen Führern Zusicherungen gemacht werden, wird diese verständlicherweise als unsichere Währung ansehen."
FDP-Chef Lindner fordert Afghanistan-Untersuchungsausschuss
1.03 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat einen Afghanistan- Untersuchungsausschuss gefordert. Dort müsse in der nächsten Legislaturperiode alles auf den Tisch kommen, "was nicht funktioniert hat", sagte Lindner der "Bild am Sonntag". "Auch, welche systematischen Schwächen wir bei diesen Einsätzen haben. Das muss aufgeklärt und neu konzipiert werden." Auch die "Fehleinschätzung" des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur Lage in Afghanistan müsse Konsequenzen haben, sagte Lindner. "Er muss gegebenenfalls neu aufgestellt werden."
Die Bundesregierung hatte bereits eingestanden, dass sie vom Tempo der Machtübernahme durch die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan überrascht worden war. Am Donnerstag hatten sich vor diesem Hintergrund bereits Politiker von Grünen, FDP und Linken die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Bundestag nach der Wahl am 26. September vorbehalten. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Ausreise der afghanischen Helfer von Bundeswehr und Bundesregierung verschleppt zu haben. Eine Evakuierungsmission der Bundeswehr war Anfang der Woche angelaufen. Im Zuge des Abzugs der internationalen Truppen hatte die Bundeswehr zuvor Ende Juni ihren fast 20 Jahre dauernden Afghanistan-Einsatz beendet.
Borrell: Rettung aller Ortskräfte aus Afghanistan bis Ende August "unmöglich"
0.49 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hält es für unmöglich, bis Ende August alle Ortskräfte der USA und anderer Nato-Staaten aus Afghanistan auszufliegen. "Die Amerikaner wollen bis Ende des Monats 60.000 Menschen ausfliegen. Das ist mathematisch unmöglich", sagte Borrel der Nachrichtenagentur AFP. Er machte die strengen Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen des US-Militärs am Kabuler Flughafen mitverantwortlich für die schleppende Evakuierung.
"Das Problem ist der Zugang zum Flughafen", sagte Borrell. "Die Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen der Amerikaner sind sehr streng." Die EU habe sich bei der US-Regierung bereits darüber "beschwert", berichtete der EU-Chefdiplomat. "Wir haben sie gebeten, mehr Flexibilität zu zeigen." Afghanische Ortskräfte der EU, die das Land verlassen wollten, hätten Schwierigkeiten auf das Flughafengelände zu gelangen.
Borrell schloss sich zugleich den Forderungen mehrerer Nato-Staaten an, den Evakuierungseinsatz des US-Militärs am Kabuler Flughafen über Ende August hinaus zu verlängern. "Wenn die Amerikaner am 31. August abziehen, haben die Europäer nicht die militärische Kapazität, den Militärflughafen zu besetzen und zu sichern, und die Taliban werden die Kontrolle übernehmen", warnte Borrell.
Bundeswehr: Mehr als 2130 Menschen aus Kabul evakuiert
0.02 Uhr: Die Bundeswehr hat mittlerweile mehr als 2130 Menschen aus Kabul evakuiert. Insgesamt seien bislang 2134 schutzbedürftige Personen von der Bundeswehr aus Afghanistan ausgeflogen worden, twitterte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am späten Samstagabend. Zuvor war ein in Kabul gestarteter Militärmaschine vom Typ A400M mit 20 Menschen an Bord in usbekischen Hauptstadt Taschkent gelandet. Mehrere Militärtransporter der Bundeswehr pendeln zwischen Kabul und Taschkent, von wo aus die Evakuierten ihren Weiterflug nach Deutschland antreten sollen.
Samstag, den 21. August: FDP fordert zügige Integration evakuierter Ortskräfte aus Afghanistan
22.00 Uhr: Die FDP hat eine zügige Integration der aus Afghanistan evakuierten Ortskräfte gefordert: "Wir halten es für eine Verpflichtung unseres Landes, sich gut um diese Menschen zu kümmern", sagte Marco Buschmann, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, unserer Redaktion. Nötig seien ausreichende Angebote zur psychologischen Betreuung und Familienberatung. Zudem müsse man Zugang zu beruflicher Orientierung, Studium und Weiterbildung schaffen.
Afghanische Berufs- und Bildungsabschlüsse müssten schnell und unbürokratisch anerkannt werden. "Und wir brauchen eine Patenschaft der Wirtschaft, die im Zusammenspiel mit den Arbeitsagenturen für eine schnelle Vermittlung in Jobs sorgt", forderte Buschmann. "So können wir den Ortskräften ein neues und selbstbestimmtes Leben ermöglichen und zumindest etwas Wiedergutmachung leisten."
