USA

Joe Bidens Team: Wer nun für Deutschland wichtig wird

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Fauci empfindet Arbeit unter Biden als "befreiend"

Der führende US-Virologe Anthony Fauci ist sichtlich froh, nicht mehr unter Donald Trump beschäftigt zu sein. Er habe immer Sanktionen befürchten müssen, wenn er Trump widersprochen habe, erklärte Fauci. Die jetzige Regierung höre aber wieder auf die Wissenschaft.

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Pentagonchef Lloyd Austin ist gegen einen Abzug der US-Truppen, Außenminister Antony Blinken will Beziehungen zur Nato reparieren.

Washington. Bereits vor seinem Amtsantritt hatte Joe Biden angekündigt, er werde ein Kabinett zimmern, „das so aussieht wie Amerika“. Ein Versprechen, das der neue US-Präsident auch mit Blick auf Minderheiten und Frauen prompt eingelöst hat.

Das neue Team zeigt aber auch Bidens Loyalität gegenüber der Nato und seine Vorliebe für europäische Verbündete. Diese will der Präsident nach Donald Trumps ständigem Kokettieren mit einem Ausstieg aus der transatlantischen Verteidigungsallianz nun wieder umwerben. Sowohl im Außenministerium als auch im Pentagon werden zwei ausgewiesene Freunde und Fans Europas die Geschäfte führen.

Besonders Bidens Verteidigungsminister ist für Deutschland interessant

Interessant ist aus deutscher Sicht vor allem der neue Verteidigungsminister Lloyd Austin, den der US-Senat in der Nacht zum Freitag bestätigte. Der 67-jährige Afroamerikaner wurde im erzkonservativen Bundesstaat Alabama geboren und wuchs in Georgia auf. Nach dem Abitur besuchte er die renommierte Militärakademie West Point.

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Sein erster Auslandseinsatz führte den Soldaten als Mitglied einer Infanteriedivision nach Deutschland. Aus dem Kreis des neuen Pentagonchefs verlautet, dass Austin sich gegen den Abzug von 12.000 US-Kräften aus der Bundesrepublik stemmen wird, den Trump angedroht hatte.

Dass der Vier-Sterne-General den Zuschlag bekam, galt in Washington als Überraschung – auch weil es einer Ausnahmegenehmigung durch die Parlamentarier bedurfte. Im Pentagon muss ein Zivilist den Ministerposten bekleiden. Da Austins letzter Militäreinsatz weniger als sieben Jahre zurückliegt, musste der Kongress wie auch im Fall von Trumps erstem Verteidigungsminister Mattis die Entscheidung absegnen.

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An Austins Kompetenz gibt es keine Zweifel

Ganz im Sinne jener überparteilichen Zusammenarbeit, die Biden selbst versprochen und sich auch von Republikanern erhofft hatte, wurde Austin schnell durchgewinkt. An seiner Kompetenz gibt es nichts zu rütteln. Der Karrieresoldat steuerte sowohl 2007 die Truppenaufstockung im Irak als auch vier Jahre später den vom damaligen Präsidenten Barack Obama angeordneten Abzug aus der Krisenregion.

Nachdem er das US-Zentralkommando im Irak geleitet hatte, beförderte ihn der frühere Präsident 2013 an die Spitze des „Central Command“. Damit trug der dekorierte General die Verantwortung für sämtliche US-Truppen im Nahen Osten. Unter anderem leitete Austin den Feldzug gegen die radikalislamische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS).

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Antony Blinken wird Außenminister

Kaum überraschend ist dagegen, dass der Jurist und Karrierediplomat Antony „Tony“ Blinken den Chefsessel im Außenministerium übernehmen und somit seinen Traumjob bekommen wird. Schließlich gilt der mehrsprachige Weltbürger, der als Anwalt unter anderem in New York und Paris arbeitete, als energischer Verfechter globaler Allianzen. Letzteres gilt auch für Bidens neuen Sicherheitsberater Jake Sullivan.

Als eine seiner vorrangigen Aufgaben betrachtet Blinken, die lädierten Beziehungen zu den Nato-Partnern zu kitten. Ein weiteres Anliegen ist ihm zudem, das Nuklearabkommen mit dem Iran wieder zu beleben. Der im Februar auslaufende atomare Abrüstungsvertrag mit Russland soll indes um fünf Jahre verlängert werden, wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag bestätigte.

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Handelsbeauftragte Katherine Tai für Deutschland wichtig

Spüren wird man in Deutschland auch das Wirken von Bidens neuer HandelsbeauftragtenKatherine Tai. Die chinesischstämmige Juristin gilt als gewiefte Taktikerin. Großes Verhandlungsgeschick wird Tai im Umgang mit Partnerländern nachgesagt. Ihre vorrangige Aufgabe wird es sein, die von Biden propagierte „Buy American“-Initiative durchzusetzen. Werden künftig Produkte „Made in the USA“ bewusst gefördert, könnte das Folgen für deutsche Autohersteller und andere Exporteure haben.

Ein bekanntes Gesicht ist die neue Finanzministerin Janet Yellen, die kommende Woche bestätigt werden soll. Die frühere Vorsitzende der US-Notenbank will mit einem massiven Konjunkturpaket die unter der Corona-Pandemie leidende Wirtschaft ankurbeln. Auch sie legt Wert auf internationale Kooperation und wird ein verlässlicher Ansprechpartner für Finanzminister Olaf Scholz sein. ​

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