Festnahmen

Kontakt zur PKK? Fünf Deutsche in Türkei festgenommen

In der Türkei sind fünf Deutsche festgenommen worden. Ihnen wird offenbar vorgeworfen, einer illegalen Organisation anzugehören.

In der Türkei sind erneut mehrere deutsche Staatsbürger festgenommen worden.

In der Türkei sind erneut mehrere deutsche Staatsbürger festgenommen worden.

Foto: CHROMORANGE / Martin Schroeder / imago/CHROMORANGE

Ankara/Berlin. In der Türkei ist es im Laufe der Woche zur Festnahme von insgesamt fünf deutschen Staatsbürgern gekommen. Das bestätigte am Samstag das Auswärtigen Amt in Berlin. Zu den fünf zählt auch eine 58 Jahre alte deutsch-türkische Erzieherin aus Hamburg, deren Fall bereits am Freitag bekannt geworden war.

Nach Angaben der Kurdischen Gemeinde Hamburg ist sie die Ehefrau des Gemeindevorsitzenden. Ihre Festnahme könnte nach Angaben des Auswärtigen Amtes im Zusammenhang mit dem Engagement ihres Mannes stehen oder mit Links auf ihrem Facebook-Konto.

Deutsche in Türkei festgenommen – wegen Verbindung zur PKK?

Die Betroffenen werden laut Außenamt konsularisch betreut. Informationen der kurdischen Agentur Mezopotamya zufolge stehen sie unter dem Verdacht, einer illegalen Organisation anzugehören und Propaganda zu verbreiten.

Unklar ist, ob damit die verbotene kurdische PKK gemeint ist. Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Auswärtiges Amt warnt Türkei-Urlauber

Deutsche Staatsangehörige waren in der Vergangenheit immer wieder bei Türkei-Besuchen festgenommen worden – häufig unter dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“. Der bekannteste Fall war der des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel, der der Türkei vorwarf, ihn im Gefängnis gefoltert zu haben.

Das Auswärtige Amt hatte im vergangenen Herbst die Reisehinweise für Türkei-Urlauber verschärft. Es warnte unter anderem davor, sich im Netz kritisch zur Türkei zu äußern.

Einen Zusammenhang zum Besuch des deutschen Innenministers in Ankara sollen die Festnahmen nicht haben. Horst Seehofer war vor wenigen Tagen dort hingereist, um den Flüchtlingspakt mit der Türkei zu stärken.

(dpa/cho)