Die afghanischen Ortskräfte würden möglicherweise niemals mehr in ihre alte Heimat zurückkehren können, ohne ihr Leben zu riskieren. "Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass sie nach ihrer Ankunft in Deutschland gut integriert werden," verlangte Buschmann.
EVP-Fraktionschef warnt EU vor Flucht aus globaler Verantwortung
22.00 Uhr: Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hat der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, an die Europäische Union appelliert, eine größere Rolle in der Weltpolitik zu übernehmen. Es wäre "falsch, wenn wir jetzt aus der globalen Verantwortung fliehen und uns mehr und mehr zurückziehen", sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende unserer Redaktion. "Die Amerikaner sind nicht mehr gewillt und vielleicht auch nicht mehr in der Lage, den Weltpolizisten zu spielen. Auf Europa kommt mehr Verantwortung zu, wenn wir und unsere Kinder nicht in einem von China kontrollierten Jahrhundert leben wollen."
Die Ereignisse in Afghanistan zeigten, so Weber: "Europa kann nicht nur im Schlepptau der Amerikaner seine Außenpolitik betreiben, sondern muss auf eigenen Füßen stehen. Wir brauchen endlich eine geeinte und gestärkte europäische Außen- und Verteidigungspolitik." Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) forderte einen "Neustart des transatlantischen Verhältnisses mit einem deutlich engagierteren und handlungsfähigeren Europa".
Zugleich machte Weber deutlich, dass Flüchtlinge aus Afghanistan in der Region versorgt werden sollten. "Wer möglichen Flüchtlingen helfen will, der muss den Nachbarländern rasch und unkompliziert helfen", sagte er. "Dazu ist die EU bereit." Der CSU-Politiker nahm auch die Regierung in Ankara in die Pflicht. "Die Türkei muss ihren Verpflichtungen zur Grenzsicherung nachkommen", forderte er. "Das ist die Voraussetzung für die Erneuerung der Finanzzusagen der EU."
Bundeswehr fliegt erneut mehr als 200 Menschen aus Kabul aus
19.58 Uhr: Die Bundeswehr hat am Samstag mehr als 200 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Ein erstes Transportflugzeug vom Typ A440M konnte zwar nur acht Menschen in die usbekische Hauptstadt Taschkent bringen, wie das Bundesverteidigungsministerium am Abend im Onlinedienst Twitter mitteilte. Ein zweiter Flieger brachte dann aber 205 Menschen aus Kabul in Sicherheit. In der Nacht zum Samstag waren nach Angaben des Ministeriums bereits 172 und in einem zweiten Flug sieben Menschen evakuiert worden.
Die Bundeswehr hat somit seit dem Beginn ihrer Evakuierungsflüge mehr 2000 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen. Die radikalislamischen Taliban hatten vor einer Woche die Macht in Kabul übernommen. Westliche Staaten bemühen sich seitdem hektisch darum, vor allem ihre Staatsbürger und gefährdete afghanische Ortskräfte in Sicherheit zu bringen.
Am Samstagmittag hatte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr getwittert, die Lage am Kabuler Flughafen sei "momentan sehr schwierig". Es werde aber alles getan, um "so viele Schutzbedürftige wie möglich pro Flug nach Taschkent auszufliegen". Das Auswärtige Amt teilte auf Twitter mit, die Situation am Flughafen sei "gefährlich" und "volatil". Die Tore zum Flughafen würden "kurzfristig" geöffnet und geschlossen.
Auch Kramp-Karrenbauer gesteht Fehleinschätzung ein
19.31 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat eine massive Fehleinschätzung der Bundesregierung angesichts des Vormarschs der Taliban in Afghanistan eingeräumt. "Noch zu Beginn der letzten Woche hat niemand in der internationalen Gemeinschaft damit gerechnet, dass Kabul bereits am Ende der Woche kampflos fallen würde", schrieb Kramp-Karrenbauer in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an Abgeordnete des Bundestags. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.
"Unsere Lageeinschätzung war falsch, unsere Annahmen über die Fähigkeiten und die Bereitschaft zum afghanischen Widerstand gegen die Taliban zu optimistisch." Ähnlich hatten sich Außenminister Heike Maas (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 16. August geäußert, dem Tag nach der Einnahme Kabuls durch die Taliban.
