Ermittlungen

Terrorverdächtiger bei Polizei offenbar für Waffen zuständig

Ein Beamter der Polizei Hamm soll Teil einer rechten Terrorzelle sein. Einem Bericht zufolge war er auch für Waffen verantwortlich.

Karlsruhe am vergangenen Samstag: Polizisten bringen einen der mutmaßlichen Rechtsterroristen in den Bundesgerichtshof.

Karlsruhe am vergangenen Samstag: Polizisten bringen einen der mutmaßlichen Rechtsterroristen in den Bundesgerichtshof.

Foto: Uli Deck / dpa

Hamm. Ein Polizeiverwaltungsmitarbeiter aus Hamm steht im Verdacht, die rechtsextreme Terrorzelle „Gruppe S.“ unterstützt zu haben. Vergangene Woche wurde er festgenommen. Nun berichtet der „Spiegel“, der verdächtige Beamte sei bei der Polizei für sehr sensible Bereiche zuständig gewesen.

Der mittlerweile Suspendierte soll demnach zwischen 2013 und 2014 im Bereich „waffenrechtliche Erlaubnisse“ tätig gewesen sein. Er soll an Prüfvorgängen beteiligt gewesen sein, in denen entschieden wurde, wer einen Waffenschein bekommt.

Rechtsterrorist als Kollege? Polizei Hamm „bestürzt“ über Verdacht

Die Polizei Hamm hat sich am Mittwochabend zum Verdacht gegen einen ihrer Beamten geäußert. Der Verwaltungsbeamte ist einer von 13 Beschuldigten, die offenbar Politiker, Asylbewerber und Muslime angreifen, ermorden wollten.

In einer Stellungnahme schrieb das Polizeipräsidium, man sei „bestürzt darüber, dass ein Verwaltungsbeamter aus der Direktion Verkehr der Polizei Hamm unter dem dringenden Verdacht steht, Mitglied einer rechtsterroristischen Zelle zu sein“.

Der Beamte sei mit sofortiger Wirkung suspendiert worden. Auf dem Gelände der Polizei Hamm gelte für den Mann Hausverbot. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Ermittlern habe das Polizeipräsidium das „berufliche und private Wirken des Beamten nachgezeichnet“.

Polizei Hamm macht sich Vorwürfe

Die Polizei komme zu einem erschütternden Ergebnis: „Mit dem Wissen von heute müssen wir rückblickend feststellen, dass wir die einzelnen Mosaiksteine seines Agierens, wie die Nutzung von Fahnen, Emblemen und Schreibweisen seines Namens, nicht ausreichend geprüft haben.“

In dem Statement versichert die Behörde, dass der Vorfall aufgeklärt und „Extremismus gleich welcher Form“ in keiner Weise geduldet werde. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit fremdenfeindlichen und diskriminierenden Anschauungen haben bei uns keinen Platz“, heißt es. Und: „Wir verurteilen derartiges Gedankengut zutiefst!“

• Hintergrund: Neue Terrorgruppe? So offen zeigen sich die Rechten im Netz

(red)

• Dieser Text ist zuerst auf WAZ.de erschienen

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