Modellprojekt

Drohnen an Flughäfen: Ministerium fördert Abwehrsystem

Immer wieder stören Drohnen den deutschen Flugverkehr. Am Hamburger Airport startet nun ein Modellprojekt für das Abwehrsystem „Falke“.

Hobby-Flieger und ihre Drohnen können vor allem für Flughäfen gefährlich werden

Hobby-Flieger und ihre Drohnen können vor allem für Flughäfen gefährlich werden

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin. Immer wieder sorgen Drohnen an Flughäfen für Aufregung und gefährden die Sicherheit der Flugzeuge. Das Bundesverkehrsministerium will jetzt deutsche Flughäfen besser vor illegalen Drohnen schützen und unterstützt die Entwicklung eines entsprechenden Abwehrsystems.

Am Hamburger Flughafen soll getestet werden, wie eindringende Drohnen aufgespürt, identifiziert und notfalls abgefangen werden können, damit der Flugverkehr nicht gestört wird.

Das Abwehrsystem mit dem Namen „Falke“ wird vom Verkehrsministerium mit 2,1 Millionen Euro gefördert. „‘Falke‘ sorgt für effektiven Schutz an Flughäfen vor illegal operierenden Drohnen“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unserer Redaktion.

Es ist eines von 37 Projekten, die das Ministerium für die Forschung und Entwicklung von Drohnen und Flugtaxis mit insgesamt 26,8 Millionen Euro unterstützen will.

Drohnen-Abwehrsystem an Flughäfen gefordert – Darum geht es:

  • An Flughäfen kommt es immer häufiger zu Zwischenfällen mit Drohnen
  • Es gibt bereits Tests mit Abwehrsystemen, um die Flugobjekte abzufangen
  • Das Verkehrsministerium gibt Millionen für die Förderung solcher Systeme aus

Drohnen-Abwehrsystem „Falke“ als Blaupause für andere Flughäfen

Ziel des Projekts „Falke“ ist es, beispielhaft am Flughafen Hamburg ein Gesamtkonzept zur Abwehr illegaler Drohen zu entwickeln. Wer ist verantwortlich für das Entdecken von Drohnen, wer entscheidet im Fall eines Eindringens einer Drohne in den Flugraum und ob diese abgeschossen wird oder nicht?

Diese Entscheidungsabläufe sollen standardisiert werden, damit das Konzept als Blaupause auch für andere Flughäfen verwendet werden kann.

An dem Projekt sind neben dem Hamburger Flughafen unter anderem die Helmut-Schmidt Universität Hamburg, die Bundespolizei und die Deutsche Lufthansa beteiligt.

Frankfurter Flughafen musste stundenlang gesperrt werden

Die Bundesregierung sorge dafür, dass der Rechtsrahmen für Drohnen mit der technologischen Entwicklung Schritt halte, sagte Scheuer. „Weil sich aber nicht jeder an das Gesetz hält, müssen wir wie bei jeder neuen Technologie mögliche Risiken im Blick behalten. Dafür werden wirksame technische Lösungen gebraucht.“ (fmg)

Drohnen – Mehr zum Thema

Drohnen sind inzwischen ein Milliardengeschäft, werden aber auch zum Risiko. Allein 2018 wurden 158 Fälle gemeldet, in denen Drohnen den Flugverkehr in Deutschland gestört haben. Im ersten Halbjahr 2019 waren es 70 Fälle. Im Frühjahr musste der Frankfurter Flughafen wegen der Sichtung einer Drohne für mehrere Stunden gesperrt werden.

Bislang dürfen Drohnen in einem Umkreis von 1,5 Kilometer rund um internationale Flughäfen – wie Frankfurt, München, Hamburg, Berlin oder Köln/Bonn – nicht fliegen. Die Gefahrenabwehr ist bei Drohnen aktuell aber noch kompliziert. (fmg)