Superwahljahr

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Für Dreyer sieht es gut aus

| Lesedauer: 3 Minuten
Tim Braune
Dreyer kann mit Sieg in Rheinland-Pfalz rechnen

Dreyer kann mit Sieg in Rheinland-Pfalz rechnen

Die amtierende Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist das Zugpferd für die SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Für sie könnte es nach der Wahl womöglich sogar zu Rot-Grün reichen. CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf hat es da schwer.

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Erst hatte Regierungschefin Dreyer um ihr Amt in Rheinland-Pfalz bangen müssen. In Umfragen zur Landtagswahl holte sie aber rapide auf.

Mainz/Berlin. Biegt es Malu Dreyer wieder auf den letzten Metern um? Noch vor einigen Monaten schien die Karriere der Mainzer Ministerpräsidentin ernsthaft bedroht zu sein. Die oppositionelle CDU lag in Umfragen klar vorn. Doch je heftiger die Pandemie zuschlug, desto stärker punktete die empathisch zupackende Sozialdemokratin.

So lief es schon 2016 ab. Damals sah es so aus, als ob die frühere Weinkönigin und amtierende Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Dreyer besiegen würde. In einem Endspurt drehte Dreyer den Spieß um und führt seitdem geräuschlos eine Ampelkoalition mit Grünen und FDP an. Lesen Sie auch: Malu Dreyer - „Ich habe wochenlang meine Enkel nicht gesehen“

Rheinland-Pfalz: CDU-Herausforderer tut sich schwer

Ihr jetziger CDU-Herausforderer Christian Baldauf tut sich schwer, Argumente zu finden, was er besser machen würde als Dreyer, die seit 2013 als Nachfolgerin von Kurt Beck regiert.

In der SPD hätten sich viele Dreyer als Nachfolgerin von Andrea Nahles ganz oben gewünscht. Doch eine dauerhafte Doppelbelastung wollte sich die 60-Jährige, die an Multipler Sklerose leidet, nicht zumuten. An Politikern wie Dreyer, Beck und Helmut Kohl lässt sich gut ablesen: Die vier Millionen Pfälzerinnen und Pfälzer sind politisch treu.

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Politische Weltprominenz in die Heimat gelotst

Der Oggersheimer Kohl war erst Ministerpräsident in Mainz, bis er als späterer Kanzler der Einheit regelmäßig politische Weltprominenz in seine pfälzische Heimat lotste. Könige, Staats- und Regierungschefs bekamen im Deidesheimer Hof Kohls Leibspeise, den Saumagen vorgesetzt.

Als der französische Präsident François Mitterrand mit der deftigen Speise zunächst nichts anfangen konnte, flüsterte Kohl ihm etwas ins Ohr. Mitterrand machte sich plötzlich eifrig über den Saumagen her: „Ich habe ihm gesagt, wenn er nicht ordentlich aufisst, kriegt er das Saarland zurück.“ Auch interessant: Darum versucht es die SPD beim Wahlprogramm über links

Waldreichste Bundesland mit sieben Landesgrenzen

Jüngere Generationen haben Rheinland-Pfalz stets von SPD-Hand geführt erlebt. Dabei war das waldreichste Bundesland mit sieben Landesgrenzen und starker US-Truppenpräsenz lange tiefschwarz.

Peter Altmeier von der CDU war 22 Jahre Ministerpräsident (bis 1969). Von 1971 bis 1987 hatte die CDU im Mainzer Landtag die absolute Mehrheit. Die wurde erst 1991 von SPD-Mann Rudolf Scharping gebrochen. Seitdem sind Sozialdemokraten am Drücker. Mehr zum Thema: Mitglieder, Minister, Ziele: Die wichtigsten Fakten zur SPD

Als Provinzheini unterschätzt

Beck war fast zwei Jahrzehnte beliebter Landesfürst (ungeachtet der Millionen, die am Nürburgring in den Formel-1-Sand gesetzt wurden). Sein Ausflug nach Berlin als SPD-Chef endete unerfreulich. Ähnlich wie Kohl in Bonn wurde der volkstümliche Beck („Nah bei de Leut“) als Provinzheini unterschätzt.

Dem in Landau aufgewachsenen Ex-Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle oder der in der Vulkaneifel verwurzelten und aus der Politik geflohenen Ex-SPD-Frontfrau Nahles erging es ähnlich. Lesen Sie hier: Superwahljahr 2021 - Das sind die Termine im Überblick

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