Jungfernflug

Maas macht mobil: Neuer Regierungsflieger in Betrieb

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Heiko Maas nahm den auf den Namen «Kurt Schumacher» getauften Regierungsjet in Betrieb.

Heiko Maas nahm den auf den Namen «Kurt Schumacher» getauften Regierungsjet in Betrieb.

Foto: Michael Fischer/dpa

Es ist nicht die „Air Force One“, aber ein Versprechen: Ein pannenfreier Regierungsjet. Seit Montag fliegt der neue Airbus A350-900.

Berlin. Den Härtetest hat der Airbus längst hinter sich, irgendwann im letzten Jahr: Nonstop nach Canberra, 17.000 Kilometer, Australien in 19 Stunden. Nun durfte Außenminister Heiko Maas (SPD) den Airbus A350-900 erstmals für eine Reise nutzen: Am Montag für einen Trip nach Ägypten. Es war der Jungfernflug des Regierungsfliegers. Vier Stunden, pannenfrei wohlgemerkt.

Selbstverständlich war das zuletzt nicht mehr. Deswegen hatte der Bundestag 1,2 Milliarden Euro für Flugzeuge locker gemacht. Die Maschine, die nach dem früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher benannt wurde, ist die erste von drei Neuanschaffungen. Die zwei anderen A350-900 sollen für die „weiße Flotte“ der Bundeswehr bis 2022 ausgeliefert werden.

Merkel und Maas können auf pannenfreie Flüge hoffen

Es ist nicht die „Air Force One“. Die Maschine des US-Präsidenten ist der Goldstandard. Vorerst haben auch nur die Gäste VIP-Status - das neue Flugzeug noch nicht. Denn ein Schlafzimmer und ein Bad – Standard in den beiden 20 Jahre alten Vorgängermodellen A340, die bald ausgemustert werden - werden erst nachträglich eingebaut. Im VIP-Bereich gibt es Sessel, die man so zurückklappen kann, dass sie als Bett dienen; für einen Trip nach Ägypten reicht es.

Für die Regierung hatte die frühe Verfügbarkeit Priorität. Verständlich. Die Minister sind leidgeprüft, nicht zuletzt Vielflieger Maas. Mal musste er außerplanmäßig eine Nacht in Mali dranhängen, mal Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einem Flug zum G20-Gipfel in Buenos Aires umkehren und auf eine spanische Linienmaschine umsteigen.

Klimafreundlich: Regierungsmaschine soll neues Standards erfüllen

Der neue Jet ist 67 Meter lang, bis zu 960 Stundenkilometer schnell, fliegt mehr als 13.000 Meter hoch und kann weltweit jedes Ziel ohne Zwischenlandung erreichen. Die alte A340 schaffte höchstens 15.200 Kilometer weit und hatte eine Reisegeschwindigkeit von 890 km/h.

Nebenbei ist der neue Jet leiser und verbraucht weniger Kerosin. Der Flieger werde „die modernsten Standards auch von Klimaanforderungen und Umweltanforderungen erfüllen“, versprach Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im vergangenen Sommer nach dem Flug vom Produktionsstandort Toulouse nach Hamburg – nur eineinhalb Jahre nach Kaufbeschluss. Seit Mai 2020 wurde das Flugzeug für die Bedürfnisse der Regierung umgebaut, im Spätherbst schlossen sich die Testflüge an.

Beim Jungfernflug waren die 133 Plätze überwiegend leer – wegen Corona vermeidet man direkte Kontakte und große Delegationen. Weil es in Ägypten aber um den Nahostkonflikt ging, war es für den Außenminister wichtig, die Gespräche nicht per Videokonferenz, sondern vor Ort zu führen. Es gebe Themen, da müsse man seinem Gesprächspartner gegenübersitzen sitzen, meinte Maas, „auch in Zeiten wie diesen“.

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