Iran-Krise

Trump schildert Tötung Soleimanis: „Plötzlich bumm“

Donald Trump erzählte bei einem Dinner, wie er die Tötung von General Soleimani erlebte – seine Wortwahl ist dabei drastisch und wirr.

Tötung von Soleimani: Es gibt keine Beweise für geplante Angriffe

Es seien Angriffe auf US-Botschaften geplant gewesen. Damit hatte US-Präsident Donald Trump den Angriff auf den iranischen General Qasem Soleimani begründet.

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Berlin. Wenn Donald Trump ins Erzählen kommt, dann verschwimmen häufig Realität und Fiktion und oft sind seine Schilderungen drastisch – und wirr. So auch dieses Mal: US-Präsident Trump berichtete gegenüber Wahlkampfspendern, wie er die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani im Irak erlebte. CNN veröffentlichte am Samstag einen Tonmitschnitt einer Ansprache Trumps bei dem Abendessen am Freitagabend in seinem Anwesen Mar-a-Lago.

Bei dem Essen schilderte Trump, wie er den Moment des Angriffes der US-Armee verfolgte:

„Sie sagten: ‘Sir, wissen Sie, und das ist von Kameras, die meilenweit im Himmel sind. Sie sind zusammen, Sir. Sir, sie haben zwei Minuten und elf Sekunden. Im Ernst. Sie haben zwei Minuten und elf Sekunden zu leben, Sir. Sie sind in dem Auto. Sie sind in einem gepanzerten Fahrzeug unterwegs. Sir, sie haben noch ungefähr eine Minute zu leben, Sir. 30 Sekunden, zehn, neun, acht... dann ganz plötzlich bumm. Sie sind weg, Sir.’“

Donald Trump: „Er sagte schlechte Dinge über unser Land“

Trump sagte bei dem Essen auch, warum er die Tötung Soleimanis befohlen hatte: „Er sagte schlechte Dinge über unser Land.“ Laut Trump drohte Soleimani mit Angriffen auf die USA und der Tötung von US-Bürgern. Trump räumte zwar ein, der Angriff habe „die Welt aufgerüttelt“. Allerdings sei der Befehl gerechtfertigt gewesen, da Soleimani für den Tod „Tausender“ US-Bürger verantwortlich gewesen sei.

Soleimani war am 3. Januar zusammen mit dem stellvertretenden Anführer der irakischen Hasched-al-Schaabi-Milizen, Abu Mehdi al-Muhandis, beim Flughafen von Bagdad getötet worden. Der Angriff hatte zu einer massiven Eskalation des Konflikts zwischen Washington und Teheran geführt.

Erst am Dienstag hatte Donald Trump den iranischen Militärstrategen Ghassem Soleimani als „Hurensohn“ massiv beleidigt. Über den ranghohen General sagte er bei einem Wahlkampfauftritt vor Anhängern, viele Menschen hätten infolge der von Soleimani veranlassten Gewalttaten Gliedmaßen verloren. Sie hätten nun „keine Beine und keine Arme mehr wegen dieses Hurensohns“. Weiter sagte Trump bei seiner Rede in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin: Soleimani „hätte schon vor 20 Jahren getötet werden sollen.“

Tötung Soleimanis: Es gibt keine Beweise für Behauptungen Trumps

Soleimani wird im Iran von vielen Menschen als Märtyrer verehrt, die Trauerfeiern zu seinen Ehren zogen Millionen auf die Straßen der Islamischen Republik. Der Iran antwortete mit einem Vergeltungsangriff auf Militärstützpunkte im Irak, die vom US-Militär genutzt werden.

Die Regierung in Washington begründete die Tötung Soleimanis mit drohenden Attacken auf amerikanische Bürger und Einrichtungen, die der General geplant haben soll. Über die Stichhaltigkeit der hierfür angeblich vorliegenden Beweise – öffentlich wurden bislang keine präsentiert – wird nicht nur in den USA hitzig debattiert. (afp/dpa/lah)

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