Corona

Einzug von Mutationen aus Frankreich soll gestoppt werden

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Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt weiter an

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist den dritten Tag in Folge angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen ist dagegen leicht rückläufig.

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Mehr Ansteckungen neue Mutationen: Coronaalarm im Grenzraum zu Frankreich. Aber die Bundesregierung scheut vor Grenzkontrollen zurück.

Berlin.  Aus Rücksicht auf Frankreich scheut Innenminister Horst Seehofer (CSU) vor einseitigen Grenzkontrollen zurück. Eine Arbeitsgruppe soll „noch in dieser Woche“ mit Frankreich und den betroffenen Bundesländern darüber beraten, wie der Einzug von Corona-Mutationen gestoppt werden soll.

Man wolle „kooperative Lösungen“ suchen, versicherte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einer Sitzung des „kleinen Coronakabinetts“ am Montag in Berlin. Wie es heißt, sollen die Ministerpräsidenten Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz, SPD) und Tobias Hans (Saarland, CDU), eingebunden werden.

Corona: Inzidenzen von über 300 im Department Moselle

Die Mutationen sind im Department Moselle auf dem Vormarsch. Die Inzidenz ist dort auf über 305 pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage gestiegen. Das Ziel sei es, die Dynamik der Mutationen „mit konsequenten Maßnahmen“ zu bremsen. Die allgemeine Erwartung sei allerdings, dass der Anteil der Mutationen auch in Deutschland – zuletzt 20 bis 25 Prozent – steigen werde, so Seibert.

Frankreich wird rücksichtsvoller behandelt als Tschechien und Tirol. Die Bundesregierung hatte beide Regionen zu Virusmutationsgebieten erklärt, einen Beförderungsstopp verhängt, Grenzkontrollen angeordnet – und diplomatische Irritationen in Kauf genommen. Frankreich soll auf keinen Fall mit einseitigen Maßnahmen brüskiert werden.

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Mehr Impfungen und Tests im französischen Hotspot

Auch Frankreich hat auf die verschärfte Lage in der Grenzregion reagiert. Im Departement Moselle soll es wegen der hohen Anzahl von Corona-Infektionen mit neuen Mutanten mehr Impfungen und Tests geben.

Seibert sagte, man wisse, dass im Saarland und in Rheinland-Pfalz „in einer ganz besonders engen Weise“ mit den Freunden auf der französischen Seite gelebt werde. Laut Agentur für Arbeit gibt es bundesweit 43.551 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die in Frankreich wohnen, davon pendeln 14.771 ins Saarland ein.

Inzidenzen von über 300

In Frankreich sind die Inzidenzen mehrerer Regionen auf Werte um fast 300 gestiegen, im Einzelfall auch darüber: 324,6 in Pas-de Calais, 556,9 in der südlichen Region „Alpes Maritimes“. Gleichwohl führt das Robert-Koch-Institut das Nachbarstaat nicht auf einer Liste der Hochinzidenzstaaten. Landesweit liegt die Inzidenz bei rund 106.

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