US-Streitkräfte: Eingangstore am Flughafen Kabul sind geöffnet
19.02 Uhr: Bei der Evakuierungsmission in Afghanistan fertigen die US-Streitkräfte am Flughafen Kabul an den verschiedenen Eingängen nach eigenen Angaben weiterhin Menschen ab. Eingangstore seien in den vergangenen 24 Stunden nur kurzfristig geschlossen worden, damit "die richtigen Leute" passieren konnten, sagte US-Generalmajor William Taylor am Samstag im Pentagon. Nicht erklären konnten Taylor und Pentagon-Sprecher John Kirby, warum die US-Botschaft in Kabul US-Bürgern am Samstag geraten hatte, nicht zum Flughafen zu fahren. Kirby verwies aber darauf, dass die Lage rund um den Flughafen nicht stabil sei und sich ständig ändere.
Kirby sagte, es gebe "eine geringe Anzahl" von Amerikanern, die auf dem Weg zum Flughafen in den vergangenen Tagen von Taliban drangsaliert oder geschlagen worden seien. Das gelte auch für afghanische Unterstützer des US-Einsatzes. Die meisten Amerikaner würden aber durch die Checkpoints der Taliban gelassen. Die Zuständigen bei den Taliban seien über die Zwischenfälle informiert worden. Die militanten Islamisten haben nach Darstellung der US-Regierung zugesagt, Amerikaner passieren zu lassen. "Es hat den Anschein, dass nicht alle Taliban-Kämpfer die Botschaft verstanden haben oder sich entschlossen haben, sie zu befolgen", sagte Kirby.
US-Streitkräfte: 3800 Menschen in 24 Stunden aus Kabul ausgeflogen
18.06 Uhr: Die US-Streitkräfte haben seit Beginn der Evakuierungsmission in Afghanistan vor einer Woche nach eigenen Angaben insgesamt 17.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Generalmajor William Taylor sagte am Samstag im Pentagon, in den 24 Stunden zuvor hätten die US-Streitkräfte insgesamt rund 3800 Menschen evakuiert. Dafür seien sechs Flugzeuge der US-Luftwaffe und 32 Chartermaschinen eingesetzt worden. 5800 US-Soldaten sicherten den Flughafen in der afghanischen Hauptstadt. "Es wurde keine Änderung der aktuellen Feindlage in und um den Flughafen gemeldet."
Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte am Samstag: "Wir wissen, dass wir sowohl gegen die Zeit als auch gegen den Raum kämpfen. Das ist das Rennen, in dem wir uns gerade befinden." Man versuche, Menschen "so schnell und gefahrlos wie möglich" in Sicherheit zu bringen. Am Flughafen in Kabul harrten am Samstag weiterhin Tausende Menschen aus, die nach der Machtübernahme der Taliban vor den Islamisten fliehen wollen.
Merkel spricht mit Erdogan über Afghanistan
17.59 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über die Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban gesprochen. "Die Bundeskanzlerin und Präsident Erdogan waren sich einig, dass die Evakuierung schutzbedürftiger Menschen aus Afghanistan weiterhin höchste Priorität hat", teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Samstag mit. Merkel und Erdogan hätten zudem eine enge Zusammenarbeit vereinbart bei der Unterstützung der Arbeit internationaler Organisationen in Afghanistan und seinen Nachbarstaaten - insbesondere des UN-Flüchtlingshilfswerks.
Bewegendes Foto zeigt aus Kabul gerettetes Baby im Arm eines Soldaten
17.03 Uhr: Das Foto eines Babys im Arm eines norwegischen Soldaten an Bord eines Evakuierungsflugs aus Afghanistan hat in den sozialen Medien für Erschütterung gesorgt. Das Bild, das eine Korrespondentin des US-Senders CBS News am Samstag auf Twitter teilte, zeigt den in eine helle Decke eingewickelten Säugling auf dem Schoß eines Soldaten in voller Uniform. Ein Sprecher des norwegischen Militärs bestätigte dem Sender NRK die Echtheit des tausendfach geteilten Fotos, wollte aber keine weiteren Informationen geben.
Dem Norweger Terje Watterdal zufolge, der nach eigenen Angaben an Bord desselben Fliegers war, sollen etliche Kinder an Bord des Fluges ins georgische Tiflis gewesen sein. Auch er selbst habe zeitweise einen kleinen Jungen in den Armen gehabt, erzählte Watterdal dem Sender NRK. Die CBS-Journalistin schrieb auf Twitter ebenfalls von "einer großen Zahl an Kindern, von Babys bis hin zu Teenagern, die alleine reisten". Etliche Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer zeigten sich erschüttert über die Szene und sprachen den Eltern des Kindes ihr Mitgefühl aus.
