US-Wahl

Droh-Mails an US-Wähler: Iran und Russland stecken dahinter

Demokratische US-Wähler bekommen Droh-Mails, die sie zur Wahl Trumps drängen. Offenbar stammen die E-Mails aus Russland und dem Iran.

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Alle vier Jahre wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten. Das Wahlsystem unterscheidet sich deutlich von unserem.

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Washington. Die Droh-E-Mails kamen über Internet-Server in Estland, Saudi-Arabien, Singapur und den Vereinigte Arabischen Emiraten und hatten den Anschein, vom rechtsradikalen US-Männerbund „Proud Boys” zu stammen. Anfang dieser Woche landeten sie in den digitalen Postfächern demokratischer Wähler in Bundesstaaten wie Florida, Pennsylvania, Arizona und Alaska.

Unter Drohungen wurden die Empfänger dazu gedrängt, sich als Republikaner registrieren zu lassen und am 3. November Donald Trump zu wählen – andernfalls werde man sie „kriegen”.

Am Mittwochabend stellte sich heraus: Russland und der Iran stecken offenbar hinter dem jüngsten Versuch, die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten zu beeinflussen.

US-Wahl: Droh-E-Mails sollten demokratische Wähler einschüchtern

Das sagte der Oberste Koordinator der 17 US-Geheimdienste, John Ratcliffe, bei einer eilends einberufenen Pressekonferenz. Der ehemalige republikanische Kongress-Abgeordnete sprach davon, dass Vertreter beider Staaten illegal persönliche Daten registrierter US-Wähler in ihren Besitz gebracht hätten.

Iranische Akteure hätten E-Mails versendet mit dem Ziel, „Wähler einzuschüchtern, sozialen Unfrieden zu schüren und Präsident Trump zu schaden”. Dass zunächst die Demokraten Zielscheibe besagter Digital-Post waren, ließ er außen vor.

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Der Iran, so Ratcliffe, stecke auch hinter der Verbreitung eines im Internet kursierenden Videos, in dem der Eindruck erweckt werde, man können aus Übersee mit gefälschten Stimmzetteln an der US-Wahl teilnehmen. Ratcliffe: „Das ist nicht wahr.” Lesen Sie hier: Kurz vor der Wahl wirkt Donald Trump immer verzweifelter

Droh-E-Mails an Demokraten: Ausmaß des Hackerangriffs unklar

Wie er, so versicherte auch der Chef der Bundespolizei FBI, Christopher Wray, dass die Integrität der Wahl in weniger als zwei Wochen mit allen Mitteln gesichert werde: „Wir werden keine Einmischung aus dem Ausland in unsere Wahl oder jegliche kriminellen Aktivitäten tolerieren, die die Unversehrtheit Ihrer Stimme untergraben oder das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Ergebnis der Wahl untergraben.” Hintergrund: US-Wahlkampf: Republikaner gehen auf Distanz zu Donald Trump

Wie groß die Datenmengen sind, die von Moskau und Teheran abgeschöpft wurden, sagten die Offiziellen nicht. Auch wo genau in welchen Bundesstaaten und Städten die Angaben aus den Wählerverzeichnissen exakt wann und von wem erbeutet wurden, blieb unerwähnt.

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Enrique Tarrio, der Chef der zuletzt von Trump öffentlich aufgewerteten „Proud Boys”, beteuerte, dass seine Gruppe nichts mit den Aktivitäten zu tun habe. Wer daran beteiligt sei, müsse mit langen Gefängnisstrafen belegt werden, sagte Tarrio.

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