Polizeieinsatz

Terrorfinanzierung? Razzien und Festnahmen im Norden

In drei Bundesländern hat es Razzien gegeben, zwei Männer wurden festgenommen. Im Raum steht der Verdacht der Terrorismusfinanzierung.

Festnahme bei einer Antiterror-Razzia in Hamburg: Insgesamt 16 Objekte in drei Bundesländern wurden am Mittwoch durchsucht.

Festnahme bei einer Antiterror-Razzia in Hamburg: Insgesamt 16 Objekte in drei Bundesländern wurden am Mittwoch durchsucht.

Foto: Christian Charisius / dpa

Hamburg. Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch 16 Objekte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg durchsucht. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen elf Beschuldigte. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, wie die Anklagebehörde mitteilte. In welchen Orten genau die Razzien stattfanden, wollte die Staatsanwaltschaft auch auf Nachfrage nicht mitteilen.

Den beschuldigten zehn Männern und einer Frau wird vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien. Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben. Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. „Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt“, sagte Stahlmann-Liebelt.

Zwei Syrer festgenommen

Die Herkunft des Geldes ist den Angaben zufolge derzeit nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen. Zwei der Beschuldigten – zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren – wurden bei den Razzien festgenommen. Gegen sie lag ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Sie sollten dem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben der Leitenden Oberstaatsanwältin größere Bargeldbeträge gefunden. Was die Ermittler noch alles sicherstellen, konnte sie zunächst nicht sagen. Zu den genauen Orten der Durchsuchungen äußerte sich Stahlmann-Liebelt nicht. In Hamburg wurde ein Haus im Stadtteil Eimsbüttel durchsucht, wie das „Hamburger Abendblatt“ (Bezahlinhalt). Dabei sei ein Mann von Polizisten abgeführt worden.

Nach NDR-Informationen soll es in Schleswig-Holstein auch in Stockelsdorf und im Flensburger Raum Durchsuchungen gegeben haben. Die Flensburger Behörde hat die Federführung bei den Ermittlungen, weil sie die Staatsschutzanwaltschaft in Schleswig-Holstein ist. Sie ist damit für Straftaten zuständig, die einen politische Hintergrund haben können. (küp/dpa)