Botschaft in Kabul: Grundsätzlich sicherer, zu Hause zu bleiben
16.48 Uhr: Die deutsche Botschaft in Kabul hat dazu aufgerufen, angesichts der unübersichtlichen Lage am Flughafen und in der Stadt zu Hause oder an einem geschützten Ort zu bleiben. "Der Zugang zum Flughafen Hamid Karzai International Airport ist derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Das North Gate ist bis auf weiteres geschlossen", hieß es in einem Landsleutebrief, der am Samstagabend (Ortszeit) verschickt wurde. "Derzeit ist es grundsätzlich sicherer, zu Hause oder an einem geschützten Ort zu bleiben." Es seien aber weiterhin Evakuierungsflüge der Bundeswehr geplant.
Am Samstag hatte die Bundeswehr mit zwei Flügen lediglich 15 Menschen von Kabul in die usbekische Hauptstadt Taschkent bringen können. Ein Augenzeuge berichtete der Deutschen Presse-Agentur von Tausenden Menschen, die am Flughafen in Kabul ausharrten. Für Samstag waren laut Verteidigungsministerium bis zu sechs Evakuierungsflüge geplant. Es war allerdings zunächst unklar, wie Passagiere angesichts des weiter geschlossenen Zugangstores und der Menschenmassen dort diese Flüge erreichen können.
Merkel räumt Fehleinschätzung ein
16.21 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Fehleinschätzungen im Zusammenhang mit der Lage in Afghanistan eingeräumt. "Die afghanische Regierung und Armee sind in einem atemberaubenden Tempo kollabiert", sagte Merkel am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung von CDU und CSU. "Wir haben diese Widerstandskraft stärker eingeschätzt - das gehört zur Wahrheit." Die unerwartete Machtübernahme in Afghanistan habe gezeigt, "wie dramatisch sich die Dinge von einem Tag auf den anderen ändern können".
Derzeit gehe es nun vor allem darum, Menschenleben zu retten und die Gefährdeten außer Landes zu bringen, sagte Merkel. Sie äußerte ihren "tiefen Dank" an alle Bundeswehrangehörigen, die mit der Evakuierungsmission befasst sind. Die Kanzlerin sprach von einer "extrem schwierigen Mission" und fügte hinzu: "Wir möchten, dass sie gesund nach Hause kommen."
Merkel bekräftigte, dass eine kritische Bilanz des langjährigen internationalen Einsatzes in Afghanistan gezogen werden müsse: "Natürlich wird im Anschluss an diese Rettungsmission darüber zu reden sein, was ist geschafft und was ist nicht geschafft in Afghanistan?"
Merz: Maas muss zurücktreten, wenn er Warnungen zu Kabul ignorierte
15.22 Uhr: Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat Außenminister Heiko Maas (SPD) wegen dessen Afghanistan-Kurs scharf angegriffen. "Wenn es stimmt, dass die Nachrichtendienste und die Leitung der Botschaft schon Tage vor der Einnahme von Kabul zur Evakuierung geraten haben, der Bundesaußenminister diesen Rat aber ignoriert hat, dann sollte, ja muss er zurücktreten", schrieb Merz in einem am Samstag veröffentlichten Beitrag auf "Focus Online". "Seine Auftritte und Rechtfertigungsversuche sind einfach nur noch peinlich."
Wie ausländische Nachrichtendienste auch hatte der Bundesnachrichtendienst (BND) Tempo und Ausmaß des Siegeszuges der Taliban in Afghanistan bis zuletzt unterschätzt. Nach einem Bericht des "Spiegel" warnte der BND die Bundesregierung aber schon seit
Jahren vor dem Zusammenbruch des afghanischen Staates.
In den vergangenen Tagen hatte es bereits von verschiedenen Seiten Forderungen nach einem Rücktritt des Außenministers gegeben. CSU-Chef Markus Söder hatte sich dafür ausgesprochen, dass Maas nach der Bundestagswahl im September nicht mehr dem Kabinett angehört.
US-Botschaft: Staatsbürger sollen Flughafen Kabul meiden
14.12 Uhr: Die US-Botschaft hat amerikanische Staatsbürger am Samstag dazu aufgerufen, den Flughafen Kabul zu meiden. Aufgrund möglicher Sicherheitsbedrohungen rund um die Eingänge rate man US-Bürgern, nicht zum Flughafen zu fahren und die Gates zu meiden, heißt es in einer Mitteilung der Botschaft am Samstag. Ausnahme sei, wenn der Bürger oder die Bürgerin eine individuelle Anweisung von einem Vertreter der US-Regierung erhalten habe.
