Flüchtlingslager

Minderjährige Flüchtlinge aus Lesbos kommen zu Verwandten

Deutschland hat 47 Minderjährige aus Griechenland aufgenommen. Nun endet ihre Quarantäne. Und es gibt einen Plan für die Verteilung.

Athen: Eine Gruppe unbegleiteter Minderjähriger aus griechischen Flüchtlingslagern trägt Schutzmasken bei der Ankunft einer Fähre im Hafen von Piräus.

Athen: Eine Gruppe unbegleiteter Minderjähriger aus griechischen Flüchtlingslagern trägt Schutzmasken bei der Ankunft einer Fähre im Hafen von Piräus.

Foto: Angelos Tzortzinis / dpa

Berlin. Deutschland hat 47 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufgenommen. Nach der zweiwöchigen Corona-Quarantäne ist nun klar, wie es für einige von ihnen weitergeht. Wie das Ministerium von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch mitteilte, haben 18 der insgesamt 47 unbegleiteten Minderjährigen Verwandte in Deutschland.

Aufgrund dieser familiären Bindungen kommen sechs nach Hessen, vier nach Baden-Württemberg und jeweils zwei nach Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt.

Minderjährige Flüchtlinge in Quarantäne untergebracht

Von den unbegleiteten Kindern und Jugendlichen ohne familiäre Verbindungen bleiben demnach 13 in Niedersachsen. Jeweils acht werden in Berlin und in Hamburg untergebracht. Die katholische und die evangelische Kirche haben den Angaben zufolge ihre Bereitschaft signalisiert, bei der Aufnahme und Begleitung im Alltag zu helfen.

Die 47 Minderjährigen, darunter 4 Mädchen, waren am 18. April angekommen und zunächst für eine zweiwöchige Corona-Quarantäne in Niedersachsen untergebracht worden. Die Quarantäne endet an diesem Freitag, so dass anschließend die Verteilung in die Bundesländer erfolgen kann.

Insgesamt hatten sich zehn EU-Staaten bereiterklärt, zusammen rund 1600 Kinder und Jugendliche aus den überfüllten Flüchtlingslagern auf den Ägäis-Inseln aufzunehmen. Neben Deutschland hat bislang nur Luxemburg zwölf Minderjährige aufgenommen. Aus der EU-Kommission hieß es, 50 Kinder und Jugendliche könnten im Mai nach Portugal umsiedeln.

Allerdings harren fast 40.000 Flüchtlinge insgesamt in Lagern auf den griechischen Inseln aus. Experten befürchten, dass sich Corona-Infektionen schnell verbreiten könnten. (les/dpa)

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