Downsyndrom

Krankenkassen zahlen künftig für Bluttest auf Trisomie 21

Mit einem Bluttest bei der Mutter, könnten Eltern erfahren, ob ihr Kind das Down-Syndrom hat.

Mit einem Bluttest bei der Mutter, könnten Eltern erfahren, ob ihr Kind das Down-Syndrom hat.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Bluttests auf die Genstörung Trisomie 21 werden laut „Spiegel“ Kassenleistung. Die Entscheidung dürfte gemischte Reaktionen auslösen.

Berlin. Der umstrittene Bluttest auf Trisomie 21 (Downsyndrom) soll künftig von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Darauf hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen geeinigt, berichtet der „Spiegel“.

Die Kosten sollen demnach aber nur bei „besonderen Risiken oder zur Abklärung von Auf­fälligkeiten“ übernommen werden. Ein flächendeckendes Screening soll es nicht geben. Das Magazin beruft sich auf Angaben aus dem Umfeld des Gremiums.

Bluttest auf Downsyndrom – bessere Beratung gefordert

Offiziell soll die Entscheidung auf einer Sitzung kommenden Donnerstag fallen. Um ethischen Zweifeln zu begegnen, müssen Ärzte Schwangere künftig besser aufklären, was ein positives Testergebnis bedeutet. Darauf hatte vor allem die SPD bei einer Bundestagsdebatte im April gedrängt.

Die Einigung im G-BA sieht laut „Spiegel“ vor, dass bei der ­Beratung in Zukunft immer auch ein Mediziner anwesend sein soll, der Erfahrung mit ­Trisomie-Patienten hat. Die Ärzte sollen dabei auch Kontakt zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen vermitteln, denn die umstrittene Diagnostik wirft viele Fragen auf.

Gentests auf Downsyndrom seit 2012 erhältlich

Patientenvertreter konnten sich nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, den Test erst nach der zwölften Schwangerschaftswoche zu bezahlen. Das hätte mögliche Abtreibungen ­erschwert. Gentests auf das Downsyndrom sind seit 2012 in Deutschland erhältlich.

Allein das Unternehmen LifeCodexx, das seinen Test als erster Anbieter auf den europäischen Markt brachte, hat nach „Spiegel“-Recherchen bis heute rund 175.000 Proben analysiert, davon 105.000 aus Deutschland. (küp)

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