Erst vor zwei Tagen hatte die Botschaft in einer Aussendung mitgeteilt, US-Bürger sollten zum Flughafen kommen, wenn sie es selber für sicher hielten. Sie sollten versuchen, an jedem geöffneten Gate den Flughafen zu betreten.
Gates am Flughafen Kabul derzeit geschlossen
12.09 Uhr: Die Sicherheitslage am Kabuler Flughafen bleibt äußerst angespannt. Der Zugang zum Flughafen sei aufgrund der gefährlichen Lage häufig nicht möglich, teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Samstag im Online-Dienst Twitter mit. "Nach unserem Kenntnisstand sind die Gates derzeit geschlossen." Auch die Bundeswehr schrieb bei Twitter von einer "momentan sehr schwierigen" Lage.
Trotz der Situation sei geplant, die Evakuierungen auch am Samstag fortzusetzen, erklärte das Ministerium weiter. Weitere Maschinen der Bundeswehr, die Menschen aus der afghanischen Hauptstadt über die Luftbrücke ins usbekische Taschkent bringen sollen, seien im Einsatz.
Für die gefährliche Rettungsaktion will die Bundeswehr ab Samstag auch Hubschrauber einsetzen. Zwei Helikopter, die "speziell für den Einsatz in Städten geeigne" sind, seien inzwischen in Kabul gelandet, erklärte das Verteidigungsministerium auf Twitter.
Vizechef der Taliban in Hauptstadt Kabul eingetroffen
11.16 Uhr: Der Vizechef der militant-islamistischen Taliban ist in der afghanischen Hauptstadt eingetroffen. Mullah Abdul Ghani Baradar sei am Samstag nach Kabul gekommen, um mit Taliban-Mitgliedern und weiteren Politikern über die Bildung einer neuen Regierung zu sprechen, bestätigten Taliban-Kreise der Deutschen Presse-Agentur.
Der Mitbegründer der Taliban war nach der Machtübernahme der Islamisten als bislang höchstrangigster Vertreter am Dienstag zunächst in der Stadt Kandahar im Süden des Landes eingetroffen, aus Katar kommend. Mullah Baradar ist Vize-Chef der Bewegung und Leiter des politischen Büros der Taliban in Doha. Es ist unklar, wo sich der Taliban-Führer Haibatullah Achundsada und seine zwei weiteren Stellvertreter Mullah Jakub und Siradschuddin Hakkani befinden und wann sie in Kabul eintreffen könnten.
Entwicklungsminister: Flüchtlinge aus Afghanistan "müssen heimatnah versorgt werden"
3.18 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller hat größere Anstrengungen gefordert, um Flüchtlinge aus Afghanistan in den Nachbarländern aufzunehmen. "Afghanische Flüchtlinge – das muss unser Ziel sein – müssen heimatnah versorgt werden, zum Beispiel in Pakistan, Iran, der Türkei, Tadschikistan, Usbekistan", sagte der CSU-Politiker im Interview mit dieser Redaktion.
Die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz angekündigten 100 Millionen Euro für humanitäre Flüchtlingshilfe seien mit Blick auf die Herausforderungen "entschieden zu wenig", kritisierte Müller. "Erforderlich ist eine internationale Sofortinitiative der G7 und G20 über 5 Milliarden Euro zur Stärkung der UN-Hilfsorganisationen in der Region, besonders des Welternährungsprogramms, von Unicef und des UN-Flüchtlingswerks UNHCR." Daran solle sich Deutschland mit 500 Millionen Euro beteiligen.
Die Programme von WFP, UNHCR und Unicef seien derzeit nur zu 50 Prozent finanziert, mahnte Müller. "Weder in Jemen, Syrien noch in den afghanischen Aufnahmeländern von Flüchtlingen kann deshalb ausreichend geholfen werden."
Veteranenvertretung: Anfragen von Ex-Bundeswehrsoldaten nach psychologischer Beratung "sprunghaft zugenommen"
2.51 Uhr: Veteranenvertreter der Bundeswehr verzeichnen nach dem Machtübernahme der Taliban einen rapide wachsenden psychologischen Beratungsbedarf bei ehemaligen Soldatinnen und Soldaten aus dem Afghanistaneinsatz. Die Anfragen und Kontaktaufnahmen von ehemaligen Bundeswehrangehörigen wie auch von Familienangehörigen hätten "in den vergangenen Tagen sprunghaft zugenommen", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, David Hallbauer, dieser Redaktion.
