Kritik

MDR retuschiert Hitler-Attentäter von Plakat in Dresden

In Dresden demonstrierten am Wochenende Tausende gegen Rechtsextreme. Der MDR berichtete und retuschierte ein Foto – ohne Hinweis.

Demonstranten protestierten am Wochenende gegen einen Aufzug von Neonazis in Dresden.

Demonstranten protestierten am Wochenende gegen einen Aufzug von Neonazis in Dresden.

Foto: Oliver Killig / dpa

Berlin. Der MDR-Sachsen hat mit einem Beitrag über die Demonstrationen in Dresden für Diskussionen gesorgt. In einem Fernsehbeitrag für den „Sachsenspiegel“ wurde das Bild von Hitler-Attentäter Georg Elser von einem Protestplakat retuschiert. Auf die Veränderung des Fotos wurde nicht hingewiesen.

In Dresden hatten am Samstag anlässlich des 75. Jahrestages der Bombardierung der Stadt Rechtsextreme und Gegendemonstranten demonstriert.

MDR-Sachsen: Zuschauer kommentierten Bildretusche auf Twitter

Zuschauer der Sendung hatten die Veränderung auf dem Plakat bemerkt und den Sender auf Twitter darauf hingewiesen. Der MDR entschuldigte sich mehrfach für den „Fehler in der Bildbearbeitung“. Der Grafiker habe versucht, das Bild so zu bearbeiten, dass es in „den dafür vorgesehenen Rahmen“ passe.

Der Vorgang werde mit dem Grafiker ausgewertet. Eigentlich habe man mit der Berichterstattung am Samstag das „Bild eines weltoffenen Dresden“ transportiert wollen, schrieb der MDR-Sachsen weiter auf Twitter.

Viele Twitter-Nutzer waren mit der Antwort des Senders nicht zufrieden. Die Retusche ergebe keinen Sinn und sei wohl kaum ein Zufall, schrieben einige Nutzer.

Video der Sendung weiter ohne redaktionellen Hinweis zu sehen

Die Plakat-Besitzer, der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband Leipzig (SDS Leipzig), nahmen zu den Vorgängen auf Facebook Stellung. „Die Entschuldigung nehmen wir an und freuen uns, dass der Genosse Georg Elser in aller Munde ist.“

Das Video der Sendung ist allerdings noch immer auf der Seite des Senders zu sehen – ohne Hinweis auf das bearbeitete Bild.

Gedenken – Mehr Informationen:

Am Donnerstag wurde in Dresden der Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren gedacht. Zentraler Punkt des Gedenkens war eine Menschenkette, die Dresdner und Gäste vereinte. Es reihten sich unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Prinz Edward, Herzog von Kent, ein. Am 27. Januar jährte sich ebenfalls der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum 75. Mal. (msb)

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