Kremlkritiker

Alexej Nawalny veröffentlicht erstes Foto aus der Charité

Der russische Oppositionelle äußert sich erstmals, seit er in Berlin aus dem Koma erwacht ist. Sein Gesundheitszustand verbessert sich.

Charité: Nawalny kann Krankenbett zeitweise verlassen

Gut drei Wochen nach seiner Einlieferung in die Berliner Charité befindet sich der vergiftete russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny weiter auf dem Weg der Besserung. Der 44-Jährige konnte nach Angaben der Klinik "vollständig von der maschinellen Beatmung entwöhnt" werden und kann das Krankenbett zeitweise verlassen.

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Berlin. Der Kremlkritiker Alexej Nawalny hat sich erstmals seit seiner Vergiftung öffentlich zu Wort gemeldet. Am Dienstag veröffentlichte der 44-Jährige ein Foto aus seinem Krankenzimmer in der Berliner Charité auf Instagram.

Der russische Oppositionelle schrieb dazu: „Ich kann immer noch kaum etwas tun, aber gestern konnte ich den ganzen Tag alleine atmen.“ Es sei ein „erstaunlicher Prozess“, erklärte Nawalny, der seit dem 22. August in der Charité behandelt wird, nachdem er zwei Tage zuvor auf einem Inlandsflug in Sibirien zusammengebrochen und ins Koma gefallen war.

Nawalny erholt sich von Kampfstoff-Vergiftung

Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert, hatte das Berliner Klinikum am Montag mitgeteilt. Weitere Details zu Nawalnys Gesundheitszustand wurden zunächst aber nicht bekannt gegeben.

Als Ursache für Nawalnys Vergiftung stellten derweil auch zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe fest, wie die Bundesregierung am Montag mitteilte. Zuvor hatte bereits ein Bundeswehr-Labor dies identifiziert.

Deutschland, die EU und die Vereinigten Staaten fordern von Russland Aufklärung in dem Fall. Wladimir Putin spricht dagegen von „unbegründeten, auf nichts basierenden Vorwürfen“ gegen Russland. Nawalny gilt als einer der schärfsten Kritiker vom Kremlchef.

Mehr zum Thema: Fall Nawalny: So mordeten Geheimdienste in der Vergangenheit

(yah/afp/dpa)

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