Goya-Produkte

Nach Boykottaufruf: Präsident Trump wirbt für Bohnen

US-Präsident Trump posiert mit Goya-Produkten im Weißen Haus. Zuvor hatte der Chef des Unternehmens eine Boykottkampagne provoziert.

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Washington. Dass das Sprichwort „Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen“ nicht nur auf den Magen-Darm-Trakt zutrifft, verdeutlicht derzeit eine Debatte rund um die Marke Goya. Der Chef des besonders für seine Bohnen bekannten lateinamerikanischen Lebensmittelkonzerns lobte den US-Präsidenten, sorgte so für Boykott – und wird jetzt von Donald Trump und dessen Tochter Ivanka höchstpersönlich mit eindeutigen Produktplatzierungen in den sozialen Medien unterstützt.

Am Mittwoch veröffentlichte Trumps Team auf dem Instagram-Account des Präsidenten ein Foto, auf dem er im Oval Office zu sehen ist – und das in seiner Form auch in einem Einkaufsprospekt abgedruckt sein könnte. Vor Trump fein säuberlich auf dem dem altehrwürdigen Schreibtisch, dem „Resolute Desk“, aufgereiht: Goya-Bohnen und weitere Produkte des Herstellers. Der Präsident reckt beide Daumen in die Höhe, er lächelt zufrieden.

Auch auf Twitter äußerte er sich zu dem Wirbel rund um den Hersteller: Goya Foods gehe es „großartig“, schrieb Trump in einem Tweet. Bei dem Boykottaufruf handle es sich um eine „Schmutzkampagne“ der „radikalen Linken“ – doch die sei nach hinten losgegangen, die Menschen kauften „wie verrückt“ Goya-Produkte. Zudem teilte er mit: „Ich liebe Goya“.

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Seine Tochter Ivanka, die Trump offiziell als Beraterin dient, zeigte sich auf Twitter ebenfalls mit Dosen-Bohnen des Herstellers. Den Post garnierte sie mit dem offiziellen Werbeslogan des Unternehmens: „Wenn es Goya ist, muss es gut sein.“ Nicht ohne Folgen: Sofort wurde der Vorwurf laut, dass sie Ethik-Richtlinien missachte, die Staatsbediensteten jegliche Form von Werbung verbieten.

Goya-Chef: Latinos in den USA durch Trumps Präsidentschaft „gesegnet“

Goya bietet in den USA zahlreiche Lebensmittel an, die für die Küche aus lateinamerikanischen Ländern benötigt werden: Bohnen, Reis, Tortillas, Salsas. Doch Robert Unanue, Chef des Konzers, dürfte mit einer Aussage den Zorn vieler Latinos auf sich gezogen haben: Er hatte kürzlich bei einem Besuch im Weißen Haus behauptet, die Hispano-Gemeinschaft im Land sei durch Trumps Präsidentschaft „gesegnet“.

Zur Erinnerung: Der US-Präsident ist für einen einwanderungsfeindlichen Kurs bekannt. Weil er in der Vergangenheit immer wieder gegen Migranten aus Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern gewettert hatte, wurden nach Unanues Trump-Lob augenblicklich kritische Stimmen laut. In den sozialen Netzwerken wurde unter dem Hashtag #BoycottGoya dazu aufgerufen, keine Produkte des Herstellers mehr zu kaufen.

(dpa/raer)

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