Gipfeltreffen

USA und Russland: Für Biden ist Putin ein "Killer"

| Lesedauer: 2 Minuten
Michael Backfisch und Dirk Hautkapp
Biden will Putin "rote Linien" aufzeigen

Biden will Putin "rote Linien" aufzeigen

Bei dem Gipfeltreffen mit Wladimir Putin will US-Präsident Joe Biden dem russischen Staatschef seine "roten Linien" aufzeigen. "Er ist intelligent und ein harter Brocken", sagte Biden vor dem Treffen über Putin.

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Die Liste der amerikanisch-russischen Gipfeltreffen ist lang. An den Spannungen zwischen beiden Ländern hat sich kaum etwas geändert.

Berlin. US-Präsident Ronald Reagan fuhr zunächst schweres verbales Geschütz gegen Moskau auf. Die Sowjetunion sei das „Reich des Bösen“, wetterte er. Nach einem massiven Aufrüstungskurs startete er mit dem russischen KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow eine Reihe von Abrüstungsinitiativen.

1987 unterzeichneten beide den INF-Vertrag über die Vernichtung der landgestützten nuklearen Mittelstreckenraketen.

George H. W. Bush glaubte, dass mit dem Fall der Mauer 1989 der Kalte Krieg zu Ende sei. 1991 unterzeichnete er mit Gorbatschow den Start-I-Vertrag zur Reduzierung des Arsenals atomarer Langstreckenraketen.

Hoffnung auf Einbindung Russlands in den Westen

Bill Clinton bemühte sich um die Demokratisierung Russlands. Beim Gipfeltreffen 1993 in Vancouver lobte er seinen Amtskollegen Boris Jelzin als „Reformer“.

George W. Bush hatte die große Hoffnung, dass Russland in den Westen eingebunden werden könnte. Bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin 2001 in Slowenien schwärmte Bush: „Ich habe dem Mann in die Augen gesehen. Ich war in der Lage, einen Eindruck von seiner Seele zu gewinnen.“

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Abkommen sollte Zahl der Atomsprengköpfe reduzieren

Barack Obama versprach bei seinem Amtsantritt 2009 den „Reset“ (Neustart) mit Russland. 2010 unterzeichnete er mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew das New-Start-Abkommen zur Reduzierung der Zahl der Atomsprengköpfe. Doch zu Putin fand er nie einen Draht. Mit seiner Bemerkung, Russland sei nur eine „Regionalmacht“, zog sich Obama scharfe Kritik aus Moskau zu.

Donald Trump pflegte einen auffällig nachsichtigen Kurs mit Putin. Als Putin 2018 in Helsinki die von US-Geheimdiensten beglaubigte Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahlen 2016 lax bestritt, nannte Trump das Dementi „extrem stark und kraftvoll“.

Quasi als Kontrapunkt zu George W. Bush stellte Joe Biden bereits 2011 klar, was er von seinem Gegenüber hält: „Ich sehe in Ihre Augen und ich glaube nicht, dass Sie eine Seele haben“, sagte der damalige Vizepräsident Biden 2011 zum damaligen Ministerpräsidenten Putin. Frisch im Amt, nannte Biden den Russen im US-Fernsehen einen „Killer“.

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