Hallbauer betonte: "Die dramatischen Ereignisse in Afghanistan haben bei etlichen Veteraninnen und Veteranen zu einer Retraumatisierung geführt. Sie haben derzeit enormen Gesprächsbedarf oder suchen psychologischen Beistand." Viele frühere Soldatinnen und Soldaten stellten sich seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan die Sinnfrage. "Sie haben den Eindruck, dass ihr monatelanger, harter Einsatz – oft unter Todesangst - letztlich vergebens war, und Erfolge aus 20 Jahren Afghanistaneinsatz jetzt von den Taliban mit einem Schlag zunichte gemacht werden", sagte Hallbauer. Viele Veteranen sagen sich: Was ich dort geleistet habe, hat nichts gebracht. "Das setzt vielen ehemaligen Soldatinnen und Soldaten ungeheuer zu", erläuterte Hallbauer.
Auch Familienmitglieder von ehemaligen Bundeswehrangehörigen meldeten sich derzeit vermehrt für Beratungsgespräche. Sie suchten Rat, "wie sie mit dem Trauma ihres Angehörigen umgehen können. Es ist für viele Familien im Moment eine sehr schwierige Situation", betonte Hallbauer.
Linke fordert: Auch Afghanen mit Familienangehörigen in Deutschland aus Kabul retten
1.36 Uhr: Die innenpolitische Expertin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, hat die Bundesregierung aufgefordert, auch Afghanen mit Angehörigen in Deutschland in die laufenden Evakuierungen in Kabul aufzunehmen. "Wer Angehörige in Deutschland hat, sollte in die laufenden Evakuierungen einbezogen werden. Zudem sollten die deutschen Botschaften in den Anrainerstaaten Visaanträge zur Familienzusammenführung direkt entgegennehmen und innerhalb weniger Tage wohlwollend bescheiden, das gilt auch für die schon anhängigen Verfahren", sagte Jelpke dieser Redaktion. "Das Auswärtige Amt muss jetzt schnell und unkompliziert handeln."
Bundeswehr fliegt 172 weitere Menschen aus Kabul aus
00.30 Uhr: Die Bundeswehr hat weitere 172 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen. Die Transportmaschine vom Typ A400M sei "mit 172 schutzbedürftigen Personen an Bord um 23.09 Uhr MESZ in Taschkent in Usbekistan gelandet", teilte die Bundeswehr am späten Freitagabend im Onlinedienst Twitter mit.
Seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban am vergangenen Sonntag haben westliche Länder tausende eigene Staatsbürger sowie afghanische Ortskräfte und Aktivisten in Sicherheit gebracht. Die Evakuierungsaktion am Flughafen Kabul ist aber äußerst schwierig, vor dem Flughafen ist die Lage nach wie vor chaotisch, weil tausende Afghanen einen Platz in einem der Flugzeuge bekommen wollen.
Nachrichten zur Lage in Afghanistan am Freitag, den 20. August 2021: Dramatische Szenen in Kabul: Baby über Mauer an US-Soldaten übergeben
22.24 Uhr: Am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul kommt es weiter zu dramatischen Szenen. In einem Videoclip, der sich am Freitag in sozialen Medien und in US-Medien verbreitete, war zu sehen, wie aus einer Menschenmenge ein Baby über eine Mauer mit Stacheldraht an US-Militärs übergeben wurde. Ein Soldat packte das Baby am rechten Arm und reichte es an Kollegen weiter. Ein Sprecher der US-Marineinfanteristen bestätigte am Freitag, der Soldat in dem Clip sei ein Mitglied einer ihrer Einheiten. Das Baby sei zu einer medizinischen Station auf dem Gelände gebracht worden. Zu den Umständen der Szene - etwa dazu, was mit den Eltern des Kindes ist - äußerte sich der Sprecher auf Anfrage zunächst nicht weiter.
Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte später in Washington, ein Elternteil des Kindes habe die US-Soldaten in jenem Moment um Hilfe gebeten, weil das Baby krank gewesen sei. Das Kind sei in ein Krankenhaus auf dem Gelände gebracht und dort behandelt worden. Später sei es an den Vater zurückgegeben worden. Der Sprecher sagte, er habe keine weiteren Details zu Vater und Kind und wisse auch nicht, wo sich jetzt aufhielten. Es habe sich von Seiten der US-Militärs um einen „Akt des Mitgefühls“ in einer Notlage gehandelt.
