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Armin Laschet: Das hat es mit der „Notenaffäre“ auf sich

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Bettina Funk
Laschet dankt Söder: "Großer Vertrauensbeweis"

Laschet dankt Söder: "Großer Vertrauensbeweis"

CDU-Chef Armin Laschet hat Markus Söder (CSU) für dessen Nachgeben im Machtkampf der Union gedankt. Das sei ein "großer Vertrauensbeweis", sagte Laschet in Berlin.

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Armin Laschet hat vor einigen Jahren als Uni-Dozent Klausuren verschlampt – und sich Noten ausgedacht. Das hängt ihm immernoch nach.

Berlin. 
  • Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union
  • Bereits 2015 geriet er wegen der „Notenaffäre“ in die Kritik
  • Laschet soll Klausuren verloren und Noten erfunden haben – deshalb erhielt er den Spitznamen „Würfel-Armin“

Armin Laschet will Bundeskanzler werden. Dafür duelliert er sich mit Markus Söder und setzt sich durch. Der CDU-Chef und Ministerpräsident von NRW gilt als leidensfähig und Stehaufmännchen. Trotz Rückschlägen wie schlechten Umfragewerten gibt er nicht auf – auch nicht, als 2015 die „Notenaffäre“ ans Licht kommt.

Jahrelang unterrichtete Laschet an der RWTH Aachen in Politikwissenschaft. Er veranstaltete Ausflüge nach Brüssel oder Berlin, plauderte über seine Zeit als Minister und Europaabgeordneter und prüfte diese Ausflüge in seine Welt auch noch irgendwie schriftlich in Klausuren ab – und benotete sie.

Auch im Sommer 2014 leitete Laschet ein Blockseminar des Masterstudiengangs für Europastudien in Aachen. Die Klausuren, die seine Studierenden im Juli an der Uni schrieben, gingen jedoch ebenso verloren wie die dafür vergebenen Noten – nach Laschets Darstellung auf dem Postweg zur Uni.

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Armin Laschet „rekonstruierte“ zu viele Noten

Als Reaktion auf die verlorenen Klausuren „rekonstruierte“ Laschet die Noten für die Studenten. Nach eigenen Aussagen hatten er und seine Co-Korrektorin zu jeder Klausur Notizen angefertigt. Diese Notizen sollen dann die Grundlage für Notenvergabe gebildet haben. Jedoch übermittelte Laschet 35 Noten, obwohl nur 28 Studierende an der Klausur teilnahmen.

Erst als sich bei der Universität Prüflinge gemeldet hatten, die eine Note bekamen, obwohl sie die Klausur nicht mitschreiben konnten, gab Laschet zu, dass er die Noten „rekonstruiert“ habe.

Gegenüber der „Welt“ teilte die RWTH damals mit, dass keine Seminar- und Klausur-Teilnehmerliste vorliege und so nicht festgestellt werden könne, wie viele Studenten am Seminar und an der Klausur teilgenommen haben. Die vergebenen Noten in der Klausur wurden annuliert. Später gab der Politiker auch noch zu, er habe seine Notizen zur Notenvergabe inzwischen vernichtet.

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Der Spitzname „Würfel Armin“ bleibt

Die Entsorgung seiner Aufzeichnungen offenbarte Laschet einen Tag vor einer Sitzung des Wissenschaftsausschusses im Düsseldorfer Landtag. Dort ging es um die Details zu den verloren gegangenen Klausuren und ihrer nachträglichen Bewertung durch Laschet. Der Ausschuss hatte Laschet bitten wollen, seine Aufzeichnungen als Beweis für seine bisherigen Aussagen vorzulegen.

Öffentlich waren immer wieder Zweifel aufgetaucht, ob die Versionen des CDU-Politikers der Wahrheit entsprechen. Dies wurde jedoch nie ganz aufgeklärt. Doch zumindest Armin Laschets akademische Glaubwürdigkeit war erschüttet, er verzichtete auf seinen Lehrauftrag – nach eigenen Worten allerdings, um einen Schlussstrich unter seine Nebentätigkeit zu setzen und sich auf die Parteiarbeit zu konzentrieren.

Doch in Aachen trägt Laschet bis heute den Spitzenamen „Würfel Armin“ – als Anspielung darauf, dass er die Noten gewürfelt haben könnte. (mit dpa)