Kommentar

Kritik an AKK: Was führt Armin Laschet im Schilde?

Die NRW-CDU und ihr Chef sind eine Erschütterung der Autorität von Annegret Kramp-Karrenbauer. Einbinden oder schlagen? Ein Kommentar.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat gegen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ausgeteilt. Was hat er vor?

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat gegen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ausgeteilt. Was hat er vor?

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin.  Mit ihren Gegnern wird Annegret Kramp-Karrenbauer fertig. Es sind ihre Parteifreunde, vor denen die CDU-Chefin Schutz braucht. Sie weiß, wie ihre speziellen Freunde heißen - Friedrich Merz und Armin Laschet - und wo sie herkommen: aus Nordrhein-Westfalen.

Wenn sie Kanzlerkandidatin werden will, muss AKK mit Laschet ein Arrangement treffen. Seine Machtfülle ist unübersehbar: Ministerpräsident, Landeschef und damit Herr über einen beachtlichen Stimmenblock auf jedem CDU-Parteitag, auf Bundesebene stellvertretender Vorsitzender, im Bundestag ist seine Landesgruppe kaum kleiner oder weniger selbstbewusst als die CSU. Vergesst Merz - Laschet ist die Erschütterung der Autorität von AKK. Sie arbeitet sich am falschen Mann ab.

Die NRW-CDU ist so machtbewusst wie die CSU

Der Vergleich mit den Bayern drängt sich auf - auch die NRW-CDU beansprucht eine Sonderrolle in der Union. Es ist ein Schlüsselland. Helmut Kohl hat seine Bundestagswahlkämpfe gern in Dortmund gestartet; das Revier war ihm ein Stimmungsbarometer.

Angela Merkel und auch AKK rekrutierten an Rhein und Ruhr ihre Generalsekretäre, schon um den störrischen Verband einzubinden. In der SPD war NRW zumeist das Basislager für höhere Aufstiege. Gerhard Schröder hat seine Kanzlerkandidatur in NRW vorbereitet.

Bei der K-Frage lernt Laschet aus den Fehlern seiner Vorgängerin

Was aber führt Laschet mit seinen dauernden Sticheleien gegen AKK im Schilde? Von seiner jämmerlich gescheiterten (SPD-)Amtsvorgängerin Hannelore Kraft hat der Mann gelernt, dass man immer seinen Machtanspruch aufrecht erhalten muss, tatsächlich oder aus taktischen Gründen.

Ein NRW-Ministerpräsident ist zumindest Königsmacher, wenn nicht selber Kanzlerkandidat. Der legendäre Johannes Rau war beides, immer Königsmacher und einmal Kanzlerkandidat. Laschet verhält sich rollengerecht.

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AKK kann den größten Landesverband nicht ignorieren

Seine regelmäßigen politischen Stinkbomben sind für AKK ein Ärgernis. Sie kann die NRW-CDU nicht ignorieren oder überwinden.

In Amerika heißt es, „if you cant beat them, join them“, wenn man sie nicht schlagen kann, muss man sich mit ihnen anschließen. Der Weg von AKK zur Kanzlerkandidatur führt über NRW – oder er führt ins Nirgendwo.