Schulbetrieb

Umweltbundesamt: So sollen Schulen im Unterricht lüften

Regelmäßiges Stoßlüften und dazu Wärmetauschanlagen. Diese Maßnahmen empfiehlt das Umweltbundesamt den Schulen nach den Herbstferien.

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Berlin. In einem neuen Dokument hat das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag Empfehlungen für die Belüftung während des Schulunterrichts vorgelegt. Die Expertinnen und Experten des UBA entwickelten die Empfehlungen, um die Ansteckungsrisiken im Schulbetrieb zu minimieren.

Neben warmer Kleidung im Klassenzimmer empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dreimal pro Stunde stoßzulüften – also alle Fenster für drei bis fünf Minuten weit zu öffnen. So soll sichergestellt werden, dass die Luft im Raum regelmäßig durch Frischluft von außen ausgetauscht wird.

Corona: Regelmäßiger Luftaustausch verringert Infektionsrisiko

„Um sich vor infektiösen Partikeln zu schützen, sollte pro Stunde ein dreifacher Luftwechsel erfolgen“, schreibt das Umweltbundesamt in der am Donnerstag veröffentlichten, vierseitigen Empfehlung.

Neben dem Stoßlüften während des Unterrichts sollen Lehrerinnen und Lehrer auch während der Pausen alle Fenster öffnen, um einen Luftaustausch zu ermöglichen. Lesen Sie auch: Lehrerin mit Corona-Risiko: „Will mich nicht verkriechen“

Nur die Tür des Klassenzimmers zu öffnen, um einen Luftaustausch zu den Schulfluren zu ermöglichen, reiche laut Umweltbundesamt nicht aus. Denn dann könnten sich virushaltige Schwebeteilchen (Aerosole) von einem Raum über dem Flur in andere Klassenräume verbreiten.

Häufiges Lüften sorgt zudem für wache Schülerinnen und Schüler

Kritikern der Belüftungsmaßnahmen, die anführen, durch das viele Lüften sinke die Temperatur im Klassenraum zu stark ab, hält das UBA entgegen: „Sowohl beim Stoßlüften wie beim Querlüften sinkt die Temperatur im Raum nur um wenige Grad ab. Nach dem Schließen der Fenster steigt sie rasch wieder an.“

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Ein weiterer Vorteil des regelmäßigen Lüftens sei laut Umweltbundesamt, dass neben Aerosolen auch CO2, Feuchte und chemische Stoffe effektiv aus der Luft entfernt werden. CO2 sorgt für Müdigkeit im Klassenraum, Feuchte begünstigt gefährliche Schimmelbildung. Auch interessant: Corona-Infektionen an Schulen nehmen zu – Drosten ernüchtert

Die positiven Effekte des Lüftens ließen sich auch nicht durch mobile Luftreiniger erreichen, die Innenraumluft außerdem nicht so schnell von Viren befreien könnten. Luftreinigungsgeräte seien allenfalls als Ergänzung, nicht aber als Alternative zum sogenannten aktiven Lüften geeignet.

Wärmetauschanlagen als langfristige Alternative

Langfristig spricht sich das Umweltbundesamt dafür aus, dass alle Schulen, aber auch Kultureinrichtungen mit Wärmetauschanlagen ausgestattet werden sollten. Bei solchen Lüftungsanlagen wird Frischluft von außen angesaugt und gleichzeitig durch die nach außen strömende Abluft erwärmt.

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Das sei die nachhaltigste Lösung für den Abtransport von Viren, CO2 und Feuchte, erklärten Heinz-Jörn Moriske und Wolfram Birmili am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Solche Anlagen empfehle man für Neubauten schon seit zehn Jahren.

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(te/dpa)

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