Kommentar

Corona-Pandemie: Die vergessene Trauer um die Toten

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland fast 10.000 Tote gefordert. Die Maßnahmen machen es Angehörigen schwer, Abschied zu nehmen.

Neuer Höchstwert bei Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 10.000 verzeichnete Fälle binnen eines Tages gestiegen. Das Robert-Koch-Institut bezeichnet die Lage als "sehr ernst".

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Berlin. Eine Beerdigung darf in diesen Tagen nur im kleinen Kreis stattfinden. Von Berührungen, körperlicher Unterstützung für die Trauernden wird leider auch abgeraten. Hatte der Tote für sich eine Party mit Blaskapelle geplant, in diesem Jahr 2020, das ganz im Zeichen der weltweiten Corona-Pandemie steht, werden solche letzten Wünsche nicht erfüllt. Wie hart das ist. Und wie erbarmungslos traurig für die Angehörigen.

Das neuartige Coronavirus und seine Verbreitung beobachten wir in Graphen, in Regionen, in Zahlen über Infizierte, Genesene und Tote. An diesem Wochenende werden es in Deutschland 10.000 Menschen sein, die an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. Ein kaltes Hoch. Hinter dieser Zahl verbergen sich mindestens 10.000 persönliche Tragödien, Familien, die ihren Vater verloren haben, Mütter, die ihre 21-jährige Tochter begraben mussten, beste Freunde, die sich nie wiedersehen – und fast alle konnten von ihren Liebsten wegen der Kontaktbeschränkungen nicht Abschied nehmen. Lesen Sie hier: Corona-Tote: Fünf Schicksale stellvertretend für 10.000

Die Toten der Corona-Pandemie: Kein Abschied wegen Kontaktbeschränkungen

Vielleicht war es für die Toten nicht schlimm, am Ende allein zu sein. Wer weiß das schon. Doch für die, die zurückbleiben, ist der Gedanke daran, dass ihr Mensch allein sterben musste, etwas, was einen für den Rest des Lebens verfolgt.

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Und jetzt ist auch die Trauer so schwer. Alle Angehörigen, die einen Menschen an Covid-19 verloren haben, sollten sich vornehmen, noch einmal später eine Trauerfeier ohne Regeln – nur nach den eigenen – zu organisieren.

Übrigens: Einen Staatsakt zu Ehren der Opfer der Corona-Pandemie gab es immer noch nicht in Deutschland. Zwar gibt es dafür grundsätzlich Zustimmung von Bundespräsident Steinmeier über Gesundheitsminister Spahn bis zu Bundestagspräsident Schäuble –doch passiert ist bisher nichts. Es wäre aber ein wichtiges Signal.

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