Kinder

Kita-Plätze: Bedarf höher als Angebot – Lücke wächst weiter

Es gibt nicht genügend Kita-Plätze in Deutschland. Die Lücke zwischen Bedarf und Angebot wächst weiter. Wie lässt sich das ändern?

Die Gruppe der Eltern, die angibt, einen Betreuungsplatz zu brauchen, wächst seit Jahren.

Die Gruppe der Eltern, die angibt, einen Betreuungsplatz zu brauchen, wächst seit Jahren.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin. Bei Kita-Plätzen wächst die Lücke zwischen Bedarf und Angebot. Für Kinder unter zwei Jahren lag 2018 die Betreuungsquote 25,7 Prozentpunkte unter dem Bedarf. Bei Zweijährigen betrug die Differenz 16,4 Prozentpunkte. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Die Zahlen zum Abstand zwischen dem Bedarf und tatsächlicher Situation ergeben sich aus den Statistiken zu Betreuungsquoten und repräsentativen Umfragen zu den Wünschen der Eltern. Die Gruppe der Eltern, die angibt, einen Betreuungsplatz zu brauchen, wächst dabei seit Jahren – und damit trotz Kita-Ausbaus auch die Lücke.

2013 gaben noch 52,0 Prozent der Eltern von unter Zweijährigen an, Bedarf nach einem Kita-Platz zu haben. 2018 lag dieser Anteil schon bei 62,0 Prozent. Die Betreuungsquote für diese Altersgruppe stieg in derselben Zeit nur um 5,5 Prozentpunkte, von 30,8 auf 36,3 Prozent.

Kita-Plätze: Katja Suding sieht Versäumnis

Etwas besser ist die Lage bei den Zweijährigen: 79,3 Prozent der Eltern dieser Altersgruppe wollten 2018 einen Betreuungsplatz, 62,9 Prozent konnten einen in Anspruch nehmen. Bedarf und Angebot stiegen zwischen 2013 und 2018 fast parallel um 9,6 beziehungsweise 9,0 Prozentpunkte.

Katja Suding, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, fordert angesichts der fehlenden Plätze, den Erzieherberuf offiziell als Mangelberuf einzustufen. „Für Eltern ist der Mangel an Betreuungsplätzen ein riesiges Problem“, sagte Suding unserer Redaktion.

Trotz des 2013 eingeführten Rechtsanspruchs auf einen Betreuung werde es immer schwieriger, einen Platz zu bekommen. „Es ist ein Versäumnis, dass die Bundesregierung den Erzieherberuf nicht als Mangelberuf einstufen will“, so Suding weiter. „Der Bundesagentur für Arbeit fehlen dadurch die Mittel, diesen Beruf besonders zu fördern. Der Erzieherberuf muss endlich als Mangelberuf anerkannt werden.“

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