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Streik in Frankreich: Auch deutsche Reisende betroffen

Der Generalstreik in Frankreich schränkt auch deutsche Reisende massiv ein. Zugfahrten von und nach Frankreich finden nicht statt.

"Schwarzer Donnerstag" legt Frankreich lahm

Ein landesweiter Streik im Öffentlichen Dienst richtet sich gegen die Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron.

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Paris. In Frankreich ist das öffentliche Leben am Donnerstag durch einen Generalstreik weitestgehend lahmgelegt. Das hat auch Folgen für Reisende und Touristen aus Deutschland.

Am Streiktag finden im Fernverkehr keine Zugfahrten von und nach Frankreich statt, teilte die Deutsche Bahn mit. Betroffen sind die ICE-Verbindungen von Frankfurt über Mannheim und Saarbrücken nach Paris sowie von München über Stuttgart und Straßburg nach Paris, ebenso die TGV-Verbindung Frankfurt-Mannheim-Straßburg-Marseille.

Dies gilt in jedem Fall für diesen Donnerstag. Wie es in den kommenden Tagen weitergeht, ist noch unklar. Die Bahn rief Reisende auf, sich im Internet zu informieren und bot eine kostenlose Umbuchung an. Das Unternehmen rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass der Streik mehrere Tage andauern könnte.

Auch die Lufthansa rief Frankreich-Reisende auf, sich im Internet zu informieren. Für diesen Donnerstag wurden nach Angaben eines Sprechers neun Flüge gestrichen – unter anderem nach Paris, Lyon und Marseille. Betroffene Passagiere würden benachrichtigt.

Generalstreik in Frankreich: Eiffelturm geschlossen

Die massiven Streiks treffen auch Paris-Touristen: Das Wahrzeichen der Hauptstadt, der Eiffelturm, bleibt am Donnerstag geschlossen. Wie die Betreibergesellschaft Sete mitteilte, gibt es nicht ausreichend Personal, um die Touristenattraktion an der Seine zu öffnen.

Große Pariser Museen wie der Louvre hatten bereits vor den Streiks vor möglichen Einschränkungen für Besucher gewarnt. Das Impressionisten-Museum Musée d’Orsay bestätigte via Twitter, es bleibe geschlossen.

Der Grund für den Generalstreik ist eine geplante Rentenreform von Staatschef Emmanuel Macron. Durch den Generalstreik ist Frankreich gelähmt und der Druck auf Macron wächst. Das neue System soll von 2025 an eingeführt werden und die Zersplitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Arbeitnehmer sollen auch dazu gebracht werden, länger zu arbeiten. Zahlreiche Gewerkschaften haben deshalb zu Protesten aufgerufen. Auch an Schulen, im öffentlichen Dienst, in Krankenhäusern oder der Justiz soll die Arbeit nieder liegen.

Die Pariser Polizeipräfektur hat angeordnet, dass Läden und Restaurants, die sich in Paris entlang der Route der geplanten Demonstrationen befinden, nicht öffnen dürfen. Sie rechnet mit Blick auf vergangene Proteste mit Ausschreitungen.

Auch „Gelbwesten“ wollen bei den geplanten Demonstrationen protestieren. Die Regierung befürchtet nach Medienberichten, dass es Donnerstag und vor allem am Samstag wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen bei Demonstrationen der Bewegung kommen könnte.

Zuletzt hatten Vermummte am ersten Jahrestag der Proteste wieder massiv in Paris randaliert. Die „Gelbwesten“ protestieren gegen die Politik der französischen Regierung und gegen Präsident Macron. (jb/dpa)

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