Neue Biografie

Melania Trump: Handelte First Lady den Ehevertrag neu aus?

„The Art of Her Deal“: Mary Jordans aktuelle Biografie über Melania Trump räumt mit einigen Vorurteilen über Amerikas First Lady auf.

Ist Melania Trump dominanter und berechnender als angenommen? Die aktuellste Biografie über die First Lady der USA zeichnet ein neues Bild der gebürtigen Slowenin.

Ist Melania Trump dominanter und berechnender als angenommen? Die aktuellste Biografie über die First Lady der USA zeichnet ein neues Bild der gebürtigen Slowenin.

Foto: Olivier Douliery / AFP

Washington. Es waren die ersten Monate von Donald Trumps Amtszeit, als Amerikas Präsident 2017 eine Fernbeziehung führte. Gattin Melania blieb samt Sohn Barron, damals elf Jahre alt, im stattlichen Penthouse-Refugium im New Yorker Trump Tower. Um die Kontinuität der schulischen Ausbildung des jüngsten Kindes von insgesamt fünf aus drei Ehen des früheren Immobilien-Händlers nicht zu gefährden, wie Melania Trump seinerzeit betonte.

Nur halb zutreffend, sagt die „Washington Post“-Reporterin Mary Jordan in ihrer neuen „unerzählten Geschichte“ über die erste US-Präsidenten-Gattin mit Einwanderer-Wurzeln seit Louisa Adams. Danach nutzte die gebürtige Slowenin Melania Trump die Zeit in New York, um ihren Ehevertrag („prenup”) mit dem Milliardär aufzubessern.

Melania Trump soll Ehevertrag zugunsten von Sohn Barron neu verhandelt haben

Nicht allein für sich selbst, schreibt die Pulitzer-Preisträgerin in „The Art of Her Deal” (eine Anspielung auf einen ähnlich klingenden Buchtitel Donald Trumps aus dem Jahr 1987) – sondern auch, um ihren Sohn Barron perspektivisch im Falle eines Falles abzusichern. „Sie wollte den schriftlichen Nachweis, dass Barron im Zusammenhang mit finanziellen Möglichkeiten und Erbschaft den ältesten Kindern Trumps (Donald Jr., Ivanka und Eric aus der Ehe mit Ivana Trump – d. Red.) annähernd gleichgestellt wird.”

Summen werden nicht genannt. Aber das Detail illustriert, was sich bei Jordan auf 286 Seiten wie ein roter Faden durchzieht: Melania Trump, für viele Amerikaner auch nach dreieinhalb Jahren als First Lady immer noch ein Rätsel, ist offenbar entschieden dominanter, berechnender und tonangebender als das gemeinhin angenommen wird. Lesen Sie hier: Melania Trump wird 50 – First Lady mit politischer Ambition?

Neue Biografie schlägt andere Richtung ein als „Free, Melania“

Während die CNN-Journalistin Kate Bennet in der nicht autorisierten Biografie „Free, Melania” 2019 schrieb: „Sie ist die Einzige, die ihm offen sagen kann, was sie denkt”, führt Mary Jordan in ihrer Annäherung an die 50-Jährige Indizien dafür an, dass das ehemalige Model in vielen Punkten ihrem egozentrischen Ehemann sehr ähnlich sei und man den Befreiungsappell getrost vergessen könne.

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So hätten beide kaum enge Freunde, dafür starken „Einzelgänger-Instinkt”. Anders als immer noch zu lesen, sei Melania nicht gegen ihren Willen ins Weiße Haus gezerrt worden. „Melania hat Trumps politische Ambitionen nicht nur akzeptiert und sich zu eigen gemacht. Sie war auch eine Partnerin, die angespornt hat.”

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Melania Trump soll Donald Trump stets beraten haben

Wie viel Wert Trump auf das Urteil seiner Frau legt, beschreibt Jordan durch die Brille von New Jerseys Ex-Gouverneur Chris Christie, der lange Zeit sehr nahe an Trump war, bevor er sich mit ihm überwarf. Danach habe Trump im 2016er-Wahlkampf nach jeder Kundgebung in Wie-war-ich-Manier Melania angerufen. Und sie hatte „immer einen Kommentar für ihn”, so Christie.

Auch an der Entscheidung, Mike Pence als Vizepräsident zu nominieren, habe Melania Trump Anteil gehabt, schreibt Jordan. „Sie war überzeugt, dass er mit dem Stellvertreter-Posten zufrieden sein würde und nicht nach dem Top-Job greift.” Etwas, dass Frau Trump über andere Kandidaten, die damals gehandelt wurde, etwa Newt Gingrich oder Chris Christie, „nicht sagen konnte”.

Eine andere Ähnlichkeit zu Donald Trump – eine gewisse Unehrlichkeit und die Neigung, die eigene Person nicht immer wahrheitsgetreu in das beste Licht zu setzen – beschreibt Mary Jordan anhand kleiner Preziosen. Melania Trump sage, sie würde keine Schönheitsoperationen machen lassen. Drei Fotografen, die mit ihr zusammengearbeitet haben, hätten jedoch „die Narben” gesehen.

Spricht die First Lady wirklich fünf Sprachen?

Melania Trump widerspreche nicht öffentlich, wenn ihr attestiert wird, fünf Sprachen zu sprechen; neben Slowenisch und Englisch auch Italienisch, Französisch und Deutsch. Laut Jordan ist die First Lady allenfalls in den ersten beiden Varianten fließend unterwegs. Dadurch sei überliefert, dass Frau Trump bei dem Gedanken an eine zweite Amtszeit ihres Mannes alles andere als unbehaglich wird. „Sie hat Leuten erzählt, dass sie die Wiederwahl gewinnen will.” Lesen Sie auch: Warum Trump die Angst vor Briefwählern schürt

In ersten Reaktionen in sozialen Netzwerken sorgt vor allem die Sache mit dem Ehevertrag für Wellen. In den knapp fünf Monaten, in denen Frau Trump 2017 in New York blieb bis zum Umzug nach Washington im Juni, seien auf Kosten des Steuerzahlers Millionen-Summen durch den gesonderten Einsatz von Leibwächtern des Secret Service in New York entstanden, betonen Kritiker. Weder Donald Trump noch Melania Trump haben sich bisher zu den neuen Enthüllungen geäußert. Erfahrungsgemäß nur eine Frage der Zeit.

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