Hanau-Attentat

Integrationsministerin: Mehr Einsatz gegen rechte Gewalt

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Christian Unger
Nach dem Attentat gedenken die Menschen der Opfer in Hanau

Nach dem Attentat gedenken die Menschen der Opfer in Hanau

Foto: Nicolas Armer / dpa

Der Anschlag von Hanau jährt sich. Für Integrationsministerin Widmann-Mauz ist jeder Einzelne im Kampf gegen Rassismus gefordert.

Berlin. Zum Jahrestag des Anschlags in Hanau hat die Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) mehr Einsatz im Kampf gegen rassistisch motivierte Gewalt in Deutschland gefordert: „Die rassistischen Morde von Hanau verpflichten uns alle, mehr zu tun“, sagte Widmann-Mauz unserer Redaktion.

Es sei richtig, dass „die Bundesregierung den Kampf gegen Rassismus mit konkreten Maßnahmen von der Prävention über die Strafverfolgung bis hin zur Hilfe und Beratung für Betroffene“ vorantreibe. „Und deshalb ist jede und jeder einzelne gefragt, klare Haltung zu zeigen und die Stimme gegen Hass und Gewalt zu erheben“, hob die Integrationsbeauftragte hervor.

Nach Hanau: Neue Plakate für Kampagne #MeineStimmeGegenHass

Die Integrationsministerin fördert gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung mit jeweils 125.000 Euro die Initiative #MeineStimmeGegenHass der Deutschlandstiftung, die auf diese Weise auch Erinnerungsarbeit für die Opfer von rechtsextremer Gewalt leisten will. Anlässlich des Jahrestages des Anschlags in Hanau hat die Stiftung eine neue Kampagne aufgelegt.

Mehr zum Thema: Eine Chronologie der rechten Gewalt in Deutschland

Nach Angaben der Bundesregierung fordert die Initiative Menschen bundesweit mit Plakaten und Anzeigen sowie einem Fernseh-Spot dazu auf, sich gegen rechtsextreme und rassistische Hetze zu stellen. Mehr als 50 Prominente unterstützten Angaben der Stiftung die Kampagne, darunter Schauspielerin Iris Berben, Sänger Max Raabe und der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Deutscher tötet neun Menschen in Hanau – Motiv: Rassismus

Anlässlich des Beginns der neuen Kampagne sagte der Vorsitzende des Stiftungsrates der Deutschlandstiftung Integration, der frühere Bundespräsident Christian Wulff: „Wir müssen in der reellen wie in der digitalen Welt gegen diesen Hass entschlossen vorgehen. Den Nährboden solcher Ideologien müssen wir alle zusammen trockenlegen.“

Der Täter von Hanau habe eine „zutiefst rassistische Gesinnung“ gehabt und vor der Gewalttat „seine Botschaften und seine Radikalisierung im Internet ausleben“, so Wulff.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in zwei Bars im hessischen Hanau neun Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gezielt getötet.

Die Bundesanwaltschaft attestierte dem Täter eine zutiefst rassistische Gesinnung. Für den ersten Jahrestag ist in Hanau eine Gedenkfeier mit Bundespräsident Steinmeier geplant.

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