US-Soldaten bringen 169 Menschen auf Kabuler Flughafen-Gelände
22.13 Uhr: US-Soldaten haben 169 Menschen außerhalb des Flughafens von Kabul geholfen, auf das Gelände zu kommen. Präsident Joe Biden erklärte am Freitag, dass es sich dabei um „169 Amerikaner“ gehandelt habe. Die Menschen hätten sich „sehr nah“ an der Absperrung zum Flughafen befunden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby. „In kurzer Zeit und über eine kurze Entfernungen konnten einige unserer Truppen rausgehen und sie einsammeln und reinbringen“, sagte Kirby.
Die genauen Hintergründe des Vorfalls waren allerdings völlig offen. Auf Nachfrage erklärte Sprecher Kirby, er könne nicht sagen, aus welchen Nationalitäten sich die Gruppe zusammengesetzt habe. Es sei weniger eine Rettungsaktion als eine Unterstützungsmission gewesen, so Kirby. Warum diese aber nötig war, blieb offen. Unklar war auch, wann genau sich der Vorfall ereignete und wie viele US-Soldaten beteiligt waren.
Zweiter Deutscher auf dem Weg zum Flughafen Kabul verletzt
21.45 Uhr: In der Nähe des Flughafens Kabul in Afghanistan ist ein weiterer Deutscher verletzt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus dem Auswärtigen Amt. Es soll eine leichte Verletzung sein. Ob es sich um eine Schussverletzung handelt, blieb zunächst unklar. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass ein anderer Deutscher auf dem Weg zum Flughafen angeschossen wurde. Einer der beiden Verletzten wurde bereits ins usbekische Taschkent ausgeflogen. Der andere ist transportfähig, hält sich aber weiterhin in Kabul auf.
Um den Flughafen herrschen seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zustände. Die Lage ist extrem gefährlich. Die Verzweiflung der Menschen, die auf Evakuierungsflüge gelangen wollen, wird von Stunde zu Stunde größer. Das berichtete ein Augenzeuge am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach halten sich am Eingang zum zivilen Teil, der an einem großen Kreisverkehr liegt, weiterhin Hunderte Menschen auf, die versuchen, auf das Gelände und dann mit Hilfe von westlichen Flugzeugen außer Landes zu kommen. Kämpfer der Taliban feuerten dort in die Luft und schlugen mit Peitschen, um die Leute zu vertreiben.
Angelina Jolie: Instagram-Debüt mit Brief von afghanischem Mädchen
21.41 Uhr: Hollywood-Star Angelina Jolie (46) ist Instagram beigetreten und hat als ersten Eintrag einen handgeschriebenen Brief von einem afghanischen Mädchen über seine Angst vor der Taliban gepostet. Sie habe diesen Brief von einem Teenager in Afghanistan erhalten, schrieb die Schauspielerin am Freitag auf der Internet-Plattform. Die Menschen dort könnten sich jetzt nicht mehr frei in Sozialen Netzwerken äußern. Sie wolle dabei helfen, die Geschichten und Stimmen von Menschen, die um ihre Menschenrechte kämpfen, auf Instagram zu teilen.
Vor 20 Jahren, vor den Anschlägen vom 11. September, habe sie an der Grenze zu Afghanistan Menschen auf der Flucht vor dem Taliban-Regime getroffen, schrieb die Oscar-Preisträgerin. Es sei entsetzlich, nun wieder so viele Flüchtlinge zu sehen. Jolie kritisierte scharf, dass afghanische Flüchtlinge „wie eine Last“ behandelt werden würden. Sie gehörten mit zu den fähigsten Menschen in der Welt, erklärte die sechsfache Mutter. Sie habe viele Frauen und Mädchen getroffen, die sich eine Ausbildung wünschten und dafür gekämpft hätten.
Biden verspricht Amerikanern: „Wir werden Sie nach Hause bringen“
20.30 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat allen ausreisewilligen Amerikanern in Afghanistan die Ausreise aus dem Land versprochen. An ihre Adresse sagte Biden am Freitag im Weißen Haus: "Wir werden Sie nach Hause bringen." Auf Nachfrage sagte der US-Präsident, die Zusage gelte auch für Afghanen, die den US-Einsatz in Afghanistan unterstützt hätten. Die USA versuchten außerdem, so viele gefährdete Afghanen wie möglich in Sicherheit zu bringen, die beispielsweise für Hilfsorganisationen gearbeitet hätten.
