Rente

Rente: Sozialminister Heil will die Berechnung verändern

Hubertus Heil will sehr starke Schwankungen bei der Rentenerhöhung vermeiden. Im Wahljahr 2021 würde sie besonders niedrig ausfallen.

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) will besonders starke Schwankungen bei der Rentenerhöhung vermeiden. Die Union will ihn dabei unterstützen.

Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) will besonders starke Schwankungen bei der Rentenerhöhung vermeiden. Die Union will ihn dabei unterstützen.

Foto: Tom Weller / dpa

Berlin. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kann bei seinen Plänen, die Rente künftig gleichmäßiger steigen zu lassen, auf breite Unterstützung hoffen – über die große Koalition hinaus. „Wenn wir jetzt eine Regel finden, die auf Dauer verlässlich ist und auf die man vertrauen kann, dann ist das gut", sagte der sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß (CDU), unserer Redaktion. „Rente ist kein Jojo-Spiel, sondern muss verlässlich sein.“ Auch die Grünen signalisierten Unterstützung.

Minister Heil plant, die Rente etwas anders als bisher zu berechnen. Damit soll vermieden werden, dass die Rentenerhöhung in einem Jahr besonders hoch ausfällt und im darauffolgenden Jahr besonders niedrig. Ein Ministeriumssprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der FAZ.

Rente: 2020 würde es fünf Prozent mehr geben

Konkret geht es darum, dass die Rentner 2020 etwa fünf Prozent mehr Rente bekommen würden. Im Jahr 2021 – dem Jahr der Bundestagswahl – würde die Steigerung aber nur minimal ausfallen. Grund dafür ist ein statistischer Effekt. Auf die zwei Jahre gerechnet würden die Rentner nicht mehr oder nicht weniger Geld bekommen.

„Mein Vorschlag ist, die Rente regelmäßig jedes Jahr nach der Lohnentwicklung steigen zu lassen“, sagte Rentenexperte Weiß. Die ständige Korrektur von Statistikeffekten nütze unterm Strich niemandem und führe bei den Rentnern nur zu Verunsicherungen. Gefragt sei jetzt keine Einmal-Korrektur, sondern eine dauerhafte Lösung, die für alle Zeit verlässlich ist.“

Auch außerhalb der großen Koalition gibt es Zustimmung und Verständnis für die Pläne: „Wir haben uns fraktionsübergreifend verständigt, dass Schwankungen in der Rentenanpassung aufgrund statistischer Effekte vermieden werden sollten“, sagte die Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, dieser Redaktion.

Die Frage, wie die Deutschen im Alter finanziell gut aufgestellt bleiben, ist ein politisches Dauerthema. Laut einer neuen Studie kann die Hälfte der Rentner ihren Lebensstandard nicht halten. Besonders wichtig wären Verbesserungen für Frauen – denn sie bekommen deutlich weniger Rente als Männer.

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