Kirche

Georg Bätzing wird neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz

Die katholische Kirche in Deutschland hat einen neuen Mann an ihrer Spitze: Georg Bätzing aus Limburg beerbt Kardinal Reinhard Marx.

Georg Bätzing wurde zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

Georg Bätzing wurde zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

Foto: Harald Tittel / dpa

Mainz. Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden. Georg Bätzing wurde am Dienstag in Mainz zum Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Kardinal Reinhard Marx gewählt, wie die Bischofskonferenz mitteilte. Stimmberechtigt waren 68 Bischöfe bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischofskonferenz der katholischen Kirche in Deutschland.

Der 58 Jahre alte Bischof von Limburg in Hessen gilt als Mann des Ausgleichs. Er hatte im Jahr 2016 die Nachfolge des umstrittenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst angetreten. Dieser hatte in Limburg tiefe Gräben hinterlassen – unter anderem war es beim Ausbau der Bischofsresidenz zu einer Kostenexplosion gekommen. Von Bätzing heißt es, dass er in den vergangenen vier Jahren neues Vertrauen im Bistum aufgebaut habe.

Bischofskonferenz: Bätzing soll Marx’ Reformweg fortsetzen

Der bisherige Vorsitzende Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, hatte im vergangenen Monat überraschend angekündigt, für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Der 66-Jährige hatte die Deutsche Bischofskonferenz seit 2014 geleitet. Sie ist das Führungsgremium der katholischen Kirche in Deutschland. Allerdings kann sie den einzelnen Bischöfen nichts vorschreiben, dementsprechend tritt der Vorsitzende eher als Moderator nach innen und als Sprecher nach außen auf.

Christian Weisner von der katholischen Reformbewegung „Wir sind Kirche“ sagte, er erhoffe sich vom neuen Vorsitzenden „ein uneingeschränktes und energische Bekenntnis zum Synodalen Weg, der unter seinem Vorgänger, Kardinal Reinhard Marx, gerade erst und äußerst mühsam begonnen hat“.

Katholische Kirche muss massenhaften Missbrauch aufarbeiten

Marx galt als treibende Kraft hinter dem Synodalen Weg, dem derzeitigen Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Dabei geht es um die vier Themenfelder Umgang mit Macht, Sexualmoral der Kirche, Position der Frau und Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester. 2019 hatte Kardinal Marx etwa gesagt, das Zölibat könnte regional gelockert werden.

Auslöser für das in dieser Form beispiellose Projekt ist der massenhafte Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester und die dadurch ausgelöste Vertrauenskrise. Angegangen werden sollen die strukturellen Ursachen, die dazu beigetragen haben, dass der Missbrauch so lange ungestraft geschehen konnte.

Vertrauen wiederzugewinnen scheint dringend geboten. Eine Studie kam zu dem Schluss, dass die Kirchen bis 2060 die Hälfte der Mitglieder verlieren.

(dpa/cho)

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