Biden sagte, er und Außenminister Blinken arbeiteten zusammen mit Verbündeten, um internationalen Druck auf die Taliban aufzubauen. Biden wollte sich nicht dazu äußern, ob die Evakuierungsmission über den 31. August hinaus verlängert werden könnte. Er gehe davon aus, dass die Evakuierungen bis dahin abgeschlossen werden könnten, werde dazu aber später eine Entscheidung treffen.
Athen und Ankara: Afghanistans Nachbarn müssen unterstützt werden
20.10 Uhr: Griechenland und die Türkei haben die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Afghanistans unmittelbare Nachbarstaaten angesichts eines möglichen großen Flüchtlingszustroms zu unterstützen. Auf diese Forderung verständigten sich der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag bei einem Telefonat, wie das Büro des griechischen Regierungschefs mitteilte. Die afghanischen Flüchtlinge sollten damit so nahe wie möglich an ihrer Heimat bleiben können.
Griechenland baute mittlerweile an seichten Stellen entlang des an die Türkei grenzenden Flusses Evros neue Zäune auf und versetzte seinen Grenzschutz auf dem Festland und den Inseln in Alarmbereitschaft, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Bislang sei jedoch kein Zustrom von Migranten aus Afghanistan registriert worden.
Früherer US-Kommandeur verteidigt afghanische Streitkräfte
17.53: Der frühere Kommandeur der amerikanischen und der internationalen Truppen in Afghanistan, David Petraeus, hat die afghanischen Streitkräfte nach dem Siegeszug der Taliban verteidigt. "Sie hatten plötzlich keine Rückendeckung mehr", sagte der frühere US-General dem Onlineformat STRG_F, das der NDR produziert. "Unsere Luftwaffe war weg."
US-Präsident Joe Biden hatte neben der inzwischen entmachteten politischen Führung in Afghanistan auch die Sicherheitskräfte des Landes für die Rückkehr der Taliban an die Macht verantwortlich gemacht.
"Wie kann man von Streitkräften erwarten, dass sie kämpfen, wenn sie wissen, dass keiner mehr zur Unterstützung kommt?", sagte Petraeus. "Die Situation, in der sich die afghanischen Streitkräfte als Resultat unserer politischen Entscheidung befanden, war eine ausweglose." Der frühere Kommandeur verwies darauf, dass die afghanischen Sicherheitskräfte in den vergangenen Jahren im Kampf gegen die Taliban ein Vielfaches der Opfer der internationalen Truppen erlitten hatten.
Angela Merkel bittet Wladimir Putin um Unstützung
17.27 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin um Unterstützung bei der Rettung afghanischer Ortskräfte gebeten. Für die Bundesregierung habe im Moment Vorrang, möglichst viele Menschen nach Deutschland zu bringen, die in 20 Jahren Nato-Einsatz geholfen hätten, sagte Merkel nach einem Gespräch mit Putin am Freitag in Moskau. Sie habe diesen darum gebeten, in Gesprächen mit den Taliban darauf hinzuweisen, dass eine Zusammenarbeit in humanitären Fragen mit den Taliban besser möglich sei, wenn diese Menschen das Land verlassen könnten.
Merkel sagte, sie habe deutlich gemacht, "dass es ein sehr frustrierender Moment ist zu erleben, dass die Taliban zurückgekehrt sind und das Land kontrollieren". Nun müsse man versuchen, mit ihnen zu reden. Die Kanzlerin bekräftigte erneut, dass es dem Westen mit seinem Einsatz gelungen sei, die von Afghanistan ausgehende akute Terrorgefahr zu bannen. "Aber sie ist nicht dauerhaft gebannt." Alle weitergehenden Ziele seien jedoch nicht erreicht worden.
Angeschossener Deutscher wird nach Frankfurt gebracht
15.20 Uhr: Auf seinem Weg zum Kabuler Flughafen ist ein Deutscher angeschossen worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag. Der verletzte Zivilist befindet sich nun auf dem Weg nach Deutschland und soll laut Informationen des "Spiegels" voraussichtlich gegen 16.45 Uhr am Frankfurter Flughafen landen.
Wer den Mann angeschossen hat, ist noch immer nicht geklärt. Am Frankfurter Flughafen wurde inzwischen ein ganzes Gate für die Ankömmlinge aus Afghanistan abgesperrt. Sie werden von der Bundespolizei und dem "Roten Kreuz" versorgt. Auch Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sollen anwesend sein und sich um die noch ausstehenden Visa-Anträge kümmern.
(fmg/dpa/afp)